Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte

Reisebericht

Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte

Reisebericht: Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte

Während eines Auslandsaufenthaltes in Hong Kong habe ich Reisen nach China unternommen, insgesamt knapp 7 Wochen.
Ziel: verschiedene Ecken des Landes sehen, günstig unter Einheimischen reisen
Ergebnis: eine Abenteuerreise auf eigene Faust zu wunderschönen Landschaften eines faszinierenden Landes
Erster Teil: Städte-und Kultur-Reise: HK - Chongqing - Yangtze - Yichang - Xi'An - Peking - HK

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Hauptstadt des Nordens - Beijing

Nach einer sehr erholsamen Nacht suchte ich erstmal die Hostel, bei der ich mich per email angekündigt hatte, auf. Die Leo Hostel befindet sich direkt südlich vom Tianmen Square in mitten einer Marketstreet mit munterem Treiben drumherum.
Nach einer kurzen Verschnaufspause in meinem Bett zwischen 6 Doppelhochbetten bin ich am frühen Nachmittag zum Tianmen Square. Es ist einfach spannend durch die Straßen zu ziehen, und die Atmosphäre einer großen, weltlichen, aber chinesischen Stadt zu spüren.
Die sich zeitlich nähernden Olympischen Spiele begegneten mir an jeder dritten Straßenecke und gaben der Stadt ein weltoffenes, westliches Flair. Dennoch fuhren viele alte klapprige Fahrräder umher und die Straßen wurden noch immer nach vorangegangenen furchtbaren Geräuschen bespuckt. (uuaaah – es läuft mir noch immer jedes Mal ein Schauer über den Rücken). Auf die Straße spucken - ein Verbot in Hongkong, auf das ich mich richtig freue!
Die Stadt- und Straßenplanung ist wirklich sehr interessant: die Hauptstraßen sind unheimlich breit, wenn man bedenkt dass der Fahrradweg allein schon breiter als eine Fahrspur ist. Die Nebenstraßen dagegen sind so eng, da wundert man sich, dass Fahrradfahrer und Auto gleichzeitig hindurchpassen. Aber irgendwie geht’s immer.
Auf dem Tianmen Square angelangt, wurde ich nach nur wenigen Metern von einer Chinesin mit ihrem Sohn angesprochen, die mir gerne den Platz zeigen wollten.
So bekam ich also eine private ‚Tour’ über den Platz mit Erklärung der einzelnen umliegenden Gebäude.
Der Platz wird im Osten umsäumt von der ältesten Bank Chinas, die eher aussieht wie eine Kirche und der Großen Halle des Volkes, der Sitz des Nationalen Volkskongresses. Am westlichen Rand befinden sich die Museen der Chinesischen Geschichte und der Chinesischen Revolution. Der Platz wirkt durch das zentral errichtete Mao Mausoleum weniger imposant, daneben gibt es noch den weniger mächtigen 30m hohen Obelisken, dem Denkmal der Volkshelden. Doch der Stolz vieler Chinesen ist Mao, dessen Bild auch groß im Norden des Tianmen Square, am Eingang der Verbotenen Stadt, am Tor des himmlischen Friedens prangt.
Ich hatte eigentlich geplant, den Nachmittag in der Verbotenen Stadt zu verbringen, doch die beiden rieten mir davon ab, da die Tore leider schon um 16:30 geschlossen werden und man sich ihrer Ansicht nach mindestens 3h dafür Zeit nehmen sollte.
So sahen wir uns also vor dem Eingang in ein paar Nebengebäuden chinesische Malereien von Kunststudenten an. Die waren wirklich toll, und nachdem ich mich durch einen riesigen Stapel gearbeitet hatte, konnte ich meine Tourguides dennoch davon überzeugen, dass ich keines mit nach Hause nehmen wollte.
Nach etwa 3h und der Empfehlung, das Einholen der Fahne zu beobachten, bedankte ich mich herzlich, bekam sogar noch eine Telefonnummer für den Notfall und verabschiedete mich in Richtung Tianmen Square. Mit vielen Schaulustigen wartete ich dann mit dem Sonnenuntergang gegen 5Uhr auf die feierliche Zeremonie, die Ankunft der Soldaten und das Einholen der Fahne.
Auf dem Heimweg aß ich im nächstgelegenen, ansprechenden Restaurant. Es war ein Japaner und ich bestellte Chicken Curry. Doch es war super lecker mit frisch gepressten Orangen- und Mangosaft.
So schlenderte ich satt und zufrieden durch die kleinen Läden und Stände zurück zur Hostel. In dem Bar-Restaurant-Bereich der Hostel traf ich zwei Deutsche aus Karlsruhe und zu dem Zeitpunkt Praktikanten in Shanghai waren, die ihren morgigen letzten Tag planten. So holte ich mir noch ein paar interessante Tipps und Hinweise aus touristischer Sicht.
Als erstes hatte ich allerdings für den nächsten Tag die Tour zur Großen Mauer gebucht und freute mich schon sehr darauf. Aufgrund meiner etwas schwächeren Kondition entschied ich mich letztendlich für die Tour nach Mutianyu zum restaurierten Teil der Mauer, aber mit blick auf noch ursprüngliche Abschnitte, da diese nach Empfehlung der Hostelmitarbeiter leichter zu ’erklettern’ wäre.
So fiel ich relativ spät aber in voller Vorfreude ins Bett.



Mutianyu - Ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch!

Am nächsten Morgen starteten wir, ein Kleinbus mit drei Holländern, zwei Spaniern, einem Australier und mir, um 8:30 in Richtung Mutianyu – ach, und natürlich, nicht zu vergessen, der bis auf wenige englische Wörter sprechende chinesische Fahrer.
Die Autofahrt ging erstmal eine ganze Weile durch die Stadt, nach etwa knapp 20 Minuten standen wir auch bereits im ersten kleinen Stau. Doch zum Glück ging es bald schneller voran. Als wir dann endlich die Stadt nach etwa einer Stunde verließen wurde der Schnee an den Straßenrändern ein wenig mehr, freute ich mich doch so sehr auf einen Wintertag in frischer, kalter Luft.
Die Landschaft wurde hügeliger und gab erste Anzeichen auf das, was uns bei der Mauer erwarten würde.
Dann sah man endlich die ersten Anzeichen von sich einer windenden Mauer auf den Bergzügen. Nach 2,5 Stunden kamen wir endlich auf einem Parkplatz zwischen vielen kleinen Touristenständen an. Doch ich war vorgewarnt, dass es sogar Leute auf der Mauer geben würde, die einem sogar hinterher rennen, um den ein oder anderen Souvenir loszuwerden.
Die Tourkosten beinhalteten schon den Eintritt, den man bereits in fast all restaurierten Teilstücken bezahlen muss. Und so mussten wir uns um nichts kümmern, und konnten uns gen Mauer begeben. Wir hatten die Wahl: laufen oder mit Sessellift hoch. Ganz klare Entscheidung für den Sessellift, wenn auch nicht ganz umsonst.
Es fühlte sich ein wenig wie im Winterurlaub an, dafür nur etwas wenig Schnee und die Skier fehlten natürlich. Doch es war toll!
Oben marschierte ich gleich erstmal zum unrestaurierten Teil. Dank meines schon vielfach verwendeten Reiseführers zog es mich nach links, wo es sehr schnell zu ende sein sollte mit der schönen heilen Welt, was sich erneut bewahrheitete. Ohne Restaurationsmaßnahnmen ist die Mauer z.T. sehr verfallen und kaum noch als Mauer erkennbar.
Der restaurierte Teil der Mauer war zwar heil und gut begehbar, doch die Stufen sind traditionell hergerichtet, so dass die ein oder andere Stufe mir fast bis ans Knie reichte. Dazwischen gibt es wieder Bereiche, in denen der Knöchel bereits über die nächst höhere Stufe ragt, da ist Flexibilität gefragt.
So kam man trotz 0°C leicht ins Schwitzen. Aber der Ausblick war einfach überragend, unglaublich, das hat all meine Erwartungen übertroffen.
Es waren nur sehr vereinzelte Verkäufer anzutreffen, die meinten, die armen Touristen mit Getränken, Keksen und Postkarten zu versorgen. Doch bei diesem Wetter konnten die Postkarten kein schöneres Bild als die Wirklichkeit selbst wiedergeben.
Strahlender Sonneschein, klare Luft, traumhafte Landschaft, weit weg von jeglicher Straße und Luftverschmutzung: Erholung pur!
Wenn man diese Mauer entlang läuft, die als solches gar nicht wirklich spannend ist, packt einen unwillkürlich der Ehrgeiz, noch bis zum nächsten Wachturm zu laufen oder über den nächsten Hügel zu schauen. Es ist wirklich sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass es so noch tausende von Kilometern weiter geht, genau genommen etwa so weit wie bis zum Erdmittelpunkt.
Nach drei Stunden sollten wir wieder zurück sein, und das war von der Kletterei gesehen ausreichend, und an dem Ausblick hätte ich mich eh nicht satt sehen können.
Runter zum Parkplatz ging es dann auf einem kleinen Schlitten, allerdings nicht im Schnee, sondern einer Rutschbahn. Doch das war bei dem Spaß völlig egal.
Es war super! Da fühlt man sich unbeschwert in seine Kinderzeit zurückversetzt.
Ja, ja, haltet das jetzt für übertrieben, doch ich hatte mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt, das gab diesem wundervollen Tag noch das I-Tüpfelchen zur Vollkommenheit.
Unten habe ich dann noch schnell, war mal wieder die letzte, ein T-shirt erfeilscht zum Preis von 15RMB, anstelle von 2 für 280,-RMB. Handeln war eigentlich nie meine Stärke, doch das lernt man in China unglaublich schnell.
Auf dem Rückweg merkten dann alle die Erschöpfung, die einen schliefen, die anderen aßen ihr Great-Wall Sandwich (sehr leckeres, echtes Baguette mit Käse oder gekochtem Schinken) oder man genoss die letzten Blicke auf die herrliche Landschaft fernab der Großstadt. Dort ist es so ländlich, dass wir auf der Rückfahrt an Rindertreibern oder ganze Schafsherden vorbei fuhren.
So erreichten wir am späten Nachmittag wieder unsere Hostel. Dort wärmte ich mich erstmal ein wenig auf, denn durch das Schwitzen und dann hinterher im Auto sitzen, was nicht so warm war, war ich doch ziemlich durchgefroren, aber das gehört zu einem Wintertag eben auch dazu.
Abends aß ich kurz in der Hostel, plante meine Sightseeing Trips durch die Stadt und lernte eine weitere Deutsche kennen, die gerade ihr Auslandssemester in Seoul beendet hatte, und mit zwei Freunden, die sie aus Seoul kannte (der eine Südafrikaner und der andere weiß ich nicht) gemeinsam unterwegs war.
Die Welt kommt einem bei so vielen internationalen Bekanntschaften so klein vor, das ist unglaublich und man sollte jede Gelgenheit wahrnehmen, um Menschen der verschiedensten Nationalitäten kennezulernen.
Eigentlich wollte ich mit ihnen zu Abend essen, doch ich bin froh, dass ich das Essen in der Hostel vorgezogen hatte, sie probierten Snacks wie Grashüpfer, Schlange und Seepferdchen. Ach ne, ich muss auch nicht alles ausprobiert haben.
Ein schöner Tag ging dem Ende zu und morgen sollte endlich das städtische Sightseeing Programm in Angriff genommen werden.



Sightseeing Day mit Einheimischen

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Am nächsten Morgen zog ich erneut mit einem Superriesenkäsesandwich los über den Tianmen Square zur Verbotenen Stadt.
Zuerst machte ich einen Abstecher in den Sun-Yatsen-Park. Dort blühte zur morgendlicher Stunde das volle Leben: viele Leute beim Fächertanz, Tai Chi oder Schwertübungen. Ich schlenderte zum Altar der Fruchtbarkeit und vorbei an der Konzerthalle der Verbotenen Stadt.
Schließlich erreichte ich den Eingang, wo die Eintrittskarten verkauft wurden.
Das Mittagstor ist das größte und prächtigste aller Tore der Verbotenen Stadt und war allein dem Kaiser vorbehalten. Hinter dem Mittagstor öffnet sich ein weitläufiger, gepflasterter Hof, den der Goldwasserfluss durchzieht. Über ihn führen fünf Marmorbrücken mit eingearbeiteten, steinernen Fackeln.
Das nächste Tor, das Tor der Höchsten Harmonie, dessen Eingang von zwei majestätischen Löwen bewacht wird, wurde zu Kaiserzeiten für Zeremonien genutzt.
Dahinter folgt ein noch größerer Hof, der Schauplatz der kaiserlichen Audienzen.
Es war toll sich vorstellen, wie viele begeisterte Menschen den Platz füllten und in voller Vorfreude und absoluter Stille auf den Kaiser warteten
Es folgen drei zeremonielle Hallen. Die erste und prachtvollste Halle der Höchsten Harmonie erhebt sich auf einer dreistufigen Marmorterrasse, Schauplatz von z.B. Kaiserkrönung, Geburtstag des Kaisers oder Ernennung von Generälen. Leider war die Halle, wie auch die ein oder andere von oben bis unten in ein Gerüst eingepackt und mit grünem Vorhang verhängt. So war es auch nicht möglich einen Blick ins Innere zu werfen. Doch viele Schautafeln ermöglichten den Besuchern eine gewisse Vorstellung von der Innenausstattung zu bekommen.
Die beiden anderen Hallen heißen Halle der mittleren Harmonie, Thronsaal, Ankleideraum oder Klassenzimmer der Nachkommenschaft, und Halle der Erhaltung der Harmonie, für Staatsbankette und kaiserliche Prüfungen.
Ein paar Reisegruppen waren unterwegs, die stets mit ihren Fähnchen schwenkten. Da war ich froh, dass ich mir einfach das anschauen konnte, was mir gefiel, auch wenn manchmal die ein oder andere Information sicher sehr nett, anschaulich und interessant gewesen wäre.
Auf der gleichen Achse kommt man dann weiter nördlich in den Bereich der Inneren Gemächer. Es sind wieder drei auf einander folgende Hallen: Palast der Himmlischen Klarheit (früher kaiserliches Schlafgemach, später Empfangshalle), Halle der Kosmischen Vereinigung (Thronsaal der Kaiserin) und Palast der irdischen Ruhe (für die Hochzeitsnacht).
Neben diesen Hauptgebäuden gibt es noch unzählige Hallen und Gebäude westlich und östlich der Achse.
Ich entschied mich für die westliche Seite, denn die gesamte ‚Stadt’ zu erkunden, hätte mindestens den gesamten Tag in Anspruch genommen, wenn es überhaupt an einem Tag gelingt.
Im Westen befinden sich die Halle der Pflege des Herzens und der Palast des Immerwährenden Frühlings. Dort sind heute Ausstellungsräume eingerichtet mit Gemälden, Keramiken, Schmuck, Bronzen aus der Ming- und Qing-Zeit.
Nach dem Abstecher in die westlichen Gebäude führte mich mein Weg durch das Tor der Irdischen Ruhe in den Kaiserlichen Garten. Dort war es sehr erholsam und zwischen den klassischen Elementen chinesischer Gärten, Teiche, Pfade und Pavillons, wuchsen viele schon Jahrhunderte alte Zypressen. Idylle pur, mal abgesehen, von den vielen Besuchern.
Doch ich hatte auch nicht mehr viel Zeit, denn ich war mit Michelle, eine Peking-Chinesin, die mit mir in Hongkong studiert, verabredet.
Sie wollte mir die umliegenden Parks zeigen, und so zogen wir zuerst in den nördlich an die Verbotene Stadt angrenzenden Jingshan-Park. Von dem künstlich aufgeschütteten Hügel hat man einen schönen Überblick über das Labyrinth der Verbotenen Stadt aus 800 Gebäuden.
Dort oben gab es dann für mich erstmal eine kurze Rast, nach fast 4h herumlaufen hatte ich eine kleine Stärkung wirklich nötig.
Der Park ist vor allem durch den Selbstmord des letzten Ming-Kaisers berühmt, doch der von ihm genutzte Baum ist mittlerweile durch einen neuen ersetzt worden, und war mir noch nicht mal ein Foto wert.
Weiter schlenderten wir in den nächsten Park, den Beihai-Park. Seine Fläche wird fast zur Hälfte von einem See gebildet, der zu dieser Jahreszeit zu gefroren war. So war also nicht nur rund um den See, sondern auch auf dem See munteres Treiben beim z.B. Stuhlschlittschuh fahren. Wir liefen am Ufer entlang, kam doch an den Rändern immer mal wieder etwas Wasser empor, und Michelle zeigte mir noch die mit 27m Länge imposante Neun-Drachenwand und die leider ebenfalls ‚under Construction’ stehenden Fünf-Drachen-Pavillons.
Gegen 4Uhr nachmittags machten wir uns auf zum Trommelturm, in dem halbstündlich (aber nur bis 17Uhr) noch life getrommelt wird. Schon allein die steile Treppe hinauf war sehenswert, die steilste Treppe, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Da verstand ich auch das Schild: „Wenn Sie unsicher sind, helfen wir Ihnen gern!“ :-)
Das Vorspiel der Trommler war kurz, doch eindrucksvoll.
Am Abend wollten wir uns mit Shem, einem Peking Studenten, der nur als Exchange Student für ein Semester in HK war, treffen.
Bei dem chinesischen Organisationstalent dauerte es etwas länger ein Ort- und Zeitpunkt auszumachen, doch nach etwa 10 Telefonaten war es endlich geschafft.
In der Zwischenzeit hatte ich immerhin viel von den Hutongs, den einfachen, ärmeren Stadtvierteln, die mit den vielen kleinen Gassen ein richtiges Labyrinth bilden, gesehen.
Abends trafen wir dann Shem, und ich wurde zum echten pekingschen Barbecue eingeladen, dass aus Lammfleisch am Schaschlikspieß draußen auf einem Grill gegart, besteht. Es war ein wenig scharf, doch super lecker – und um den Lammdarm konnte ich mich drücken ;-)
Auf dem Rückweg gab es noch frisches Popcorn von einem Straßenverkäufer.
Nach einem anstrengenden Tag, an dem ich viel gesehen und erlebt habe, fuhr ich mit der U-Bahn zur Hostel.

Ein toller Tag: vom touristischen Sightseeing bis zum normalen Pekinger-Leben!



Erholsame Ferien auf einem Drahtesel

Himmelstempel

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Heute wollte ich richtig Urlaub machen, ohne mich natürlich auf die faule Haut zu legen.
Ich folgte dem Rat der beiden Karlsruher und wollte Peking von einer anderen Seite aus entdecken: ich mietete mir ein Fahrrad.
Als ich am Morgen los fuhr, war es noch sehr frisch, eigentlich eher ziemlich kalt, doch mit Mütze, Schal und Handschuhe war es gut auszuhalten.
Ich radelte gen Süden zum Himmelstempel. Mit detailliertem, zweisprachigem Stadtplan nahm ich den Kampf mit dem Pekinger Stadtverkehr auf. Es war nicht weit und schon bald erreichte ich das Westtor des Himmelstempels. Der Himmelstempel befindet sich in einem großzügig angelegten Park. Es waren wieder viele ältere Leute dort und mit Musik und Tanz sorgten sie für eine erfrischende, lockere Atmosphäre.
Da ich den Himmelstempel schon bereits in Shenzhen im Miniaturformat vom Himmelsaltar aus besichtigt hatte, machte ich mich erstmal durch die schöne Parklandschaft in Richtung Südtor. Dort versuchte ich mich dann mit einer Gruppe an TaiChi, doch leider war die Reihenfolge ganz anders, und so verlor ich ständig den Anschluss, aber lustig war es trotzdem.
Der erste Teil des Tempels war der bereits erwähnte Himmelsaltar. Dieser besteht aus drei Marmorterrassen, die die Menschheit, die Erde und den Himmel symbolisieren. Die Anzahl der Gesteinsplatten, aus denen jede Terrasse zusammengesetzt ist, ergibt jeweils ein Vielfaches von Neun (habe es stichprobenartig geprüft *g*). Neun war im kosmologischen Verständnis der Chinesen, die wichtigste ungerade Zahl überhaupt. In der Mitte stand früher der Himmelsthron, es soll das Zentrum des Reichs der Mitte sein.
Neben dem Altar erhebt sich die vollständig aus Holz gebaute Halle des Himmelsgewölbes mit einem imposanten Kegeldach aus blau glasierten Ziegeln. Sie wird von der Echomauer umgeben.
Auf der Achse dieser Gebäude befindet sich am nördlichen Ende das imposante Tempelgebäude, die Halle der Ernteopfer. Sie wird als architektonisches Wunder bezeichnet: ganz aus Holz und ohne einen einzigen Nagel mit dreistufigem Kegeldach mit wiederum blauen Ziegeln.
Dies ist allerdings ein Nachbau, nach dem es im Jahre 1889 durch Blitzeinschlag zerstört wurde. Doch die Halle wurde getreu nach den Plänen aus der Ming Zeit wieder errichtet.
Der Spaziergang im Long Corridor entpuppte sich als gesellschaftliches Highlight. Dort traf man sich zum Karten spielen, Tanzstunden nehmen, häkeln, singen oder plaudern.
Da die Zeit mal wieder viel zu schnell verflog, suchte ich anschließend den Weg zum Westtor zurück. Glücklich stellte ich fest, dass mein Fahrrad noch immer dort war, auch wenn es fast das letzte war, denn ab Mittag ist im Park kaum noch eine Menschenseele.
So fuhren mein Drahtesel und ich gen westen weiter durch die Straßen Pekings auf der Suche nach dem Baiyun Tempel.
Die Fahrt war sehr schön, und dank meiner Karte fand ich nach einigen Kreuzungen und abenteuerlichen Teilnahmen am Kreisverkehr den gesuchten Tempel.
Schon vor dem Eingang wurde ich mir bewusst, wie lange ich schon keinen bewohnten, genutzten Tempel mehr besichtigt hatte, den Geruch vergisst man nicht.
Baiyun Tempel heißt auch Tempel der Weißen Wolke. Es ist das wichtigste daoistische Zentrum des Landes. Er ähnelt sehr einem buddhistischen Tempel und ohne meinen schlauen Reiseführer hätte ich wohl gar keinen Unterschied bemerkt. Doch die drei hinter einandern folgenden Tore am Eingang stellen z.B. die drei Welten des Daoismus dar: Begierde, Körperlichkeit und Geist.
Es leben in diesem Tempel noch etwa 30 Mönche, die ich mir auch etwas anders vorgestellt habe: lange Haare, meist im Zopf geflochten, mit weißen Kniestrümpfen und einer weiten Hose Kniebundhose.
Nach einer kleinen Rast am Straßenrand, wo man herrlich das Leben und die Leute beobachten kann, obwohl man vermutlich als Ausländer selbst mehr angestarrt wird als man zurück schauen kann. Doch daran war ich ja schon gewöhnt.
Dann hieß es schnell zurück zur Hostel, möglichst ohne sich zu verfahren, denn ich sollte um 17Uhr zurück sein, wollte ich doch zur Akrobatikshow.
Trotz der ein oder anderen falschen Straße erreichte ich sehr pünktlich mein Ziel. Da ich die einzige war, die dies an diesem Abend wollte, entschied ich mich doch mit drei anderen, wie sich herausstellte den Holländern, in die Beijing Opera zu gehen.
Vor Beginn des Stückes konnten wir den Darstellen beim Schminken zu schauen, was jeder selbst macht (machen muss?). Unglaublich, wie exakt die ohne Zittern ihr Gesichter bemalen können. Vor allem die Hauptfigur mit Schwarz-weiß bemaltem Gesicht beeindruckte mich sehr.
Der Gesang dagegen eher weniger. Was soll ich sagen? Wir waren uns alle vier einig, es war eine Erfahrung wert, und wir haben Kultur Pekings kennen gelernt, auch wenn ich glaube, dass man nur einer Katze auf den Schwanz treten muss, um ähnliches Jaulen zu hören. Aber wie ich später erfahren habe, ist das gerade bei den weiblichen Stimmen das typische Merkmal einer Peking Oper.
Die Vorführung bestand aus zwei Stücken. Zuerst ging es um einen traurigen Herrscher, da diesem drohte, seine Macht zu verlieren. Die Feinde standen schon an den Grenzen. Damit er sich darum kümmern konnte, ohne sich Sorgen um seine Frau zu machen, brachte diese sich selbst um.
Die zweite Geschichte war ein Märchen. Es spielte in einer Unterwasserwelt, und ein Affe wollte sich zum Training seines Nachwuchses Waffen ausleihen, doch die guten Waffen wollten sie ihm erst nicht geben. Aber ich glaube, schließlich hat er sie doch bekommen.
Naja, soviel wie man den willkürlich übersetzten Englischen Untertiteln entnehmen konnte. Aber es hat Spaß gemacht.
Und so habe ich die Holländer wieder getroffen, und habe mich abends (die Opervorführung ging nur etwa 1h – beide Stücke zusammen) noch mit Jutta eine Weile nett in der Hostelbar unterhalten, bevor wir beide dann recht müde ins Bett fielen.
Obwohl ich mit Hustenattacken meine Zimmergenossen stets noch ne Viertelstunde wach hielt oder aufweckte, aber spätestens zurück in Hong Kong würde sich die Erkältung wieder zurückziehen - da war ich mir sicher!



Erholung am kaiserlichen Eis-See

Sommerpalast

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Am nächsten Tag fuhr ich zum Sommerpalast und dem Yiheyuan Park. Von anderen Hostelbewohner hatte ich gehört, dass es sich wirklich lohne, dorthin zu fahren. Auch wenn sie, drei Australier, wohl mehr Spaß am Spielen auf dem zugefrorenen See hatten, als an den eigentlichen Palast Gebäuden.
Mit dem Bus ging es direkt vom Tianmen Square zum Sommerpalast. Zumindest nach Auskunft der Hostelmitarbeiter. Es stimmte auch, doch zwischenzeitlich habe ich daran etwas gezweifelt, als ich nach fast einer Stunde immer noch im beheizten und mit Sonne beschienenden Bus schwitzte.
Doch da kamen wir schon auf dem Busbahnhof vorm Eingang an. Endlich da und frische Luft einatmen. Ohja, man kann sich so schnell an die kalte, frische Luft gewöhnen.
So kaufte ich mir gegen 10Uhr meine Eintrittskarte und steuerte geradewegs auf das prächtige Eingangstor zu. Mein erster Weg führte mich direkt zum See. Da lag er nun vor mir, der riesige Erholungssee der Kaiserfamilie überzogen mit einer dicken Eisschicht.
Also ab auf’s Eis, nun gab es keinen Zweifel mehr, es war Winter! Es erinnerte mich ein wenig an den Maschsee in Hannover, meinen ersten zugefrorenen See, den ich erlebt habe.
Außerdem hat man vom See einen super Überblick über die Palastgebäude und dem Hügel der Langlebigkeit.
Es war wieder ein wundervoller Tag, mit klarem Wetter, blauem Himmel und Sonnenschein, da hätte ich schon fast eine Sonnenbrille brauchen können. Ich schlenderte quer über den See zur Jadebrigde. Einige Leute versuchten sich im Eisfischen.
Auf der anderen Seite kletterte ich wieder ans Ufer und plötzlich endete mein Weg am nordöstlichsten Parkein-/ -ausgang. So weit hatte ich gar nicht vor zu gehen, doch sooo weit war es dann doch nicht gewesen.
Zu einem der einprägendsten Erlebnisse gehört eine Souvernirverkäuferin, die mir, nachdem ich den Kauf einer dicken Pelzmütze entschiedend ablehnte, einen 10€ Schein unter die Nase hielt. Ich war aber schon zu genervt und lehnte es ab ihn ihr zu tauschen, aber lustig war es schon. Hoffe, sie hat eine andere Möglichkeit gefunden, ihn zu tauschen.
Wieder ich Richtung Süden und zum See zurück passierte ich das Marmorschiff, dessen Bau vielleicht sogar den Untergang des Kaisereiches beschleunigte. Aber es gibt sicher viele Geschichten, mehr oder weniger wahr. Zurück zum Park!
Der Park diente den Kaisern als Sommerresidenz, um ein wenig der Sommerhitze der Stadt zu entfliehen. Die Kaiserinwitwe Cixi verbindet man am ehesten mit dem Sommerpalast, die das zerfallene chinesische Reich von 1861 bis zu ihrem Tod 1902 regierte.
Die eindrucksvollen Gebäude reihen sich entlang des Seeufers aneinander und sind durch einen Wandelgang verbunden. An jedem Innenbogen ist ein kleines Bild, die zusammen eine Geschichte ergeben sollen. Durch den langen Korridor schritt ich bis zu den Buddha Ehrungsgebäude. Zuerst durch die früheren Umkleidehallen, die jetzt mit Ausstellungstücken bestückt sind, und dann bergauf, oder besser gesagt treppauf bis zur Halle zur Ehrung Buddhas. Die Kaiserin Cixi muss eine gute Kondition gehabt haben, die Stufen waren ziemlich steil. Puuhh!
Dort oben hatte ich einen wunderschönen Überblick über den See. Von dort zog sich mein Weg quer über den Hill zum Harmoniegarten.
Zum Abschluss meiner Parkerkundung hatte ich mir in den Kopf gesetzt, den Sommerpalast aus dem Blickwinkel wie schon bereits im Miniaturformat in Shenzhen zu sehen.
Also wanderte ich den gesamten See hinab zur Siebzehn-Bogen-Brücke.
Allerdings gab es am Südtor keine öffentlichen Verkehrsmittel und auch nicht wirklich eine Parkplatz, so durfte ich den ganzen Park noch einmal genießen und zurück zum Osttor laufen.
Zurück am Osttor nahm ich ein Privattaxi zur MTR Station, da es mir nicht möglich war, den richtigen Bus zu finden. Alle Leute, die ich fragte, schüttelten nur den Kopf. Ich weiß nicht, ob sie mich nur nicht verstanden oder es wirklich die falschen Busstationen waren.
Mit der MTR fuhr ich zum Silk-Market, für den Lama-Tempel war es bereits schon zu spät.
Der Seidemarkt war doch sehr enttäuschend: es sah mehr aus wie eine Messehalle mit vielen, vollgestopften Ständen und kein bisschen Marktflair.
Doch ich war nicht in der großer Shoppinglaune und so lief ich mehr durch die Reihen und Stockwerke (5 waren es bestimmt), so gut es ging. So konnte man es wenigstens verhindern, nicht von den Verkäuferinnen festgenagelt zu werden.
Außerdem hatte ich von den Holländern gehört, dass es neben dem Seidemarkt ein ‚Subway’ gibt, und das konnte ich mir nicht entgehen lassen.
Also noch schnell ein Sandwich mit auf den Weg und mit der MTR zurück zur Hostel. Die Mitarbeiter hatten mir versprochen, mich auch allein zur Akrobatik-Show zu fahren. Doch als ich pünktlich um 17Uhr in der Hostel abkam, hatten sich viele neue Leute eingefunden, so dass wir mit zwei kleinen Minibussen zur Akrobatikshow fuhren.
Die Show war wirklich beeindruckend und begeisterte das Publikum von Anfang bis Ende, natürlich kam es einem viel zu kurz vor.
Anschließend, an meinem letzten freien Abend wagte ich es, Peking Ente zu probieren. Ich hatte von einer Deutschen aus Hong Kong schon gehört, dass es ein recht fettiges Essen sein. Doch trotzdem traute ich meinem Magen dieses Essen zu.
Ich fand sogar ein recht nett aussehendes Lokal bei mir gleich um die Ecke, wo die halbe Ente auch nur 30RMB kosten sollte. Es gibt also sicher bessere Qualität, doch im Nachhinein hätte ich auch für eine bessere Qualität nicht mehr Geld ausgeben wollen.
Peking Ente wird bereits in Scheiben geschnitten serviert. Dazu gibt es Gurken, Zwiebel und Pflaumensoße. In dünnen Pfannkuchen wickelt man dann alles zusammen ein, und ist es mit den Händen. Typischerweise wird das Fleisch sowie die Teigfladen lauwarm serviert, so dass es nach Fertigstellung der 'chinesischen Tortillas' eher kalt im Magen ankommt. Doch ich kann nun behaupten, ich habe es probiert.
Zurück schlenderte ich noch ein wenig durch die Market Street, genoss ein letztes Mal die vielen kleinen Läden, die mehr oder weniger angenehmen Gerüche und das Treiben der vielen verschiedenen Leuten.
So verging die restliche Zeit dann doch sehr schnell und ich überlegte mir wie ich denn letzten Morgen verbringen könnte in Kombination mit übrig gebliebenen Besichtungswünschen.

Im letzten Bericht dieser Reise werdet ihr sehen, worauf es hinausgelaufen ist und sich der Rückweg nach Hongkong gestaltet hat.



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Von China durch's Niemandsland nach Hong Kong

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Am nächsten Morgen packte ich flugs meine Sachen zusammen, checkte aus und nahm ein letztes Mal ein leckeres Käse-Great-Wall-Sandwich mit auf den Weg.
Schnell verabschiedet (man lernt wirklich viele Leute von überall kennen: Südafrika, England, Australien, Schweiz,…), mit Rucksack, Fotoapparat und Versorgungstasche wanderte ich durch die frische Morgenluft schnurstracks zur U-Bahn. In den letzten Stunden wollte ich noch den bislang nicht ‚abgearbeiteten’ Lama-Tempel besichtigen, der gut zu erreichen, direkt an der U-Bahn Station liegt.
Sobald ich wieder Tageslicht erblickte, lief ich zum nächsten traditionell aussehenden Tor und stand vor einem wunderschönen Park.
Nun gut, hätte ich besser auf die Karte geschaut, hätte ich wohl festgestellt, dass der Tempel direkt hinter dem Ausgang der U-Bahn lag. So fand ich also nach einigen Umwegen den richtigen Eingang. Die vielen Räucherstäbchenstände leiteten einen direkt zum Eingangstor des Yonghe Gongs (chinesisch für Lama-Tempel). Der farbenprächtige, ziemlich touristische tibetische Tempel wurde Ende des 17Jh. errichtet. Man kann sich frei in dem Tempel bewegen und alle Hallen auf eigene Faust erkunden.
Meinen Rucksack konnte ich nach einigen unfreundlichen Absagen bei einer netten Souvenirdame lassen. Dafür kaufte ich auf dem Rückweg bei ihr schöne Postkarten mit vielen Innenansichten.
Das Lamakloster dient als tibetisch-buddhistisches Zentrum, das der Welt zeigen soll, dass China die Religionsfreiheit der Minderheiten garantiert und respektiert. Doch die Echtheit der dort lebenden Mönche ist zweifelhaft. Insbesondere die Mandalas in den Seitenhallen sorgen für das bunte Erscheinungsbild.
Das Faszinierendste und Beeindruckenste war für mich die letzte große Halle, der Pavillon des Zehntausendfachen Glücks. Dort steht eine 18m hohe Maitreya-Statue, die aus einem einzigen Sandelholzbaumstamm gefertigt wurde. Es war ein Geschenk des siebten Dalai Lama an den Kaiser Qianlong und der Transport dauerte drei Jahre von Tibet bis nach Beijing. Nach etwas über einer Stunde war ich Tempel angucken endgültig ‚satt’. Es war sehr schön, und interessant, doch irgendwann muss ja auch mal Schluss sein.
Auf dem Rückweg zur U-Bahn schlenderte ich durch die vielen Stände und Läden. So versorgte ich mich noch mit Teigtaschen, die z.T. mit Lauchzwiebeln gefüllt waren. Sehr lecker und leicht auf die Fahrt mit zu nehmen.
Dann wurde es auch schon Zeit, denn ich war mir nicht sicher, wie lange ich zum Westbahnhof brauchen würde.
Zuerst mit der U-Bahn zurück zum Tianmen Square und dann in den Bus umsteigen, der direkt zum Westbahnhof fahren sollte. Dieser sollte alle 20 Minuten fahren.
In der Hoffnung, dass er schnell kommen würde, fuhr ich in leichter Hektik zurück.
Zum Glück kam er recht schnell und der Fahrer sah mich rechtzeitig. Denn in China halten an einer Haltestelle viele verschiedene Busse, und wenn man mit möchte, sollte man das dem Fahrer schnell zu verstehen geben oder er rauscht nur vorbei.
In dem übervollen Bus fand ich noch einige andere jüngere Leute mit viel Gepäck, die auch den Zug nach Hongkong erreichen wollten.
Gut, denn ich war mir nicht sicher, ob ich erkennen könnte, welche Haltestelle der Westbahnhof sein würde. Doch schließlich entpuppte sich der Halt als Endstation.
Ich kam noch mit genügend Zeitpuffer an und freute mich über die englische Durchsage, dass die Passagiere meines Zuges unbedingt, dies oder das zu tun hatten. Leider war der Lautsprecher schwer zu verstehen. Doch spätestens als mich am normalen Eingang der Officer ablehnte und zu dem Immigration-Quarantäne-Eincheckschalter schickte, hatte ich keine Zweifel, dass ich dort hinein musste.
Mit etwas mulmigen Gefühl passierte ich als einzige weit und breit die Passkontrolle. So verließ ich China um 12:30 am 12. Januar. Den Studentenvisum-Stempel erhielt ich nicht, aber mir wurde versichert, darum kümmern sich die Leute in Hongkong.
Also bestieg ich den Zug, um mich in den nächsten 24 Stunden im Niemandsland aufzuhalten.
Pünktlich fuhren wir um 12:47 los, hatten am Ende aber trotzdem irgendwie 2 Stunden Verspätung.
Es waren vor allem viele junge Leute im Zug, so traf ich auch Michelle wieder, und lernte am Abend meine Abteilgenossen kennen: Eine Gruppe von Musikstudenten, klassische Musik von Bach, die zu einer Aufführung nach Hong Kong fuhren. Doreen, eine der Sängerin, versuchte sich mit mir ein wenig auf Deutsch zu unterhalten, möchte sie doch gerne in Deutschland studieren. Die anderen jungen Musiker zogen es vor, Fußball zu spielen auf dem Laptop in einer echt wirkenden Version. Ich war begeistert.
Allerdings verbrachte ich den Nachmittag überwiegend damit, die Landschaft zu bestaunen. Es sind so viele verschiedene, unvergessliche Eindrücke, die man aus der Landschaft mitnimmt, und man verliert sich sehr schnell in seinen Gedanken. So verging die Zeit recht schnell. Abends wurde um 10Uhr das Licht zum Schlafen abgedreht.

Am nächsten Morgen wollte ich den Sonnenaufgang sehen. Doch als ich etwas verspätet um 8Uhr aus dem Fenster schaute, war es sehr diesig und nebelig. So entschied ich mich, noch ein weiter zu schlummern. Danach war ich mal wieder richtig gut ausgeschlafen. Um halb drei passierten wir endlich die Grenze, denn von einem Wimpernschlag zum nächsten fuhren die Autos wieder auf der ‚falschen’ Seite.
Das Wetter war schön, viel Sonnenschein. So zog ich die ein oder andere Klamottenschicht aus, beschränkte mich auf eine Hose und T-Shirt mit Sweatjacke.
Doch all dies nütze nichts: kaum einen Schritt aus der Tür getreten, lief ich gegen eine Hitzewelle. Es waren 20°C und mein Kreislauf völlig überfordert.
Doch da war ich nun wieder -zurück in Hongkong!



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Kommentare

  • winni

    Ein spannender Reisebericht, aber es fehlen auch Fotos. Ich würde den Bericht in mehrere Seiten aufteilen und besser auch in mehreren Abschnitten. Er wirkt jetzt etwas unübersichtlich. Auch würde ich noch mehr Stichwörter eingeben. Wenn man was suchen möchte, ist es so schlecht. Vielleicht änderst du noch einiges. vg winni

  • SvenniHK

    Danke, habe noch einige Probleme mit der schönen Erstellung.
    Hatte gedacht, wenn ich die bilder hochlade, sind die gleich im Text, aber so einfach geht es leider doch nicht.
    Arbeite noch am Layout!

  • Weina

    Trotz der wenigen Bilder ein sehr unterhaltsamer Bericht von dir. Teile deiner Reise glichen sich mit unserer eigenen 2010, so konnte ich deine Schilderungen gut nachvollziehen...
    mfg Weina

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte 4.00 3

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