Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte

Reisebericht

Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte

Reisebericht: Kulturelle, historische Stätten im Reich der Mitte

Während eines Auslandsaufenthaltes in Hong Kong habe ich Reisen nach China unternommen, insgesamt knapp 7 Wochen.
Ziel: verschiedene Ecken des Landes sehen, günstig unter Einheimischen reisen
Ergebnis: eine Abenteuerreise auf eigene Faust zu wunderschönen Landschaften eines faszinierenden Landes
Erster Teil: Städte-und Kultur-Reise: HK - Chongqing - Yangtze - Yichang - Xi'An - Peking - HK

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Yichang - Fahrt nach Xi'An

Nach einer kühlen Dusche und einer erholsamen Nacht verließen wir früh das Hotel. Die Amerikanerin fuhr mit ihrem Sohn im Hydrofoil zurück nach Chongqing. So hatte ich also ab 7Uhr morgens einen freien Tag in Yichang.
Den Vormittag verbrachte ich im Internet-Kabuff nebenan. 1,-Euro für 4 Stunden Internet, es kann so billig sein. Allerdings war die Verbindung dank des Erdbebens am 2. Weihnachtstag vor Taiwan seeehr langsam wie schon in Hong Kong.
Mittags wurde es dann Zeit, dass ich wenigstens noch ein paar Stunden etwas von Yichang sah. Leider bemerkte ich bei meinem Aufbruch, dass ich meine Jacke nicht mehr schließen konnte, der Reisverschluss gab seinen Geist auf. Da ich mir aber nicht schon wieder eine neue Jacke kaufen wollte, band ich mir meinen Schal wie ein Gürtel um den Bauch, schloss die Knöpfe oben und unten, und so war ich trotzdem warm eingepackt.
Also machte ich einen Spaziergang zur Kirche der Stadt, ein Überbleibsel der Kolonialzeit, und dann runter zum Yangtze. Auf dem Weg dorthin lief ich durch einen Park, in dem so etwas wie ein Freizeitpark aufgebaut war, mit Schießbuden, Spielparadiesen, Achterbahnen und vielen anderen Attraktionen. Die neuste Freizeitspiel-Entdeckung meinerseits waren große Luftballons, in die kleine Kinder krabbeln konnten, um dann auf dem See zu planschen. Ich war mir nicht sicher, ob die Erwachsenen am Rande mehr Spaß hatten, als die Kinder alle paar Sekunden hinfielen und nicht wirklich glücklich aussahen.
Nach einer kurzen Pause am Yangtze River und einer heißen Schokolade im Beamer Café ging ich zum Bahnhof.
Vor jeder Zugfahrt muss man in China wie am Flughafen sein Gepäck durchleuchten lassen und darf die Bahnhofshalle nur mit gültigem Ticket betreten. Doch diesmal durfte ich mein Messer mitnehmen - eine Gepäckaufnahme gab es nicht.
Ab zum richtigen 'Gate', und weiter zum Gleis.
Kaum zu glauben, dort stand eine Modelleisenbahn, im Großformat versteht sich: ein uriger, grüner Zug. Wie niedlich!
Im richtigen Abteil eingecheckt fand ich schnell mein Bett: ganz oben von drei Stockwerken, dies ist die günstigste Variante, und nun weiß ich auch warum: das ist echt hoch, man klebt fast unter der Decke. Zu Beginn saß ich noch am Fenster und schaute mir die Landschaft an, während die anderen Mitfahrer sich auf ihre Instant-Nudel-Suppen stürzten. Da ich diese Art von Essen nach drei Tagen Fertignahrung nicht mehr sehen konnte, gab ich mich mit Apfel, Kräckern und Chips zufrieden.
Als es dann dunkel draußen wurde, zog ich es vor Schlafen zu gehen, um mal wieder ausgiebig zu schlafen.
Allerdings blieb das ein Wunschtraum: zum Schutz aller lasse ich den Rest der Nacht lieber aus meinen Erzählungen aus, denn ich muss die nicht noch einmal durchleben. Nur soviel, ich habe meinen Mageninhalt in mehreren Anläufen komplett entleert und auch ein Schluck Wasser wollte mein Magen nicht mehr aufnehmen, ein wenig geschlafen habe ich zwar hin und wieder, doch ich war ziemlich fertig als ich um etwa 9:30 am nächsten Morgen in Xi’an ankam.
Ob es an der Umstellung auf echtes chinesisches Essen lag, die ungewohnten kalten Temperaturen mit der Erkältung oder an der rütteligen Fahrt im Schlaf sagt, kann ich nicht sagen, doch es sei geraten, Vorsicht bei der Essenswahl walten zu lassen!



Xi'An - Hauptstadt der Geschichte

Chinesisches Stadtviertel in Xi'An

Keine Bildinformationen verfügbar

Kaum angekommen, und ins Freie getreten, war ich froh frische Luft zu atmen, soweit die in Xi’an frisch ist. Ich hatte das Gefühl ich könnte die Abgase und den Smog schmecken.
Etwas übermüdet und schwach wollte ich erstmal meine bereits ausgesuchte Hostel aus dem Reiseführer aufsuchen. Also ab zu den Bushaltestellen.
Auf dem Weg dorthin über den Bahnhofsvorplatz wurde ich von einem netten Englisch sprechenden Chinesen in Xi’an willkommen geheißen.
Auf die Frage, ob ich schon ein Hotel gebucht hätte, erklärte ich bereits eine Hostel ausgesucht zu haben - und schon hatte ich einen Flyer ‚meiner’ Hostel (Zweigstelle des Shuyuan International Youth Hostel beim Glockenturm) unter der Nase und kam so zu einem zufälligen, kostenlosen Abholservice.
Im Auto begleitete mich eine Chinesin, die für den Check-In zuständig ist. Nach kurzer Zusammenfassung meiner bisherigen Chinaerfahrungen trug sie mir meinen Rucksack bis ins Zimmer. Für den ersten Tag und Nacht leistete ich mir ein eigenes Doppelzimmer für 12,-€, so hatte ich meine Ruhe.
Zuerst jedoch wurde ich in den mit einem Ofen beheizten, gemütlichen Aufenthaltsraum mit integriertem Restaurant geführt, wo ich gleich einen Begrüßungstee bekam. Dieser bekam mir erstaunlicherweise sehr gut. In dem Restaurant gab es allerlei kleine Snacks, Cocktails und westliches Essen.
Außerdem lebten zwei kleine Golden Retriever, oder so in der Art, dort in der Hostel. Einmal durch das weiche Welpenfell geknuddelt und mit ihnen auf dem Fußboden herumgetollt, schon ging es mir viel besser.
Den ersten Mittag und Nachmittag verbrachte ich im Bett verbracht, abwechselnd schlafend und chinesische Cartoons schauend.
Gegen 5Uhr nachmittags habe ich mich dann aufgerafft, um die nähere Umgebung zu erkunden. Die Hostel lag sehr zentral im Stadtzentrum. Also machte ich mich erstmal auf zum Glockenturm. Kurz besichtigt und dann wieder zurück zur Hostel, vorbei am Trommelturm.
Nach einer warmen Dusche, die erste seit Beginn meiner Reise, ging es ab ins Bett zu einem wundervollen Gesundheits-Erholungsschlaf.



Terra Cotta Warriors ole!

Gut ausgeschlafen voller Tatendrang meldete ich mich am nächsten Morgen zur von der Hostel organisierten Terra-Cotta-Warrior Tour an, die eine halbe Stunde später losging.
Die Fahrt dorthin dauerte etwa 1.5h und so bekamen wir erstmal eine kleine Stadtrundfahrt, z.B. vorbei an der kleinen Wildganspagoda, der Bibliothek und der Universität.
Die Gruben und die angeschlossenen Ausstellungen konnten wir im Alleingang erkunden. Nachdem beeindruckenden ersten Anblick der ersten Grube sind die beiden zwei kleinere Gruben, die fast leer wirkten, relativ enttäuschend.
So waren die 2h ausreichend, wenn auch die zusätzliche Ausstellung recht kurz bei mir kam.
Anschließend ging es zum Mittagessen, einem typischen chinesischem Essen – köstlich. Mit den anderen Ausländern, einem Schweizer, einer Mutter und ihrer Tochter aus Neuseeland, einem Franzosen und Kanadier war es lustig. So stellten wir fest, dass wohl wahrscheinlich kein Ausländer eine richtige Leidenschaft für chinesische Suppen entwickeln kann. Dieses wirklich gute Essen bekam mir sehr gut und war stärkend zugleich.
Auf der Heimfahrt ging es noch kurz zum Lintong Museum, in dem viele ältere Töpfereiprodukte und auch der ein oder andere Krieger ausgestellt waren - man hätte es sich sparen können, doch es war im Programm mit enthalten.
Zurück in der Hostel zog ich in ein Dormbett um. Nach einer kurzen Rast zog ich los mit dem Bus zum Bahnhof, um mir ein Zugticket nach Peking zu kaufen. Mit einigen chinesischen Brocken (Wo yau … yi piao … Beijing … mingtian) und mithilfe eines kleinen Zettels von der Hostel mit ausgesuchten Zugnummern erhielt ich kurze Zeit später, wenn auch für einen anderen, aber zeitlich besseren Zug, das mittlere Bett im Hardsleeper Abteil. War ich stolz! Mein erstes, alleingekauftes Ticket!
Auf dem Heimweg erkundete ich noch kurz das moslemische Viertel. Dort gibt es viele, viele kleine Souvenirläden, einen Markt und unglaubliche viele verschiedene Stände. Der Geruch war einmalig, wenn auch nicht immer wohltuend.
Meine Experimentierfreude hielt sich in Grenzen, so gab es French Fries und ein Softeis, worauf ich gerade Lust hatte, obwohl mir westliches Fast Food bis zum Hals stand.
Am Abend saß ich noch einige Zeit mit der Neuseeländerin, dem Schweizer und einem Australier in der Bar und konnte wieder verschiedensten Geschichten lauschen und Erfahrungen austauschen. So waren wir uns einig: Fast Food isst man immer dann, wenn man sicher sein möchte, wie das Essen schmeckt, dass man bekommt, und sei es auch nicht besonders lecker. Der Australier war seid knapp 3 Wochen in China unterwegs und hatte bereits 18 verschiedene Nudelsuppen verspeist.



Rent a bike - have fun!

Fahrradtour auf der Stadtmauer

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Am nächsten Morgen stand ich in aller Ruhe auf, genoss einen Obstsalat verziert mit Tomaten (gehört wohl dazu) und entschloss mich, die Stadtmauer zu erkunden.
Zu Fuß ging es zum Südtor. Zuerst schlenderte ich durch die Ancient Street, wo man versucht, das historische Erbe der Stadt zu erhalten. Oben auf der Mauer habe ich mir ein Fahrrad gemietet. So konnte ich für 2,-Euro 100 Minuten die Stadt von oben entdecken. Mit großer Freude beobachtete ich die Leute beim Drachensteigen oder bei einem Samstagnachmittagspaziergang entlang der Stadtmauer.
Es hat riesig viel Spaß gemacht, solche Sachen wie Fahrradfahren vermisst man mehr als man glaubt. So habe ich mir dafür mehr Zeit genommen und die Große Wildganspagoda musste auf einen Besuch von mir verzichten.
Doch ich kaufte viele Postkarten, die das ein oder andere nicht life-gesehende Bauwerk ersetzen - es gibt davon in Xi'An einfach zu viele für einen Kurzaufenthalt.
Zurück in der Hostel hatte ich noch ein wenig Zeit zum Relaxen und Emails schreiben, bevor es dann wieder zum Bahnhof ging.
Mit einem mulmigen Gefühl bestieg ich den Zug, doch alle Sorgen umsonst, es war eine sehr erholsame, gut durchschlafene Nacht.
Ich war wieder auf Tour, mit dem Zug nach Peking …. auf in ein neues Abenteuer!


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Kommentare

  • winni

    Ein spannender Reisebericht, aber es fehlen auch Fotos. Ich würde den Bericht in mehrere Seiten aufteilen und besser auch in mehreren Abschnitten. Er wirkt jetzt etwas unübersichtlich. Auch würde ich noch mehr Stichwörter eingeben. Wenn man was suchen möchte, ist es so schlecht. Vielleicht änderst du noch einiges. vg winni

  • SvenniHK

    Danke, habe noch einige Probleme mit der schönen Erstellung.
    Hatte gedacht, wenn ich die bilder hochlade, sind die gleich im Text, aber so einfach geht es leider doch nicht.
    Arbeite noch am Layout!

  • Weina

    Trotz der wenigen Bilder ein sehr unterhaltsamer Bericht von dir. Teile deiner Reise glichen sich mit unserer eigenen 2010, so konnte ich deine Schilderungen gut nachvollziehen...
    mfg Weina

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