Reisebericht

Reisebericht: Wo die Wolken aufhör'n und das Land beginnt

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26.07.2009

Ankunft auf Spitzbergen

Svalbard wird zwar von Norwegen verwaltet, liegt aber wesentlich weiter von Oslo entfernt als Frankfurt. Erst nach knapp vier Stunden Flug taucht das Flugzeug durch die Wolkendecke und wir sehen zum ersten Mal die Berge der Hauptinsel Spitzbergen, schneebedeckt mit nur wenig strahlenförmigen schwarzen Streifen. In Küstennähe malen Flussläufe Fadenspiele in grellgrüne Deltas hinein.



 
 
 
 
 

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Draußen vor dem Flughafen wartet der Bus, der uns zum Hafen bringt. Da liegt es vor uns, unser Schicksal für die nächsten zwei Wochen, ungefähr 50 m vom Ufer entfernt. Und wirkt winzig. Ob wir auf diese Nußschale wirklich mit allen dreißig Mitreisenden drauf passen?



Longyearbyen

Bis wir uns das näher ansehen können, wird noch ein bisschen Zeit vergehen. Nur die Koffer setzen in einem Dingy über. Uns bleiben jetzt geschlagene viereinhalb Stunden für die Inselhauptstadt Longyearbyen. Eine Hauptstadt in Dorfgrösse mit viele bunt angemalten Häuser, neben denen Schneescooter stehen. Schnee ist aber weit und breit nicht zu sehen, sieht man von den Berggipfeln ab. Und es ist kaum jemand auf der Straße. Sonntagnachmittag. Ob die gerade alle Kaffee trinken? Oder Tee?
Küstenseeschwalben kreisen laut schreiend über den Kiesfeldern am Straßenrand und greifen an, wenn man ihren Nestern zu nahe kommt. Auf den Wiesen zwischen den bunten Häusern blühen weiße Wattebäusche, Wollgras genannt.
Oben, von der Kirche aus, wirkt die Antigua noch kleiner.



 
 
 
 
 

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Svalbardmuseum

Das Svalbardmuseum befindet sich im großen braunen Gebäude des Svalbard Science Centers am Ende des Hafens nicht weit vom Stadtkern von Longyearbyen, der Hauptstadt von Spitzbergen. Hier findet man eine Ausstellung über die Entdecker der Arktis, das Leben der Walfänger im achtzehnten Jahrhundert, die Landschaft und die Tiere die hier leben und nicht zuletzt über die Forschung, mehr

Persönliche Meinung von windweit:
Frisch angekommen aus dem sommerlichen Frankfurt war das Svalbard Science Center erst einmal eine willkommene Gelegenheit, sich aufzuwärmen. Also Schuhe ausziehen und ins Regal stellen und ein bisschen stöbern. Und Postkarten kaufen, denn die Gelegenheit gibt es in den nächsten Tagen nicht mehr. Dann entdeckten wir den Eingang zum Museum. 75 Kronen kostet der Eintritt. Drinnen mehr



Wir gehen an Bord

Gegen halb sieben sind Kathrin, Elfi und ich unten am Hafen und treffen im Windschatten einer Lagerhalle auf einen kleinen Kreis unserer Mitreisenden. Um sieben haben sich dann auch die Übrigen versammelt. Selbst die beiden Ehepaare, die in Longyearbyen übernachtet haben, haben uns und das Schiff gefunden, was angesichts der Ausdehnung des Hafens über Kilometer entlang des Adventsdalen gar nicht so einfach ist.
Der Kapitän kommt persönlich mit dem größeren der beiden Dingies und teilt die Schwimmwesten aus. Oh, oh, unförmige Teile, riesig im Vergleich zu denen, die Kathrin und ich aus der Antarktis kennen. Sie bestehen im Prinzip aus zwei schwimmfähigen Blöcken, die in wasserfesten orangenen Stoff gehüllt sind und mit einem schwarzen Gurt um den Rücken herum festgezurrt werden. Dazwischen klemmt der Kopf.
Besonders groß ist das Deck der Antigua wirklich nicht, aber ich denke, es wird reichen für die nächsten zwei Wochen.
Elfi schläft in "Barbados" und teilt ihre Kabine mit Lilian aus der Schweiz. Kathrins und meine Kabine heißt "Anguella" nach einer anderen Karibikinsel. Karibik in der Arktis. Die Kabinen an Bord sind winzig, aber jede hat ihr eigenes Bad.




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Kommentare
  • RdF54 02.12.2009 | 10:01 Uhr

    Also Gabi, einfach eine tolle Reise mitreißend berichtet und durch eindrucksvolle Fotos unterstrichen!
    Es ist zwar nicht so ganz meine Gegend, aber ich habe Deinen sehr ausführlichen Bericht sehr gerne gelesen und mich als Passagier des Seglers gefühlt!

    LG Robert

  • mamaildi 02.12.2009 | 13:48 Uhr

    An einer Stelle im Bericht hast du geschrieben: "Wir haben viel Zeit." Das ist unschätzbar in unserem Zeitalter der eiligen Reisen und spiegelt sich in deinem Bericht ständig wider. Mir kommt es vor, als hättet ihr völlig entschleunigt, wozu sicher auch das Segelschiff beigetragen hat, und es war ein Genuss für mich, auf 16 Seiten in aller Gemächlichkeit und Genauigkeit mitzureisen. Zusammen mit den wunderbaren Bildern ein Nericht der Spitzenklasse!

  • Schoena 03.12.2009 | 13:35 Uhr

    Eine tolle Reise und ein sehr gut geschriebener Bericht, der uns hautnah an dieser einmaligen Reise teilhaben lässt. Da wäre ich gern dabei gewesen. Über Deine Beschreibung zu den Schwimmwesten musste ich herzlich lachen. Die Dinger sind wirklich fürchterlich. Deine Bilder lassen das Erlebte noch lebendiger werden und manche Erinnerung wurde wach.

  • freeneck-farmer 04.12.2009 | 20:42 Uhr

    Sehr gut geschrieben und tolle Bilder. Vielleicht muss man selbst in diese Gegend gewesen sein um zu wissen wie schwierig es ist solche Bilder zu machen.
    Vielleicht mache ich noch mal eine Reise nach Svalbard, aber dann auch mit ein Segelboot.



  • Claus_Wagner 06.12.2009 | 09:41 Uhr

    Hallo Gabi,
    Du hast eine fantastische Reise erlebt. Und Du lässt uns auf eine wunderbare Weise an dieser Reise teilhaben. Dazu hast Du teilweise wunderbare Fotos beigefügt. Ja, das Wetter. Trotzdem kommen Deine Eindrücke gut rüber. Danke fürs "dabeisein" können!
    gruß
    Claus

  • windweit 06.12.2009 | 11:02 Uhr

    Zuerst einmal VIELEN herzlichen Dank für Eure Kommentare und die guten Bewertungen :-)
    @mamaildi, Du hast recht, wir waren wirklich ziemlich entspannt und darauf hast erst Du mich aufmerksam gemacht. In die Erinnerung drängen sich halt die ereignisreicheren Teile der Reise.
    @Schoena, zu den Schwimmwesten: Wie ich aus der Antarktis und von den Schwimmwesten der Guides in Spitzbergen weiß, gibt es auch Modelle, in denen man wesentlich beweglicher ist. Eine Freundin hat mir den Tipp gegeben, ggf. selber eine zu kaufen, die sind anscheinend gar nicht so teuer. Leider habe ich keine Ahnung, welche Kriterien man anlegen muss, um die richtige für so eine Reise zu bekommen. Vielleicht schaut ja hier irgendwann mal jemand vorbei, der dazu etwas sagen kann und es gleich in einen Tipp packt.
    @Claus, mich hat das neblige Wetter nach einiger Zeit nicht mehr gestört, es ist wohl auch nicht unüblich für den Sommer in Spitzbergen. Und man sagt ja auch, eigentlich kommen die Farben einer Landschaft in strahlendem Sonnenschein (der hier sogar um Mitternacht herrschen kann) gar nicht so heraus.
    Viele Grüsse,
    Gabi

  • desertflower 29.12.2009 | 16:23 Uhr

    Danke für diesen wunderbaren, stimmungsvollen Bericht, der die Liste meiner Wunsch- Reiseziele noch einmal verlängert.
    LG desertflower

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  • harley_flanigen 07.03.2010 | 09:20 Uhr

    Sagenhaft geschrieben, liest sich wie ein Spannender Roman, Du solltest Schriftstellerin werden :-)
    LG
    Claudia

  • brandriba 18.03.2010 | 16:37 Uhr

    Hallo Gabi, bin sehr gerne mitgesegelt in deinem tollen Reisebericht. Als ganz grosser Bären-Fan hat mich Eure Begegnung mit den Weissen Riesen begeistert, die Variante Ursus Arctos fehlt uns noch in der Reihe der Begegnungen. Meine nicht ganz Seefeste Süsse müsste ich noch überzeugen, dann wäre dies auch ein Trip nach meinem Geschmack, da kann ich michder Aussage von desertflower nur anschliessen! Danke fürs "Mitreisendürfen" LG DAni

  • Zinni 02.04.2010 | 11:15 Uhr

    Eine toll geschriebener Bericht über ein wunderschöne Reise!

    Da ich den Norden liebe gerade für mich ein super Bericht.

  • Blula 13.06.2010 | 11:00 Uhr

    Liebe Gabi!
    Ich gebe zu, dass es mich mehr in den Süden zieht. Aber Deinen wundervollen Bericht hier zu lesen... das war schon was ganz Besonderes. Hat mir viel gegeben, auch das Betrachten Deiner einzigartigen Fotografien. Vielen Dank!
    LG Ursula

  • Clickpix 31.08.2010 | 15:30 Uhr

    Hallo!
    Toller Reisebericht! Ich bin nächstes Jahr im März, also im "Winter" auf Svalbard. Bin schon gespannt was mich erwartet! Da werden dann mit Sicherheit die Schneemobile, welche bei dir "auf dem trockenen" gestanden sind, zum Einsatz kommen! :)
    Grüsse,
    Torsten

  • Raudi 21.11.2010 | 10:50 Uhr

    Selten habe ich einen Reisebericht gelesen der so gut geschrieben wurde wie deiner !Eine Traumreise mit Traumhaften Fotos ! Das macht Lust auf mehr !

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