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Reisebericht: Turkmenistan - Wo die Seidenstraße die Wüste kreuzte
Turkmenistan Teil 1
Dieser Bericht möchte ein wenig mit einem Land vertraut machen, das relativ abseits der ausgetretenen Touristenpfade liegt, aber mit Weltkulturerbe-Schätzen und einer skurrilen Hauptstadt aufwarten kann.
Teil 2: "Ashgabat: Cäsarenwahn in der Wüste"
Um das Mausoleum fallen uns einige knorrige Baumstämme auf, die über und über mit bunten und weißen Stofffetzen behängt sind. Alexander weiß natürlich des Rätsels Lösung. Es sind Saksaulbäume, die mit ihren bis zu 18 Meter langen Wurzeln als einzige Bäume in der Wüste überleben können. Für die Menschen sind sie "Wunschbäume". Glücksuchende hängen diese Bänder an Äste und Stämme, um in erster Linie ihrem Wunsch nach Kindern Ausdruck - und vielleicht auch ein wenig Nachdruck! - zu verleihen. Weiße Bänder stehen für den Wunsch nach Jungen, bunte für Mädchen. Eigentlich erstaunlich, wenn man sieht, wie bunt die Stämme erscheinen. Doch wahrscheinlich ist das nur eine Täuschung...
Die kleinen Ziegelpyramiden auf dem nackten Boden wurden von Pilgern aufgestellt. Auch in ihnen sind irgendwelche Wünsche verborgen.
Irgendjemand hatte wohl zu den Stofffetzen allein nicht das vollste Vertrauen: An einem Bändel schaukelt eine kleine offene Wiege mit Kind heftig im Wind hin und her. Das erwünschte Geschlecht lässt sich allerdings schlecht ausmachen...
Schließlich erreichen wir eine Stelle, wo alles geordnet, zivilisiert erscheint. Großer, gepflasterter Parkplatz, verschiedene, offensichtlich neue Ziegelbauten, eine von Blumenbeeten gesäumte Promenade, eine ebenfalls recht neu wirkende Moschee, daneben ein Mausoleum. Wir befinden uns in einem "Mini-Lourdes" oder dem "Altötting Turkmenistans". Es ist der Ort, wo Scheich Jusuf Hamedani ruht, geboren in Buchara, gestorben im Jahre 1140. Die Turkmenen nennen ihn "Lehrer aller Lehrer", denn er unterrichtete den berühmten Scheich Ahmed Yesevi, den bedeutendsten Poeten des Landes. Als Vertreter des Sufismus übte Yesevi einen großen Einfluss auf die türkische Literatur und den türkischen Mystizismus aus.
Mit der Restaurierung und Neugestaltung des Pilgerkomplexes drückte die Türkei ihre besondere Dankbarkeit gegenüber diesem Turkmenen aus.
(Anm.: Unter Sufismus versteht man Strömungen im Islam, die durch asketische und spirituelle Orientierung geprägt sind. Seine Anhänger werden "Sufis" oder "Derwische" genannt.)
Ausgelegt für viele hundert Pilger, verlieren sich derer heute leider nur wenige an dem Wallfahrtsort. Einige buntgekleidete Frauen schreiten würdevoll auf das Mausoleum zu. Eine Gruppe ist besonders farbenfroh. Bereitwillig, wenn auch etwas schüchtern, bleiben sie für ein Foto stehen. An ihrer Kleidung erkennt Alexander, dass sie Beludschen sind, also einer in Turkmenistan lebenden afghanischen Minderheit angehören.
Wir werfen einen Blick in die Großküche, wo sich die Pilger ihr Essen selber zubereiten können, und in den langen Speisesaal. Er ist mit Teppichen ausgelegt, auf denen die Pilger an nur ca. 30 cm hohen, langen Tischreihen Platz nehmen können. An der Stirnwand darf natürlich ein Portrait des betenden "Neuen" nicht fehlen...
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Lieber Hartmut, mit großem Interesse habe ich deinen wieder interessanten Bericht gelesen. Über ein Land, das mir völlig fremd ist. Aber trotzdem neugierig macht. Du hast in deinem ausführlichen Bericht das Land sehr gut beschrieben, ob politisch oder geschichtlich. Von mir bekommst du fünf Punkte für diesen klasse Beitrag. lg Romy
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Ein spannender Bericht gespickt mit interessanten Fotos!
Gruß Astrid -
Toller Bericht mit vielen klasse Fotos.
Respekt!
Nette Grüße von Josef -
Hallo Hartmut!
Herzlichen Dank, dass Du Dich doch aufgerafft hast, diesen Bericht zu schreiben! Über Turkmenistan findet man ja nicht allzu viel, so ist jeder Beitrag über dieses Land eine Bereicherung. Und Deine Beiträge sind sowieso immer ein Genuss, vollgepackt mit Informationen, aber auch mit viel Humor. Auch Deine Fotos sind wieder einmal spitzenklasse!
LG Susi -
Es ist mir eine große Genugtuung, Eure positiven Rückmeldungen zu erhalten. Sind sie doch eine Belohnung für die unzweifelhaft mit der Erstellung eines Berichtes verbundenen Mühen. Aber die Mühe hilft auch, das Erlebte im Nachhinein nach ein wenig Abstand zu vertiefen. Ich muss gestehen, nach den unendlich vielen neuen Eindrücken - davor lagen ja schon 8 Tage Usbekistan - ist mit der nachträglichen Beschäftigung mehr Ordnung in meinen Kopf gekommen.
!000 Dank und liebe Grüße an Euch alle!
Hartmut -
Es war sehr interessant, mit Dir in diese relativ unbekannte Gegend zu reisen. Hab viel gelernt. Welche Sprache sprechen die Leute? Kann man sich mit Russisch verständigen?
LG Friederike -
Seit ihrer Unabhängigkeit 1991 haben sowohl Usbekistan als auch Turkmenistan ihre uralten eigenen Sprachen wieder zu ihren Nationalsprachen erhoben. Russisch wird ebenfalls noch gesprochen, entweder von vielen in diesen Ländern (noch) lebenden Muttersprachlern oder als lingua franca, d.h. als Verkehrssprache, insbesondere in Hotels, auf den Flughäfen, in Banken. Auf einer geführten Reise kommt man allerdings kaum in die Verlegenheit, seine - mehr oder minder guten - Russischkenntnisse zu bemühen. Beide Länder haben übrigens auch die kyrillische Schrift durch die lateinische ersetzt.
Vielen Dank für Dein Interesse und liebe Grüße!
Hartmut
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Bin nach Abfahren der Seidenstrasse von Ost nach West auch gerade aus Turkmenistan zurückgekehrt. Ein merkmürdiges Land. Sehr schöner Reisebericht, der genau die Stationen beschreibt, die ich auch abgefahren bin.
Neben der Einreise von Usbekistan nach Turkmenistan, haben wir während der Reise noch einige weitere Absurditäten in dem Land erlebt, die fast unvorstellbar waren und mit den politischen Verhältnissen zusammen hängen. Seitdem heißt das Land bei mir Absurdistan. Ich habe trotzdem wunderschöne Bilder machen können. Wen diese Erlebnisse und die Bilder interessieren oder das Land mal bereisen möchte, kann sich gerne mal bei mir melden.
Gruß Tucanos -
@tucanos: Danke für Dein Interesse und Deine Einschätzung des Berichts. Zur Abrundung und zur weiteren Abgleichung mit Deinen Eindrücken, erinnere ich Dich an meinen zweiten Bericht mit dem Titel:"Ashgabat: Cäsarenwahn in der Wüste". Vielleicht kannst Du ja auch dem dort Gesagten und Beschriebenen zustimmen.LG Hartmut
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Hallo Hartmut,
möchtest Du ein paar Bilder von meiner Reise in Turkmenistan (Absurdistan) sehen, schau mal bei www.tucanos.de hinein. Viele Grüße Ekkehard -
Ich kann nur sagen/schreiben: GEO RC bildet
und wie.
Danke dir fürs mitnehmen! Ich kann mich Romy s.o. anschließen.
LG Moni
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Herzlichen Dank, liebe Moni!
LG Hartmut -
Hallo Hartmut,
dein detailreicher und ausführlicher Bericht mit deinen sehr gut gemachten Bildern hat mir ausgesprochen gut gefallen und meinen Wusch, dieses Land sowie Usbekistan zu besuchen, noch bestärkt. Nur traue ich mir nicht zu, dies allein zu schaffen, zumal meine Frau kein Interesse hat an der Seidenstrasse. Hast du eine Empfehlung für mich, welchen Reiseveranstalter ich für eine ca. 4-5 wöchige Tour ansprechen könnte?
LG
Martin -
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Hallo Martin,
herzlichen Dank für dein Interesse und die positive Beurteilung meines Berichts; ein zweiter existiert über Turkmenistans Hauptstadt Ashgabat; den solltest du dir auch noch zu Gemüte führen. Ich war lediglich 16 Tage unterwegs. Für Usbekistan und Turkmenistan war das ausreichend. Meinen Veranstalter Chili-Reisen kann ich dir sehr empfehlen. Es sind bei denen fast ausschließlich Kleingruppen unter 10 Personen. Gute guides vor Ort.
LG Hartmut -
Heute Bericht des Tages!!
Stimmt, Hartmuts Berichte in Text und Bild sind immerwieder ein Genuß!
Ein Dank in die Redaktion von mir.
LG Moni -
Von mir ein dickes Dankeschön an dich, liebe Moni, und natürlich auch einen Dank an die Redaktion für die Wahl. Die "Belohnung" tut immer wieder gut.
LG Hartmut
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