Reisebericht

Reisebericht: A long and winding road: Seidenstrasse, 10. Juli bis 5. August 2007

Reisebericht: A long and winding road: Seidenstrasse, 10. Juli bis 5. August 2007

Vier Wochen durch Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und China
(neue Fassung vom 16.2.2009)

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14.7.
Weiterfahrt Richtung Buchara, erst ist die Landschaft noch grün, dann kommt die Wüste Kisilkum. Sand, Dornengestrüpp, ab und zu ein Telefonturm, rechts von uns der Amu Darja, der hier noch breit ist und Wasser führt. Den Aralsee wird er nicht mehr erreichen.
Irgendwann fängt die Oase Buchara an, nach den wenigen Ziegen und Schafen in der Wüste jetzt wieder saftiges Grün, die unvermeidliche wasserschluckende Baumwolle, Kühe, Reis. Ankunft im wunderbaren Hotel Malika (ehemaliges GTZ-Projekt) gegen 16 Uhr, schon am Abend Rundgang durch die Altstadt: noch schönere und prächtigere Moscheen und Medresen und ein riesiges Minarett mit Ziegelmuster. Abendessen am Wasserbecken des Labe Hausz, auch viele Einheimische sitzen hier und genießen die Frische.

15.7.
Stadtführung mit Bashorat, einer Deutschlehrerin, die auch die Lehrbücher für den Deutschunterricht verfaßt. Wir sehen alles, was sehenwert ist (auch hier verweise ich auf die entsprechenden Reiseführer) und kaufen die ersten Stoffe mit dem usbekischen Flammenmuster. Am Abend eine wirklich schöne Aufführung des Puppentheaters, das auf dem Eiwan (Vorhalle) einer ehemaligen Moschee die Geschichte einer Hochzeit spielt. Wir sind etwa zehn Zuschauer - und fast genausoviele Puppen- und Schauspieler. Ich überlege, wie all diese Leute von unseren wenigen Eintrittsgeldern leben können.



 
 
 
 
 

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16.7.
Noch ein Tag Buchara. Ich verzichte auf die Fahrt zum Sommerpalast und gehe auf eigene Faust los. Fahre im Volkspark mit einem abenteuerlichen Riesenrad, gehe über den Basar zurück zu der großartigen Moschee mit dem Teich und dem schönen Eiwan gegenüber der Festung. Die Festung sehe ich mir auch an, wobei ich die Gebäude gar nicht so spannend finde, sondern eher die kleinen Heimatmuseen, die darin versteckt sind. Feld und Flur im Wechsel der Jahreszeiten, eingelegte Skorpione. Später noch ein Spaziergang mit K. zum russischen Kaufmannshaus, wo wir zwei deutschen Frauen am Nachmittag die einzigen Besucher sind und uns mit Trachten fürs Foto verkleiden. Immer wieder beeindruckend: die handgeschriebenen Eintrittskarten, die bei fast allen Sehenswürdigkeiten von der Einlaßdame ausgefertigt werden. Und noch beeindruckender: die zinnenen Dachrinnen und -träufe, die mit den schönsten gehämmerten Verzierungen überall zu finden sind.



 
 
 
 
 

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17.7.
Seit gestern habe ich heftige Magen-/Darmprobleme. Nach dem Frühstück, das ich nicht bei mir behalte, muß der Arzt kommen. Dr. Otabeg gibt mir eine Spritze und hängt mich an den Tropf. Während der Zeit, in der er an meinem Krankenbett ist, klingelt sein Handy etwa fünf Mal und er schreibt eine Warteliste: auch andere Touristen haben dieselben Probleme wie ich.
Eine Stunde später bin ich soweit stabilisiert, daß ich die Weiterfahrt Richtung Samarkand angehen kann. Die anderen machen verschiedene Besichtigungen, ich bleibe im Bus. Mittagessen bei einer usbekischen Bauernfamilie in der Nähe von Nurota , die sich durch die Bewirtung etwas dazuverdient. Es geht mir immer noch schlecht, und ich möchte heute gern hierbleiben und nicht wie im Reiseverlauf geplant in einem Jurtencamp übernachten. Unsere Reisebegleiterin organisiert das: ich bekomme eine Matratze ins Präsentierzimmer der Familie gelegt und werde von der Großmutter mit Tee und Brot versorgt. Den Wasserreis bekomme ich nicht runter. Ich verdöse den Nachmittag und die Nacht.



 
 
 
 
 

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18.7.
Am Morgen geht es mir viel besser. Ich frühstücke Tee und trockenes Brot mit Salz vor dem Fernseher in der Küche. Es läuft Werbung für örtliche Unternehmen und Läden. Die Unterhaltung mit der Großmutter ist schwierig, aber irgendwann kommt ihre Tochter - sie spricht etwas Englisch. Ich werde ihr Fotos schicken. Und gebe der Großmutter ein paar Dollar für die Übenachtung. Sie will sie nicht annehmen, aber als ich auf das Enkelkind deute, versteht sie, daß sie das Geld für das Kind brauchen kann.
Mittags kommen die anderen von der Jurtenübernachtung zurück und holen mich ab.




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Kommentare
  • windweit 30.12.2007 | 22:37 Uhr

    Hallo Kazzie, schöner Bericht in seiner relativen Kürze. Die Seidenstrasse ist eines meiner nächsten Traumziele, wenn ich auch noch nicht weiß wann. War Deine Reise eigentlich organisiert? Kannst Du mir einen Veranstalter empfehlen?
    Noch ein kleiner Wunsch: wenn die Bilder zwischen den Texten angeordnet wären, würde der Bericht vielleicht noch anschaulicher.
    Ein gutes neues Jahr!
    Gabi

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