Indien – Durch Rajasthan nach Mumbai

Reisebericht

Indien – Durch Rajasthan nach Mumbai

Reisebericht: Indien – Durch Rajasthan nach Mumbai

Es standen uns nur 3 Wochen Zeit für den Norden Indiens zur Verfügung, wir hatten uns deshalb auf Delhi, Agra und die Haupt-Sehenswürdigkeiten Radjasthans beschränkt, zumal wir noch die letzten Tage ans (ferne) Meer wollten. Der Rückflug war dann ab Mumbai gebucht. Angesichts der riesigen Entfernungen blieb uns wirklich nur Zeit für die Highlights, aber diese waren dann wirklich große Erlebnisse!

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Diu – Indien einmal anders

Plauderstündchen

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Wenn nicht die bunten Saris der Frauen wären, könnte man glauben, sich in einem anderen Land als Indien zu befinden, Zu stark sind hier die Gegensätze zu den vorher durchreisten Gebieten:
• Die Verkäufer in den Geschäften erinnern an deutsches Kaufhauspersonal mit der Absicht, nicht unbedingt Umsatz machen zu wollen, sondern lieber den zwischenmenschlichen Erfahrungsaustausch zu pflegen.
• Den TukTuk-Fahrer geht es offenbar gut, sie haben feste Preise zu allen Punkten der Insel, sie halten sich angeblich daran und haben es nicht nötig, mit mehr oder weniger aggressiven Methoden um Fahrgäste zu buhlen.
• Feilschen führt i.d.R. auch zu nichts, die Flasche Wasser der Marke XY kostet überall das Gleiche.
• Schnapsläden und Bars gibt es in Hülle und Fülle, sie sind bereits morgens kurz nach Öffnung von Einheimischen gut frequentiert.
Diu wurde erst 1961 in einem Gewaltstreich von den Portugiesen befreit und wird heute zusammen mit dem Distrikt Daman als Unionsterritorium direkt von der indischen Regierung verwaltet. Aufgrund der langen Anwesenheit der Kolonialherren ist hier – ähnlich wie wohl auch in Goa – so vieles eher europäisch geprägt: der Marktplatz, umgeben von Kolonnaden und Häusern im Kolonialstil, enge, verwinkelte Gassen mit äußerst prächtigen Villen, alles relativ sauber (der frische Kuhdung vom Nachmittag war schon am nächsten Mittag entfernt)
. Insagesamt herrscht hier eine durchaus entspannte Atmosphäre, die Menschen sind gelassen und freundlich, also durchaus ein Ort zum Verweilen und Wohlfühlen.
Diese Beschaulichkeit und daa umfangreiche Bier- und Schnapsangebot zu günstigen Preisen haben Diu zu einem beliebten Ausfuigsziel vor allem auch für Inder aus der „trockenen“ Nachbarprovinz Gujarat gemacht.



Schnapszeile



Fernblick

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Wir hatten uns in eine, relativ neuen Hotal am Nagoa-Beach einquartiert: Zimmer top, Bad na ja, wie gehabt. Immerhin ein Balkon mit Meerblick Richting Sonnenaufgang. Für die 8 km Entfernung zur Stadt mussten wir allerdings jedesmal eine Motor-Rikscha bemühen. Das war nicht immer einfach, entweder war keine da oder der Fahrer gerade abwesend, Für die Rückfahrt abends um 22 Uhr mussten wir am zentralen TukTuk-Stand, wo normalerweise immer reichlich Transportmittel zur Verfügung stehen, fast 45 Minuten warten, bis wir ein vorbeifahrendes TukTuk abfangen konnten, dessen Fahrer uns dann mit 100 Prozent Notlagenaufschlag zum Hotel brachte. Aber sowas gibt es ja überall.
Die Weiterfahrt Richtung Mumbai erfolgte dann estmsl per PKW (2 Stunden) zum Bahnhof nach Veraval, dort bestiegen wir den Nachtzug nach Ahmedabad.



Beobachterin



Ahmedabad – quirlig und laut

Mopedfahrerin

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Die Weiterreise zu unserem Rückflug-Airport Mumbai startete per Taxi ins 90 km entfernte Veraval, wo wir den Nachtzug nach Ahmedabad bestiegen (Sleeper, 2. Klasse). Mitten in der Nacht, so gegen 4 Uhr, kamen wir an und suchten ein Zimmer zum Duschen und Ausruhen, bevor wir den Nachtzug (ebenfalls Sleeper) nach Mumbay nahmen.
Die Tuktuk-Fahrer waren extrem aufdringlich, wollten uns für 10 Rp. zu Hotels fahren, die günstig seien und freie Zimmer hätten. Natürlich lehnten wir ab. Tatsächlich hatten die Hotels in direkter Bahnhofsnähe keine Zimmer frei, aber ein paar Straßen weiter klappte es dann.
Zunächst einige Stunden den versäumten Schlaf der Nacht nachholen, dann zu Fuß in die Altstadt.
Der berühmte Torbogen „Teen Darwaja“ mit schönen Schnitzereien sowie mehrere bemerkenswerte Moscheen, das ist eigentlich so ziemlich alles, was die Stadt touristisch zu bieten hat. Wir ließen uns durch das lebhafte Gewimmel treiben, entdeckten eine reizvolle Basarzone und hatten meistens Mühe, uns zu verständigen, so laut war es.
Ahmedabad ist die sechstgrößte Stadt Indiens und mit mehr als 20 Textilfabriken das Zentrum dieser Industrie. Ensprechend hoch sind auch Luftverschmutzung, Geruchsbelästigung und Lärm.
Eine etwas verspätete Mittagsrast legten wir im einem einheimischen Restaurant ein, wo es einen separaten Raum ausschließlich Thali gibt. Thali, das sind gehaltvolle Soßen mit diversen Gemüsen in kleinen Schalen, verschiedene Pfannkuchen, Chapati etc. sowie weitere Teigspezialitätan. Nachgelegt wurde ständig, sobald etwas halb leer war, also Essen fast bis zum Umfallen, dabei absolut lecker und schmackhaft, und alles für umgerechnet 1 Euro! Entsprechend gut besucht war das Restaurant auch von Geschäftsleuten. Zu bedenken ist jedoch, dass sich ärmere Inder durchaus für 10 Rupien (15 €-Cent) an Straßenständen satt essen können. –

In der Nacht ging es dann weiter mit dem Aravali-Express nach Mumbai.



Teen Darwaja



Mumbai – fiel leider aus

Wir hatten ursprünglich geplant, die Zeit zwischen Ankunft (6:45 h) und Abflug (17:25 h) zu nutzen, um uns die eine oder andere Sehenswürdigkeit von Mumbai anzusehen und so wenigstens einen kleinen Eindruck der Stadt zu erhalten. Leider konnten wir diesen Plan nicht realisieren, da uns die Zeit dazu fehlte:
 Der Zug kam mit einer Verspätung von 90 Minuten an, und zwar etwa 20 km ausserhalb des Zentrums.
Der Reisebüromensch hatte es sicher gut mit uns gemeint, als er uns die Bahntickets zu diesem Bahnhof buchte, der „relativ“ nahe beim International Airport liegt. Relativ bedeutet aber angesichts der riesigen Entfernungen in Mumbai immerhin 45 Minuten Taxifahrt.
So vertrödeln wir hier auf dem Flughafen unsere Zeit, bis wir einchecken konnten.



Zwischenstation Bahrain

Den International Airport Bahrain kennen wir nun schon ganz gut, hier haben wir auf dem Hinflug Station gemacht und auf dem Rückflug geschlagene 8 Stunden. Für die lange Wartezeit spendierte uns Gulf Air – allerdings erst auf explizite Anfrage hin – eine warme Mahlzeit im Restaurant mit Blick aufs Rollfeld.
Auch zur Nachtzeit ist es recht spannend, die Flugbewegungen auf dem Rollfeld zu beobachten. Fast alle paar Minuten starten und landen Maschinen der verschiedenen Fluggesellschaften, und ein Blick auf die Timetable zeigt, dass dies so noch die meiste Zeit der Nacht weiter gehen wird. Offenbar hat sich das kleine Königreich am Südostrand der arabischen Halbinsel zu einem bedeutenden Luftverkehrskreuz entwickelt. –
Die Rückflüge waren ganz ok, auf der letzten Teilstrecke hatten wir Plätze am Notausgang und konnten die meiste Zeit gut schlafen. In Frankfurt dann eine prima Zugverbindung nach Gießen.


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Kommentare

  • mamatembo

    Hallo klarinos,
    vor genau 10 Jahren habe ich fast die gleiche Reise (bis Ranakpur) unternommen und bin seitdem dem Land Indien mit all seinen Facetten verfallen. Danke, dass Du mich mit diesem Bericht mitgenommen hast, wenn auch die vielen und langen Fahrten recht anstrengend waren ;-))
    Aber um wieder in einem der vielen roof top restaurants sitzen zu können, dafür würde ich auch lange Fahrten auf mich nehmen. Am liebsten jetzt gleich ...
    LG Beate





  • RdF54

    Sehr schöner und informativer Bericht Deiner Indienreise! Es muss wirklich ein faszinierendes Land sein!

    LG Robert

  • shootingstar

    Habe alles bis zum Ende gelesen und der Bericht und Bilder haben mir gut gefallen.
    Liebe Grüße
    Claudia

  • Blula

    Ein sehr guter, informativer und inhaltsreicher Bericht, in denen Du diesen Teil Indiens in hervorragender Weise darstellst. Habe ich sehr gerne gelesen, weil ich auch noch nicht dort gewesen bin, es aber vielleicht doch noch einmal vorhabe, wenigstens die Highlights kennenzulernen.
    Viele Grüße! Ursula

  • female42

    Hallo,
    sehr schöner ausführlicher Bericht! Ich durfte in einem top roof restaurant in Udaipur die Diwali-Nacht 2009 feiern - unvergesslich!!

    Gruss
    Sonja

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