Indien – Durch Rajasthan nach Mumbai

Reisebericht

Indien – Durch Rajasthan nach Mumbai

Reisebericht: Indien – Durch Rajasthan nach Mumbai

Es standen uns nur 3 Wochen Zeit für den Norden Indiens zur Verfügung, wir hatten uns deshalb auf Delhi, Agra und die Haupt-Sehenswürdigkeiten Radjasthans beschränkt, zumal wir noch die letzten Tage ans (ferne) Meer wollten. Der Rückflug war dann ab Mumbai gebucht. Angesichts der riesigen Entfernungen blieb uns wirklich nur Zeit für die Highlights, aber diese waren dann wirklich große Erlebnisse!

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Kumbhalgarh – massive Trutzburg

Ein Tagesausflug mit dem PKW führte uns zum Fort Kumbhalgarh und zu den Jain-Tempeln in Ranakpur. Vito, ein pensionierter italienischer General, den wir in einem Travel-Office trafen, schloss sich uns an, so dass wir den Reisepreis von 1.200 Rupien (knapp 20€) dritteln konnten.
Die Route führte auf nicht besonders guten Straßen durch kleine Dörfer ohne Wasserversorgung, in denen Frauen die traditionellen Brunnen bedienten.
Zunächst besuchten wir Kumbhalgarh, die zweitgrößte Festung Rajasthans, in Jahr 1458 erbaut und nur ein einziges Mal von islamischen Angreifern erobert. Sehr beeindruckend die gewaltige Mauer von 12 km Länge, welche die Burg sowie diverse Tempel und andere Gebäude umschließt. Die eigentliche Burganlage liegt hoch über allem, bei brütender Hitze stellte der Aufstieg schon eine deutliche Herausforderung an unsere Fitness dar, war aber absolut lohnend, denn von oben konnten wir die Verteidigungsstruktur der Burg mit ihren verschiedenen Mauerringen klar erkennen und hatten einen tollen Blick über die gesamte Festung und deren Umgebung, ein Reservat, in dem die letzten indischen Wölfe leben.



Kurz vor dem Aufstieg



Ranakpur – geschnitzte Tempel

Nächste Station waren die berühmten Jain-Tempel in Ranakpur. Der Jainismus in Indien entstand ebenso wie der Buddhismus im 6. Jh. v. Chr. als Reformbewegung gegen die autoritären Strukturen des Brahmanismus. Von den 4,5 Mio. Anhängern (0,5 % der Gesamtbevölkerung) leben die meisten im Nordwesten des Landes.
Die Jain-Tempel in Ranakpur gehören zu dem Schönsten, das die Jain-Kunst hervor gebracht hat. Beim Betreten des Haupttempels glaubte ich schier erschlagen zu werden von der Fülle an Ornamentik: Sämtliche Säulen sind aus weißem Marmor und vom Sockel bis zur Decke ringsum mit Schnitzerwien versehen – florale Motive, verschiedene Figuren uvm. Von den 1.444 Säulen (lt. Reiseführer) gleicht keine einer anderen. Alles in allen: Absolut beeindruckend für uns, vielleicht das gleiche Feeling, das ein Inder verspürt, wenn er zum ersten Mal eine hochgotische Kathedrale in Europa betritt.
Die gesamte Tempelanlage besteht aus dem geschilderten Haupttempel und zwei kleineren Tempeln, wunderschön zwischen bunten Bäumen und grünen Rasenflächen gelegen, durchaus ein Ort zum Verweilen …



Säulengang



Die Reise nach Diu

Die Anreise nach Diu gestaltete sich ziemlich zeitaufwendig und unkomfortabel. Abends Abfahrt mit dem „Sleeper“-Bus über Ahmedabad nach Rajkot (8 Stunden), dann Taxi organisiert und weitere 6 Stunden über holprige Straßen nach Diu. 
Der Sleeper entpuppte sich – anders als z.B. in Vietnam – als eine gemischte Busvariante: Unten Einzelsitzreihe, Gang, Doppelsitzreihe; oben Einzelkojen, Gang, Doppelkojen, alle Kojen mit Vorhang zum Gang. Wir hatten Doppelliegen, breit genug, aber zu kurz, so dass wir die Diagonalen nutzen mussten und uns dadurch natürlich öfters in die Quere kamen. Den Schlaf nahmen wir – auch wegen mehrerer Bushalte – nur in quasi homöopathischen Dosen zu uns, aber immerhin!
Bereits 2 Stunden nach der Abfahrt, also gegen Mitternacht, liefen wir eine Raststätte an. Ich nahm einen Chai sowie ein sooft am Straßenrand verzehrtes Samosa-Bällchen (Gemüse im Teig, frittiert) zu mir – mit durchschlagendem Erfolg, wie sich – Gott sei Dank – erst bei der Ankunft in Rajkot herausstellte. Nicht zuletzt diese wirklich heftige „Indisposition“ war der Grund, weshalb wir auf die 8-stündige Busfahrt gerne verzichteten und ein Taxi nach Diu organisierten, da hatten wir dann jedenfalls die volle Verfügungsgewalt über evtl. erforderliche kurzfristige Stopps.
Nach Einwurf mehrerer Tabletten vom örtlichen Medizinmann hat sich die Angelegenheit nach ein paar Tagen erledigt…
Markus hatte bereits in Jaipur seine Magen-Darm-Zustände genommen, geschlagene 24 Stunden das Bett gehütet und sich standhaft geweigert, an feste Nahrung auch nur zu denken.
Aber, wie gesagt, wir sind beide wieder fit geworden und Essen und Trinken schmeckten uns bald wieder.


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Kommentare

  • RdF54

    Sehr schöner und informativer Bericht Deiner Indienreise! Es muss wirklich ein faszinierendes Land sein!

    LG Robert

  • shootingstar

    Habe alles bis zum Ende gelesen und der Bericht und Bilder haben mir gut gefallen.
    Liebe Grüße
    Claudia

  • Blula

    Ein sehr guter, informativer und inhaltsreicher Bericht, in denen Du diesen Teil Indiens in hervorragender Weise darstellst. Habe ich sehr gerne gelesen, weil ich auch noch nicht dort gewesen bin, es aber vielleicht doch noch einmal vorhabe, wenigstens die Highlights kennenzulernen.
    Viele Grüße! Ursula

  • female42

    Hallo,
    sehr schöner ausführlicher Bericht! Ich durfte in einem top roof restaurant in Udaipur die Diwali-Nacht 2009 feiern - unvergesslich!!

    Gruss
    Sonja

  • sitagita

    Lieben Dank für Deinen hochinteressanten Bericht. Du hast alles sehr anschaulich geschildert. Die erwähnten Rooftop-Restaurants werde ich mir merken und sie bei meiner nächsten Reise im kommenden Februar besuchen. Plane eine 23tägige Fahrer/Mietwagenreise durch Rajastan. Dies ist bei weitem nicht mein erster Besuch in Delhi und Indien. Ich freue mich darauf alles wiederzusehen.
    Deine Fotos sind wunderschön. Bin selbst Fotografin und kann gar nicht abwarten all die herrlichen Motive aufzunehmen.
    LG Brigitte

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