Eine Touristin in Venedig

„Wenn ich wüsste, wie man ein großartiges Foto schießt, würde ich aufhören.“, erklärte er einmal gegenüber der britischen Zeitung The Telegraph. Er sei auf der Suche nach ikonischen Momenten. Diese seien aber sehr schwer zu produzieren, so Parr: "Die meisten der Fotos die ich schieße sind nicht wirklich gut", erzählt er weiter. Bei diesem hat er den perfekten Moment abgepasst: In Venedig dokumentiert er eine Dame, die ein Erinnerungsfoto schießt – inklusive geflügelter Assistenz.

Der Schiefe Turm von Pisa

Parr erzählt weiter, dass er für Autragsarbeiten teils drei- oder viertausend mal drauflos fotografiere, um dann 40 Aufnahmen davon einzureichen. "Ob ich ein 'großartiges' Foto schieße, hat viel mit Glück zu tun." Hier war ihm das Glück hold: Gleich mehrere Touristen haben dieselbe Idee. Ein skurriles Foto!

Menschen tummeln sich am Strand

Dicht an dicht besiedeln die Touristen diesen Strand in Sorrento, Italien. Die grellen Farben der Handtücher und Badeanzüge mischen sich unter das Braun des Sandes. Parr steht auch dafür, ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. „Martin Parr hat mit seinen Arbeiten alle herkömmlichen Grenzen der Fotografie überwunden und gezeigt, dass dieses Medium ein ungemein wirkungsvolles Kommunikationsmittel ist.“, fasst Scott Gray, CEO der World Photography Organisation, die Arbeit des Fotografen zusammen.

Touristen am Grand Canyon

„Als Künstler hat Parr eine einzigartige visuelle Sprache geschaffen, die zwar zutiefst ernsthaft ist, zugleich aber eine Komik besitzt, dank derer seine Arbeiten nahezu weltweit verstanden werden. Hohe Integrität und ein starkes Engagement für die Fotografie sind der rote Faden, der alle bisherigen Empfänger unseres Preises für ‚Herausragende Leistungen für die Fotografie‘ verbindet.“, so Gray weiter.

Ein ungewohnter Blick auf die Akropolis

Seit 1988 ist Parr Mitglied der anerkannten und unabhängigen Fotoagentur Magnum Photos. 2014 wurde er zum Präsidenten von Magnum Photos International gewählt. Er ist vor allem dafür bekannt, mit dem gewohnten Blick auf das Alltägliche zu brechen. Parr zeigt Szenarien, die so sonst selten wahrgenommen werden. Wie die Abgrenzung von Touristen-Gruppen an der Akropolis in Athen. 

Das Széchenyi-Heilbad

Auch hier im Széchenyi-Heilbad der ungarischen Hauptstadt Budapest zeigt er einen Moment, der zur Ikone werden sollte: Im Wasserdampf des Bads duellieren sich mehrere Herren bei einer Partie Schach. Im berühmten Somerset House in London werden nun im Rahmen der Sony World Photography Awards 2017 einige seiner Werke ausgestellt. 

Ein Pool direkt am Meer

Die Ausstellung seiner Fotografien, Bücher und Filme wird auch nach Deutschland kommen: Im Willy-Brandt-Haus in Berlin werden das dritte Jahr in Folge die herausragenden Fotografien der Sony World Photography Awards ausgestellt. Martin Parr selbst sieht die Verleihung des Ehrenpreises als große Wertschätzung: „Den Preis für ‚Herausragende Leistungen für die Fotografie‘ zu erhalten ist eine große Ehre. Zudem ist es sehr ermutigend zu sehen, dass die World Photography Organisation und Sony mit dieser Ausstellung und den diesjährigen Awards die moderne Fotografie in allen ihren Aspekten weiter unterstützen.“

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