Wale unterhalten sich in Dialekten

Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass sich große Wale mit einer Vielzahl von Dialekten verständigen

Bis zum Ende des Kalten Krieges sollte ein Netz von Unterwasser-Mikrofonen, das Sound Surveillance System (SOSUS) der US-Navy, die Bewegungen feindlicher Schiffe aufzeichnen. Dann entdeckten Meeresbiologen die unterseeischen Horchposten für sich. Sie bauten das bestehende Netz mit weiteren leistungsfähigen Mikrofonen aus. Seit 1999 belauschen nun die Forscher der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) Wale auf ihren Wanderungen durch den Golf von Alaska, die südöstliche Beringsee und die Beaufort-See.

4f1cf6029d7484f4f02d4824d1e85a5c

Majestätisch hebt sich die Fluke eines Blauwals beim Abtauchen aus dem Wasser

Die so genannten Hydrophone zeichen rund um die Uhr Wellen- und Motorengeräusche, Seebeben - und eben Walkonversationen auf. Aus bis zu 40 Kilometer Entfernung können die hoch empfindlichen Lauscher Walgesänge registrieren. Die Stimmen der Großsäuger konnten die Forscher Blau-, Grau-, Finn- und weiteren kleine Walarten zuordnen. Nun fiel den Forschern beim Vergleich der Aufnahmen mit Stimmen aus entfernteren Gewässern auf, dass Individuen derselben Art sich in unterschiedlichen Dialekten unterhalten.

Weiter berichten die Wissenschaftler in der Januar-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins BioScience, dass es auch innerhalb einzelner Populationen Unterschiede gibt: Darunter fallen besonders die so genannten "Hybrid-Rufe" auf. Sie könnten von Jungtieren stammen, die ihre Muttersprache nocht nicht perfekt beherrschen. Velleicht handelt es sich aber auch um einen Dialekt, in dem sich Populationen verschiedener Herkunft untereinander verständigen können.

Die Forscher wollen nun mit weiteren Mikrofonen die Unterwasser-Überwachung der Meeresriesen verbessern.

Alle großen Walarten sind seit ihrer intensiven Bejagung seit dem 18. Jahrhundert in ihrem Bestand gefährdet oder von der Ausrottung bedroht.

GEO.de Newsletter