Neue Fledermausart entdeckt

Kaum größer als ein menschlicher Daumen ist die Nymphenfledermaus. Jetzt haben Forscher sie erstmals in Deutschland nachgewiesen

Neuzugänge auf der Liste der heimischen Arten sind selten geworden. Umso mehr freuten sich die Fledermausexperten Robert Brinkmann und Ivo Niemann, als sie bei einer nächtlichen Exkursion in die Rheinaue zwischen Offenburg und Kehl den winzigen Exoten entdeckten. Kaum fünf Gramm bringt der daumengroße Flugsäuger, wissenschaftlich Myotis alcathoe, auf die Waage - und gehört damit zu den kleinsten Fledermäusen überhaupt.

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Eine griechische Nymphenfledermaus auf der Futtersuche

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Mit seinen scharfen Zähnen kann der wehrhafte Winzling nur Insekten gefährlich werden

Die Art aus der Gattung der Mausohrfledermäuse wurde erst 2001 in Griechenland von einer Forschungsgruppe um Professor Otto von Helversen von der Universität Erlangen-Nürnberg entdeckt. Die Forscher hielten sie zunächst für eine südosteuropäische Art. Doch Nachweise in Ungarn und später auch in der Schweiz und in Frankreich machten es immer wahrscheinlicher, dass die Nymphenfledermaus auch in Deutschland vorkommt - allerdings bisher unerkannt. Denn allzu leicht kann selbst ein Experte die Art mit der Kleinen Bartfledermaus (Myotis mystacinus) verwechseln. Brinkmann und Niemann hatten schon im Sommer 2004 ein Fledermausweibchen gefangen, dass sie keiner Art zuordnen konnten. Schon damals hatten sie den Verdacht, dass es sich um eine Nymphenfledermaus handeln könnte. Im Juni 2005 ging den beiden an derselben Stelle erneut ein solches Tier ins Netz. Und nun brachte ein genetischer Test, durchgeführt am Zoologischen Institut in Erlangen, die endgültige Sicherheit: Die Nymphenfledermaus ist auch in Deutschland heimisch.

Die Nymphenfledermaus stellt hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: Meist bevorzugt sie Täler mit alten Laubbaum-Beständen und Fließgewässern. Bei dem Fundort in Baden-Württemberg handelt es sich um einen alten, feuchten Eichenwald von hohem ökologischen Wert. Die Entdecker hoffen nun, mit ihrem Fund auch einen Beitrag zum Schutz dieser Wälder geleistet zu haben.

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