Verhalten: Scheu bis in den Tod

Guppyweibchen riskieren lieber ihr Leben als eine ungewollte Begattung

Mit grellen Farben werben männliche Guppys um die Gunst eines Weibchens. Haben sie damit keinen Erfolg, greifen sie zu rabiateren Mitteln: Sie verfolgen die Erwählte und versuchen, eine Kopulation zu erzwingen. Doch den Weibchen gelingt es oft, sich dieser Nachstellung zu entziehen - durch Flucht in gefährliche Gewässer. Wie Forscher um Darren Croft von der Universität im walisischen Bangor und Kollegen der Universität Leeds herausfanden, suchen die bedrängten Guppys Unterschlupf in Zonen, in denen es vor Fressfeinden wimmelt.

Das ist zwar ein Risiko - aber die Weibchen sind durch ihre unauffällig braune Zeichnung relativ gut getarnt. Ein Männchen hingegen würde durch sein buntes Aussehen sofort die Blicke eines Räubers auf sich ziehen. Wohl deshalb wagen nur wenige, einen weiblichen Guppy bis ins feindliche Gebiet zu verfolgen. Ein solches Fluchtverhalten in feindliches Terrain ist Croft zufolge im Tierreich keine Ausnahme. Mit Konsequenzen für Ökosysteme und die Entwicklung des Erbguts, wenn Fressfeinde aussterben. Denn dann entfällt für ein Weibchen die Möglichkeit, sich seinen Partner auszusuchen.

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