Kognition: Verschlagene Blickfänger

Anders als die meisten Tiere können sich Raben in ihr Gegenüber hineindenken und dessen Blicke verfolgen

In einem Versuch setzten die Forscher Thomas Bugnyar und Bernd Heinrich einen Raben vor eine Holzwand. Seitlich der Barriere postierte sich eine Person, die ihr Augenmerk auf etwas richtete, das - aus Sicht des Vogels - hinter der Wand lag. Daraufhin flog der Rabe auf, um nachzuschauen, was dort Interessantes verborgen sein mochte.

In einem anderen Experiment war ein zweiter Rabe zugegen, der sehen konnte, wo die Person ein begehrtes Stück Futter versteckte. Als sie sich zurückzog, begann der Rabe, an falschen Orten herumzustöbern - eine Finte, um den herbeieilenden, uneingeweihten Rivalen in die Irre zu führen. Dass hierbei planvolles Handeln im Spiel ist, ergab ein dritter Versuch: Wieder wurde Futter versteckt, doch diesmal hatten beide Raben freie Sicht. Sobald die Vögel freigelassen wurden, flogen beide auf dem schnellstmöglichen Weg zum Futter.

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