Umwelt: Zurück in die Prärie

Naturschützer wollen den amerikanischen Bison wieder in seiner angestammten Heimat ansiedeln

Mit dem Projekt will die American Prairie Foundation nicht nur den "Indianerbüffeln" (Bison bison), die einst in riesigen Herden durch den nordamerikanischen Kontinent zogen, ein Comeback verschaffen. Denn durch die fast vollständige Ausrottung der Art ist auch die ursprüngliche offene Prärielandschaft verschwunden. Die Kolosse mit ihrem enormen Nahrungsbedarf hielten das Gras und Gestrüpp niedrig.

Im Jahr 2005 hat der Verein 16 reinrassige Bisons im Staat Montana in die Wildnis entlassen, die sich eifrig fortpflanzten. Die fünf Kälber bilden die Grundlage für einen neuen Genpool, aus dem künftig viele Vollblutbisons hervorgehen sollen. Denn von den 500000 Exemplaren, die weltweit existieren, sind nur 7000 reinrassig. Die anderen sind Mischlinge, die aus Paarungen mit Hausrindern stammen. Von diesen Kreuzungen sind nur die weiblichen Tiere fruchtbar; die männlichen Büffel wurden daher mit der Zeit immer seltener, und die Bisonnachkommen verloren immer mehr ihrer arteigenen Merkmale.

Um zu verhindern, dass sich auch die neue Herde mit freilaufenden Rindern paart, bleiben die Bisons zunächst in einem 13000 Hektar großen eingezäunten Reservat. Das Gehege dient aber nicht nur als Garant für reine Gene, sondern sichert auch das Überleben der Tiere. Denn Bisons stehen in Montana wieder auf der Abschussliste. Auf Druck der Viehzuchtlobby hat das Landwirtschaftsministerium die freilaufenden Urgetüme offiziell zur Jagd ausgesetzt. Angeblich, weil die Tiere mit den Viehherden der Farmer um Nahrung konkurrieren.

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