Kognition: Lesende Fische

Können Fische abstrakte Symbole deuten? Ja, sagt ein australischer Biologe

Culum Brown von der Macquarie University in Sydney untersucht seit mehr als zehn Jahren die kognitive Leistungsfähigkeit von Fischen. Die, wie er meint, von vielen Wissenschaftlern unterschätzt wird. Besonders verblüffende Ergebnisse erhielten der Forscher und seine Kollegin Victoria Braithwaite beim Studium der Spezies Brachyraphis episcopi, die unter anderem in Flüssen entlang des Panamakanals heimisch ist.

Um die Lernfähigkeit dieser Bischofskärpflinge zu testen, wurden die Tiere in Labyrinthe gesetzt, deren Wege sich verändern ließen. In den Gängen des Irrgartens mussten die Fische sich anhand von Farben an den Eingangstüren orientieren, um zu einer Futterstelle zu kommen. Brown und Braithwaite konnten zeigen, dass die kleinen Fische nach einiger Zeit des Suchens in der Lage waren, die Farben als Wegweiser zu verschiedenen Abteilungen des veränderbaren Labyrinths zu interpretieren. Experimente von Kollegen, sagt Culum Brown, hätten ergeben, dass Fische statt der Farben auch Dreiecke oder Kreise als Hinweise deuten können. Die beteiligten Tiere vermochten zum Beispiel, die abstrakten Symbole wiederzuerkennen und zu verstehen, dass sie gefüttert werden würden.

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