Evolution: Bewaffnete Affen

Erstmals sind Schimpansen beobachtet worden, die ihre Beute mit Speeren jagen - und in Höhlen leben

Schimpansenweibchen und -jungtiere in der Fongoli-Region des südöstlichen Senegal scheinen auf dem Wege zu sein, die menschliche Entwicklungsgeschichte nachzuahmen. Sie schärfen Stöcke mit den Zähnen und stoßen die Waffen in ihre Opfer, um diese so zu verletzen, dass sie nicht mehr fliehen können. Das hat Jill Pruetz von der Iowa State University entdeckt. Weibliche und jugendliche Affen werden von starken Männchen bei der traditionellen Jagd und Nahrungsvergabe benachteiligt. Daher haben sie sich auf eine alternative Futterquelle umgestellt: die nachtaktiven "Buschbabys" (Galago senegalensis). Die flinken Tiere aus der Ordnung der Primaten schlafen tagsüber in Baumhöhlen - wo sie von den Schimpansen gestellt und durch Stöße mit den Holzlanzen fluchtunfähig gemacht werden. Dass Affen einen Stock zum Sammeln von Insekten benutzen, ist bekannt. Dass sie ihn auch als Speer verwenden, war bislang nie beschrieben worden. Eine weitere Besonderheit: In der Trockenzeit halten sich die Fongoli-Affen in kühlen Höhlen auf.

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