Artenschutz: Dschungelgeister in Not

Die Plumploris Südostasiens stehen kurz vor der Ausrottung

Ihr Name täuscht. Plumploris sind höchst gelenkig, auch wenn sie sich meist wie in Zeitlupe bewegen und an gut gepolsterte Teddybären erinnern. Letzteres macht die "Nachtgeister" mit den übergroßen Augen zu begehrten Haustieren in Südostasien. Dabei können Plumploris dem Menschen gefährlich werden. Denn diese Halbaffen haben spezielle Armdrüsen, aus denen sie Gift lecken: Ihr Biss hinterlässt schmerzhafte, schwer heilende Wunden und kann einen allergischen Schock auslösen. Plumploris sind außerdem auch als Rohstofflieferanten für die traditionelle asiatische Medizin gefragt.

Vom Fell über das Hirn bis zu den Augäpfeln werden praktisch alle Körperteile zu vermeintlichen Heilmitteln verarbeitet - etwa gegen Rheuma oder Liebeskummer. "Diese Primaten werden in Asien wie Brötchen am Straßenrand verkauft", klagt die Biologin Helga Schulze von der Ruhr-Universität Bochum, die seit 25 Jahren mit Loris arbeitet. Die große Nachfrage und die rapide Abholzung der Wälder Südostasiens haben dazu geführt, dass einige der fünf Plumplori-Spezies aus Teilen ihres Verbreitungsgebietes fast vollständig verschwunden sind. Einzelne Arten stehen in vielen Ländern bereits unter Schutz. Trotzdem blüht der Schwarzhandel. Auf der Konferenz der Vertragsstaaten zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) im Juni in Den Haag will Kambodscha beantragen, die gesamte Gattung der Plumploris (Nycticebus) unter verschärften Artenschutz zu stellen.

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