Südafrika Tierschützer rüsten Nashörner mit Alarmsytem aus

Alleine im Jahr 2014 haben Wilderer in Südafrika mehr als 1200 Nashörner getötet. Ein Überwachungssytem aus Hornkamera, GPS-Sender und Herzfrequenzmonitor soll den Verbrechern nun das Handwerk legen
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Etwa alle acht Stunden wurde im vergangenen Jahr in Südafrika ein Nashorn getötet

So viel Elektronik trug wohl noch kein Nashorn mit sich herum: Die britische Tierschutzorganisation Protect hat eine Ausrüstung entwickelt, das Alarm schlägt, sobald Wilderer anrücken. Real-Time Anti-Poaching Intelligence Device - kurz RAPID – heißt ihr Echtzeit-Warnsystem, das heute bereits in Südafrika zum Einsatz kommt. Dort wurden alleine im vergangenen Jahr 1215 Tiere getötet. Die Hörner werden von den Kriminellen vor allem nach Asien verkauft, wo sie auf dem Schwarzmarkt Höchstpreise erzielen.

Um den Wilderen zuvor zu kommen, bringt das Team um den Biologen Paul O'Donoghue ein Herzfrequenzmesser unter der Haut der Tiere an. Beschleunigt der Herzschlag plötzlich, sendet RAPID ein Signal an die bewaffneten Tierschützer. Im Kontrollzentrum können die Wildhüter dann die ins Horn eingelassene Kamera aktivieren und verfolgen was mit dem Nashorn geschieht. Sollte das Tier von Wilderern aufgeschreckt worden sein, kann dank des GPS-Senders direkt eine Patrouille per Helikopter zum Tatort geschickt werden.

Warnsystem könnte auch bedrohte Tierarten schützen

"RAPID soll zur Abschreckung dienen", erklärte Steve Piper, Direktor von Protect, gegenüber The Verge. "Die Wilderer sollen wissen, dass jedes Tier, das ein solches Halsband oder eine solche Einheit trägt, für sie nutzlos ist. Es macht ja keinen Sinn, es zu töten, da man niemals mit den wertvollen Beute davonkommt."

Die Tierschützer denken bereits darüber nach, das System auch für andere bedrohte Tierarten wie Löwen, Wale oder Elefanten zu adaptieren. Eine Version für Tiger werde bereits entwickelt, so Piper.

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