3D-Druck US-Startup will Nashorn-Horn drucken

Nashorn, druckfrisch: Wilderer gefährden das Überleben der Dickhäuter. Kann künstliches Horn aus dem 3-D-Drucker die Tiere retten?
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Tödlicher Handel: 1215 Nashörner erlegten Wilderer 2014 allein in Südafrika, um das begehrte Horn der Tiere zu verkaufen

Das hofft zumindest die US-Firma Pembient, die das in Asien als Medizin begehrte Horn der Tiere künstlich herstellen will: so originalgetreu unter Beigabe von Nashorn-DNS, dass selbst ein Test nicht zwischen Kopie und echtem Horn unterscheiden kann. Das gedruckte Horn soll nur ein Achtel des Originals kosten und damit das Geschäft der Wilderer verderben, deren Ware in Vietnam oder China bis zu 270 000 Euro pro Horn erzielen kann.

Naturschützer sind nicht überzeugt

Hauptbestandteil des Horns ist Keratin, ein Faserprotein, aus dem auch Haare, Fingernägel oder Hufe bestehen. Pembient erzeugt mit Hefezellen die für Nashörner typische Proteinart; das Material kann dann gedruckt oder pulverisiert in Kosmetika, Medizin oder Nahrung verarbeitet werden. Geplant ist etwa ein Bier mit „Nashorn-Essenz“ für den chinesischen Markt. Naturschützer glauben, dass Kopien die Nachfrage nach Originalhörnern nicht verringern – schon heute seien 90 Prozent der gehandelten Ware gefälscht, etwa aus Horn von Wasserbüffeln. Dennoch steige die Zahl der gewilderten Nashörner Jahr für Jahr an.

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