Verhalten: Der Schrei der Tigermotte

Durch Ultraschallsignale vertreibt Cycnia tenera jagende Fledermäuse

Statt zu flüchten, schreit sie zurück. Während viele Insekten bei einer Fledermaus-Attacke um ihr Leben fliegen, hat die Tigermotte Cycnia tenera eine andere Abwehrstrategie entwickelt: Hört sie die Ultraschallsignale des Jägers, wehrt sie sich - ebenfalls mit Überschallwellen.

Mittels Klickgeräuschen stört die Motte den Angreifer oder sendet ein Signal zur Warnung - denn Cycnia tenera ist ein giftiger Schmetterling aus der Familie der Bärenspinner. So teilt sie der Fledermaus mit, dass diese keine verlockende Beute vor sich hat. Der Verfolger lässt meist von ihr ab.

Ob eine Fledermaus auf Jagd ist, erkennt die Tigermotte an deren anhaltend ausgesendeten Signalen; ob der Angriff ihr selbst gilt, an der Intensität dieser Schallwellen. Zielt die Fledermaus zum Beispiel auf ein anderes, 30 Meter entferntes Insekt, verhält sich Cycnia tenera still. Denn sich verteidigen zu können ist gut; gar nicht erst aufzufallen, ist besser.

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