Umwelt: Resistent gegen Gift

In den USA nehmen Bettwanzen überhand - der Insektizide wegen

"Good night, sleep tight, don't let the bed bugs bite", hören Millionen amerikanischer Kinder abends von ihren Eltern. Doch in immer mehr Matratzen und Decken tummeln sich Bettwanzen.

In den USA wird gegen das Ungeziefer exzessiv Gift gespritzt. Und gerade dieser "Overkill" begünstigt die Bildung von Resistenzen. Die häufig verwendeten Pyrethroid-Insektizide sind mittlerweile fast wirkungslos.

John Clark von der US-amerikanischen Universität Massachusetts Amherst und sein Team haben herausgefunden, dass die resistenten Tiere zwei Genmutationen aufweisen. Diese betreffen die äußere Membran der Nervenzellen. Hier konnten die Pyrethroide ursprünglich ansetzen. Doch nun reagiert die Zellmembran kaum mehr auf das Gift. Die mutierten Wanzen können im Schnitt die 264-fache Dosis vertragen.

Das Versagen der Pyrethroide ist besonders dramatisch, weil sie billig und relativ ungefährlich für Menschen und Haustiere sind.

In Deutschland sind keine Resistenzen bekannt. Dennoch steigt auch hier die Zahl der Bettwanzen. Der Grund könnte sein, dass Deutsche die Insekten aus ihren Urlaubsquartieren einschleppen. Selbst nach neun Monaten ohne Nahrung leben einige Wanzen noch - und legen Eier.

GEO.de Newsletter