Evolution: Petri Unheil

Angler aufgepasst! In stark befischten Teichen "lernen" Barsche, den Köder zu verschmähen

Ein eindrückliches Beispiel für das Wirken der natürlichen Auslese haben Forscher um David Philipp von der University of Illinois entdeckt: Stellt man Forellenbarschen (Micro pterus salmoides) in einem Fischteich nach, werden die verbleibenden Exemplare des schmackhaften Fisches zunehmend angelscheu.

Der Grund: Ein Fisch, der sich fangen lässt, zeugt danach keine Nachkommen mehr. Also nimmt die Zahl der Tiere in einem Teich zu, deren Vorfahren den Köder einst gemieden haben. Unter diesen Fischen ist die Vorsicht vor der Angel besonders verbreitet, denn die Abneigung gegen Köderkost ist offenbar genetisch verankert. Das heißt, immer mehr Fische tragen Gene in sich, die sie "angelflüchtig" werden lassen.

In einem stark befischten Experimentalteich hatte man seit 1975 die Entwicklung einer Population von Forellenbarschen beobachtet. Zudem wurden in speziellen Zuchtanlagen die besonders angelscheuen Exemplare miteinander gekreuzt; deren Verhalten setzte sich immer mehr durch. Woran allerdings diese Fische den Köder erkennen und weshalb sie nicht beißen, ist noch unklar.

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