30 Nationen für die Robben

Seit Jahrzehnten kämpfen Umweltverbände gegen Kanadas Robbenschlachten. Nun erlässt die EU ein Handelsverbot

Jahr für Jahr im Frühling erschlagen kanadische Jäger Abertausende Jungtiere, die auf dem Eis im Sankt-Lorenz- Golf und vor der Küste Neufundlands zur Welt gekommen sind. Die Schlächter ziehen den erlegten Tieren an Ort und Stelle die Felle ab, um sie an Kundschaft in aller Welt zu verkaufen.

Dem will die Europäische Union nun Einhalt gebieten: Auf Druck von Umweltorganisationen hat kürzlich das Europaparlament in Straßburg ein EU-Handelsverbot für alle Robbenprodukte beschlossen. Bislang gilt ein solches Embargo nur für weiße Pelze – die entsprechende Färbung verlieren die Jungtiere bereits nach 21 Tagen.

Voraussichtlich wird der EU-Ministerrat den Entwurf im Juni 2009 billigen.

Per Gesetz wäre dann in jedem Mitgliedstaat der Verkauf von Robbenerzeugnissen untersagt. Ausgenommen davon sind allein

Waren, die aus der Jagd durch Ureinwohner, etwa die Inuit, stammen.

30 Nationen werden sich dann dem Handelsstopp angeschlossen haben, darunter sieben der zehn für Kanada wichtigsten Exportländer für Robbenpelze. "Über Mexiko- Stadt, Madrid, Paris, Rom und Berlin

bis nach Moskau verbündet sich die Welt gegen die kommerzielle Robbenjagd",

sagt Ralf Sonntag, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. Russlands Regierung hat erst jüngst die Robbenjagd auf Tiere, die jünger als ein Jahr sind, im Weißen Meer verboten.

In Kanada zeigen die internationalen Maßnahmen bereits Wirkung: In dieser Jagdsaison töteten die Jäger vor Neufundland statt wie im Vorjahr 200 000 Sattelrobben nur noch 57 000. Die erbeuteten Pelze brachten ihnen nur noch Einnahmen von neun Euro pro Fell ein. Im Vorjahr erhielt ein Jäger noch das Doppelte, vor vier Jahren sogar fast das Vierfache.

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Ihren Jägern schwimmen wohl bald per Gesetz die Felle davon

Alle GEOskope im Heft Nr. 07/09

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