Furchtbar bunte Hemden

Präriehunde unterscheiden Fressfeinde nach ihrer Farbe

Im Dienst der Wissenschaft trugen drei etwa gleich große Frauen verschiedene T-Shirts zur Schau. Allerdings nicht, um ihr Publikum zu erfreuen, sondern um es zu erschrecken.

Die Zuschauer waren Präriehunde, und die stoßen Alarmrufe aus, wenn sich Menschen nähern. Wie das Experiment erwies, sind diese Laute außergewöhnlich differenziert: Sie klangen anders, je nachdem, welche Farbe das T-Shirt des mutmaßlichen Feindes hatte. Solche Art der Tierkommunikation war bislang nicht bekannt.

Con Slobodchikoff von der Northern Arizona University in Flagstaff, USA, ließ die drei Frauen 99-mal vor den Präriehunden defilieren und registrierte deren Alarmrufe. Trugen die Frauen blaue T-Shirts, wählten die Tiere eine andere Tonhöhe und -länge, als bei grünen oder gelben Hemden. Den Unterschied zwischen Grün und Gelb bemerken die Tiere nicht. Anders als der menschliche Sehsinn, der für drei Grundfarben empfänglich ist, ist die "dichromatische" Sicht der Präriehunde nur auf zwei Primärfarben ausgelegt. Dies reduziert das wahrnehmbare Spektrum.

Kollegen Slobodchikoffs hatten zuvor bereits ermittelt, dass Präriehunde Feinde auch nach Form und Größe unterscheiden. Bei den vergleichsweise großen Menschen etwa verschwinden alle Tiere im Bau, wenn der Alarmruf ertönt. Bei einem Rotschwanzbussard reagieren die Tiere nur, wenn er sich in unmittelbarer Nähe befindet. Verschieden sind auch die Laute, die vor Hunden und Kojoten warnen.

Alle GEOskope im Heft Nr. 07/09

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