Was ist dran am schuldigen Hundeblick?

Er ist der Nachfahre des Wolfes. Doch im Gegensatz zu seinem wilden Gegenstück, werden ihm allzu oft menschliche Verhaltenszüge angedichtet. Trauer, Liebe, Zorn, Sehnsucht und Schuld, die ganze Klaviatur der Gefühle soll er beherrschen.

Der Klassiker: Findet das Herrchen seine Pantoffeln in tausend Stücke zerfetzt auf, dann ist klar wem er das zu verdanken hat. Um sich Sicherheit zu verschaffen genügt meist ein Blick in die Augen des Hundes. Der Kopf ist gesenkt, der Blick unterwürfig nach oben gerichtet – Der sogenannte Hundeblick, der den Übeltäter verrät. Aber ist das wirklich so? Verrät der Blick des Hundes seine Schuldigkeit? Ein Großteil der Menschheit würde dies wahrscheinlich promt mit ja beantworten.

Tierforscherin und Dozentin Alexandra Horowitz vom Barnard College in New York, bewies jetzt in einer Studie das Gegenteil. Sie fand heraus, dass der “schuldige Blick” eines Hundes nichts darüber aussagte ob der Hund wirklich schuldig war.

In einem Experiment, wurden Hundebesitzer dazu aufgefordert, ihrem Hund klar zu machen eine im Raum befindliche Leckerei nicht anzufassen. Während die Besitzer den Raum verlassen hatten, wurde einem Teil der Hunde die Leckerei gegeben, den anderen nicht. Allen wurde später gesagt, dass ihre Hunde sich nicht an das Verbot gehalten hätten.

Das erstaunliche Resultat: Der schuldige Blick der Hunde, stand nicht mit ihrem positiven oder negativen Betragen in Zusammenhang, sondern mit der Reaktion der Hundebesitzer. Hunde die stark ermahnt wurden, zeigten auch einen sehr ausgeprägten “schuldigen Blick”, unabhängig davon ob sie die Leckerei unerlaubterweise verspeist hatten oder nicht.

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