Katzen schnurren strategisch

Warum bekommen Katzen fast immer ihren Willen? Das Gemaunze einer Katze trifft einen menschlichen Nerv

Karen McComb, selbst Besitzerin eines Stubentigers und Forscherin für Tierkommunikation an der Universität Sussex, wollte es genau wissen. Ihr Verdacht: Es liegt an der Art des Schnurrens, das die Tiere geschickt einzusetzen vermögen. McComb und ihre Teamkollegen baten Halter, die Laute ihrer Katzen aufzunehmen. Und zwar zum einen in Situationen, in denen die Tiere satt und zufrieden waren, zum anderen in solchen, in denen sie hungrig nach Futter verlangten. Diese Aufnahmen spielten die Wissenschaftler 50 Versuchspersonen vor, die die Schnurrvarianten beurteilen mussten.

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Katzen haben ihr Ziel fest im Blick. Und appellieren gekonnt an menschliche Instinkte

Durchweg konnten die Probanden ein zufriedenes von einem bettelnden Schnurren unterscheiden und empfanden letzteres als sehr dringlich und unangenehm. Auch Personen ohne eigene Katze nahmen diese Nuancen deutlich wahr.

Eine phonetische Analyse offenbarte den Trick der Tiere: Beim Betteln mischen sie höherfrequente Miau-Laute unter ihr tiefes Schnurren. Diese eingestreuten "Klagelaute" liegen im Frequenzbereich eines weinenden Babys. Solche Töne rühren offenbar an menschliche Instinkte. Filterten die Wissenschaftler die höheren Frequenzen aus dem Schnurren heraus, bewerteten die Probanden es sogleich als weniger dringlich.

Ihr Repertoire setzen Katzen gezielt ein. Schnell lernen sie, dass die Schnurr-Miau-Variante für Menschen besonders wirkungsvoll ist.

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