Evolution: Kalzium fürs Kambrium

Half das Mineral bei der rasanten Entwicklung des Lebens?

Es begann mit Beben und Verschiebungen der Erdkruste. Damals, vor mehr als 540 Millionen Jahren,reicherten sich die Meere stark mit Kalzium an.

Diese Substanz, so vermuten zwei Physiker aus Bielefeld und Barcelona, könnte eine sehr wichtige Rolle bei der "Explosion" des Lebens im darauffolgenden Erdzeitalter des Kambrium gespielt haben. Laut der Theorie von Dario Anselmetti und Xavier Fernàndez-Busquets diente das Mineral als "Klebstoff" zum Zusammenhalt der Zellen. Damit könnten sich vor 540 bis 488 Millionen Jahren vermehrt mehrzellige Lebewesen aus Einzellern entwickelt haben. Ihre These haben die Wissenschaftler an Zellen von Meeresschwämmen überprüft, die bei Kalziumgabe

stärker aneinander haften.

Die einfach gebauten Schwämme ohne spezialisierte Muskel-, Sinnes- oder Nervenzellen haben Hunderte von Millionen Jahren fast unverändert überdauert. Sie sind wahrscheinlich ein Bindeglied zwischen Einzellern des Präkambrium und den vielfältig-mehrzelligen Lebewesen von heute.

Die höhere Kalziumkonzentration ging auch mit der Bildung harter Schalen einher. Deshalb hat sich erst ab dem Kambrium eine große Zahl von Fossilien erhalten.

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