Verhalten: Flipper flippt aus

Wilde Delfine geraten durch Mitschwimmer unter Stress

Es ist ein rasch wachsender Geschäftszweig: Wal- und Delfinbeobachtung in freier Wildbahn. Doch je einträglicher das "dolphin watching", desto weniger erträglich ist es für die Tiere - auch wenn diese noch so zutraulich erscheinen.

Schuld ist die zunehmende Aufdringlichkeit der Touristen, sagt Per Berggren von der Universität Newcastle. Mit einem Team hat er das Verhalten von Indopazifischen Großen Tümmlern (Tursiops aduncus) vor der Küste Sansibars studiert. Die Hälfte des Tages nähern sich bis zu 44 Boote mit je 20 Touristen den Tieren auf fünf Meter; für ein zusätzliches Trinkgeld dürfen die Reisenden noch näher auf Tuchfühlung gehen.

Das hat Folgen. Ein statistischer Vergleich mit ungestört lebenden Delfinen ergab: Den besuchten Tieren bleibt nicht mehr genug Zeit für soziale Aktivität, Säugen der Jungen und Futtersuche. Obwohl die Delfine keineswegs grundsätzlich menschenscheu sind, hört bei zu viel Menschenkontakt der Spaß für sie auf, und sie suchen das Weite. Die Lösung laut Berggren: keine Verbote, aber strengere Richtlinien.

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