Gartenvögel Vögel füttern im Winter: Das sollten Sie wissen

Jetzt wird es Zeit, Vogelhäuschen aufzustellen und Futterspender zu befüllen. Wir sagen, worauf Sie bei der Fütterung im Winter achten müssen
Vögel füttern im Winter: Das sollten Sie wissen

In milden Wintern ist der Stieglitz, Vogel des Jahres 2016, auch bei uns in Deutschland zu beobachten

1. Sollte man überhaupt füttern?

Unter Vogelliebhabern und -experten ist die Frage, wie sinnvoll die Vogelfütterung am Haus ist, keineswegs entschieden.

Klar, auch im Winter müssen die Singvögel, die nicht in den Süden ziehen, ihr Körpertemperatur von rund 40 Grad Celsius aufrechterhalten. Das kostet viel Energie in Form von Futter, das bei Schnee und Eis schnell knapp wird. Manche Naturschützer meinen aber, dass die Vogelfütterung in bebauten Gebieten nur etwa 10 bis 15 Vogelarten zugute kommt. Etwa Meisen, Finken, Rotkehlchen und Drosseln. Doch die sind in ihrem Bestand nicht gefährdet. Zum Schutz von wirklich bedrohten Arten trage man mit der Winterfütterung also kaum bei.

Aus der Sicht des Naturschutzbundes Nabu macht eine Fütterung schon Sinn. Und sei es nur des Naturerlebnisses wegen. "Wo sonst lässt sich lebendige Natur selbst mitten in der Stadt und aus nächster Nähe so gut erleben?", meint Markus Nipkow vom Nabu. Wichtig sei es allerdings auch, den Garten möglichst so zu gestalten, dass Vögel auch im Winter Nahrung darin finden können.

Andere, wie der Ornithologe Peter Berthold, meinen sogar, dass es sinnvoll sei, das ganze Jahr über zu füttern. Denn im Sommer verbrauchen Vögel am meisten Energie - zumal, wenn es hungrige Mäuler zu stopfen gilt. Wer nur im Winter füttern wolle, der solle das Futterhäuschen am besten schon im November aufstellen, damit sich die Vögel daran gewöhnen können.

Mehr zum Thema: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung

2. Wie sollten Sie das Futter anbieten?

Das klassische Vogelhäuschen sieht gemütlich aus, hat aber Nachteile. Denn leicht wird das Futter innen feucht oder mit Kot verschmutzt. Das macht eine regelmäßige Reinigung mit heißem Wasser erforderlich, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Auch sollten Sie hier täglich nur wenig Futter nachlegen, empfiehlt der Nabu.

Besser sind Futterspender oder Futtersilos. Wenn Sie diese Spender so aufhängen, dass das Futter innen auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht nass wird oder gefriert, sind sie praktisch wartungsfrei. Und müssen nur gelegentlich nachgefüllt werden.

3. Wohin mit dem Futterplatz?

Beim Aufstellen von Futterhäuschen oder Auhängen von Futterspendern sollten Sie ein paar Punkte beachten:

Wählen sie eine übersichtliche Stelle, um zu verhindern, dass sich Katzen anschleichen können, und um die Piepmätze selbst vom Fenster aus gut im Blick zu haben. Ideal sind Bäume oder Büsche in der Nähe, in dem Singvögel bei einem Sperber-Angriff Deckung suchen können. Wenn sich in der Nähe Fensterscheiben befinden: Bekleben Sie sie mit Aufklebern, damit sie für Vögel nicht zur tödlichen Falle werden.

4. Welches Futter ist geeignet?

Ein gutes Basisfutter für fast alle Vogelarten am Futterplatz sind Sonnenblumenkerne. Es gibt aber auch Futtermischungen, die Samen verschiedener Art und Größe enthalten. So finden viele unterschiedliche Vogelarten etwas zu fressen.

Weichfutterfressern wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Amseln, Wacholderdrosseln und Zaunkönigen können Sie in Bodennähe Rosinen, Obst, Haferflocken und Kleie anbieten. Aber achten Sie darauf, dass das Futter nicht verdirbt. Statt frischem Obst sollten Sie besser getrocknetes anbieten. Denn frisches Obst gefriert leicht und bekommt den Vögeln nicht. Meisenknödel mit hohem Fettanteil sind, wie der Name schon sagt, besonders bei Meisen beliebt. Verzichten Sie dabei auf Produkte mit Plastiknetzen, denn darin können sich Vögel verheddern und verletzen.

Salziges und Brot sind dagegen tabu. Getreide ist bei Vögeln nicht besonders beliebt, wird aber, weil es günstig ist, von den Vogelfutter-Herstellern gern zum Strecken eingesetzt.

Mehr über Körner- und Weichfutter-Fresser:www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/vogelfuetterung

Vogelfutter selbst herstellen: www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/mission-gruen

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