Biologie Das Krötenrennen

Der Lauf der Evolution hat ein Gesicht: das von Bufo marinus

Seit 1935 räumen Aga-Kröten in Australiens Tümpeln auf. Sie verdrängen heimische Amphibien und töten mit ihrem fremden Gift potenzielle Fressfeinde: Schlangen, Krokodile, Warane oder Beutelmarder.

Und warum nur breitet sich die Kröte immer schneller aus - mit einem Tempo, das sich in 70 Jahren verfünffacht hat? Ben Phillips von der Universität in Queensland fand es heraus. Auf ihrem Weg zu Regionen weit entfernt von der australischen Kernpopulation sind Kröten zu schnelleren Hüpfern mutiert, und auch deren Nachwuchs erwies sich bei Wettrennen als viel schneller als die anderen. Was ihnen Vorteile bei der Paarung verschafft.

Das hat dazu geführt, dass es immer mehr Kröten mit „schnellen“ Genen gibt, die sich immer rascher verbreiten: eine wahrlich sprunghafte Evolution. Jedoch müssen die Tiere ihre Investition in Muskeln und Geschwindigkeit wohl mit einem weniger entwickelten Immunsystem bezahlen. Diese Schwäche ist vielleicht ein Ansatzpunkt, um die Kröten biologisch zu bekämpfen.