Paläontologie Paläontologie: Schwangere Echse

Meeressaurier bekamen lebenden Nachwuchs

Eigentlich wollten zwei amerikanische Paläontologen nur ein verstaubtes Saurier-Fossil fürs Museum präparieren. Als sie sich aber die 78 Millionen Jahre alte Versteinerung des Meeresechsen- Weibchens aus der Familie der Plesiosaurier näher ansahen, fanden sie Aufregendes: Das Tier trug einen 1,6 Meter großen Embryo im Leib. Es stand kurz vor der Geburt, als es starb.

Die Vermutung, dass Plesiosaurier, anders als die an Land lebenden Dinosaurier, keine Eier mehr legten, sondern lebende Junge zur Welt brachten, besteht schon seit längerer Zeit. Denn die zwischen drei und 15 Meter langen fleischfressenden Ozeanriesen hätten zur Eiablage gar nicht an Land kriechen können: Ihr eigenes Gewicht hätte sie dort erdrückt. Bei kleineren Meeresreptilien, den fischförmigen Ichthyosauriern etwa, hatte man bereits Fossilien mit Föten gefunden. Doch für die riesigen Plesiosaurier fehlte der Beweis für die Lebendgeburt - bis jetzt.

Wie sich der Übergang zum lebend gebärenden Saurier vollzogen hat, ist freilich noch unerforscht. Vielleicht gab es selbst bei einigen Landlebewesen schon Ansätze dazu, doch die nächsten Verwandten der Urzeitriesen – einschließlich der Vögel - haben die Eiablage bis heute beibehalten.

Der Fund der beiden Paläontologen Robin O’Keefe und Luis Chiappe erlaubt nun aber Spekulationen über das Sozialverhalten der Tiere. Weil die Plesiosaurier-Weibchen offenbar nur einen einzigen Embryo zur Zeit austrugen, haben sie anschließend wohl auch für dessen Aufzucht gesorgt. Möglicherweise lebten die Tiere sogar in Familienverbänden - ähnlich Walen und Delfinen.