Brasilien Dieser Frosch ist giftig. Richtig giftig!

Ein kürzlich entdeckter Frosch aus Brasilien wehrt sich mit Giftstacheln am Kopf. Ein einziges Gramm seines Toxins reicht aus, um 300 000 Mäuse zu töten
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Das Sekret von Aparasphenodon brunoi ist giftiger als das einer Grubenotter. Ein Gramm seines Gifts kann 80 Menschen töten

Gestatten, Frosch: tödlicher Frosch. Und zwar nicht bloß eines von jenen Amphibien, mit deren giftigem Sekret die Indianer Südamerikas ihre Pfeilspitzen einreiben. Nein: Aparasphenodon brunoi "verspritzt" sein Toxin aus knöchernen Graten auf seinem Kopf. Und gehört damit zusammen mit dem ebenfalls neu erforschten Corythomantis greeningi zu einer bislang völlig unbekannten Klasse von Giftfröschen.

Von beiden Arten – sie kommen nur in Brasilien vor - ist Aparasphenodon brunoi die eindeutig am meisten todbringende: Die Entdecker Carlos Jared (São Paulo) und Edmund Brodie (Utah State University) haben berechnet, dass ein einziges Gramm seines Toxins ausreichen würde, um 80 Menschen oder bis zu 300 000 Mäuse zu töten.

Damit ist das Sekret weit giftiger als das von Grubenottern - wobei die Schlangen allerdings vermutlich insgesamt größere Mengen ihres Kampfstoffes produzieren. Wie viel Gift der Frosch mit einem Piks in einen Feind injizieren kann, wissen die Forscher nämlich noch nicht. Carlos Jared reicht aber bereits sein unfreiwilliger Selbstversuch mit dem "harmloseren" Corythomantis greeningi: Beim Einsammeln dieses Frosches rammte das Tier seine Stacheln in die Hand des Biologen, die daraufhin fünf Stunden lang höllisch brannte.

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Der Schädel von Aparasphenodon brunoi ist übersät mit scharfen Giftstacheln

Kein Wunder also, dass keiner der Frösche auf der Speisekarte der brasilianischen Indios steht. Und dass es sich der Aparasphenodon brunoi leisten kann, in einem auffälligen, gescheckten Ornat durch den Urwald zu streifen. Der etwas unauffälligere Corythomantis greeningi lebt in einer Halbwüste Brasiliens, in der Caatinga-Region. Doch so wehrhaft beide Frösche auch scheinen: Durch das Schrumpfen ihrer Lebensräume nimmt die Zahl der Amphibien Südamerikas seit Jahren ab.

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