Biologie Ständig unter Strom

Elektrische Fische teilen nicht nur Schocks aus, sie umgibt ein permanentes schwaches Feld. Wozu?
Ständig unter Strom

Im elektrischen Feld: Bogenstirn-Zitterrochen (Torpedo panthera)

Ein Zitteraal kann starke Stromstöße von bis zu 500 Volt abgeben - zum Beutefang oder zur Feindabwehr. Nun aber hat das "Journal of Experimental Biology" den besonders schwachen elektrischen Feldern von allenfalls fünf Volt, die typisch sind für Rochen und Nilhechte, eine Sonderausgabe gewidmet.

Überraschendes Ergebnis: Diese Tiere nutzen das elektrische Feld sehr ähnlich wie Fledermäuse ihre Ultraschallrufe. Zum einen als "Sehhilfe" - der afrikanische Elefantenrüsselfisch zum Beispiel kann so millimeterkleine Zwischenräume zwischen Objekten erkennen. Außerdem kommunizieren diese Fischarten über elektrische Codes mit ihren Artgenossen. Die einen zirpen und knattern, entladen ihre Elektro-Organe im Stakkato. Die anderen summen beinahe kontinuierlich, weil sie sich wellenartig entladen. Hormone wie Serotonin und Arginin-Vasotocin steuern die Aggressivität des "Elektrogeplänkels", etwa während der Verteidigung des Reviers.

Für Biologen sind die Tiere ideale Modellsysteme, weil sie Verhaltensweisen über elektrische Signale ausdrücken, die leicht zu messen und direkt mit dem Nervensystem gekoppelt sind.

Strommasten über Sonnenblumen
Elektrizität: Zehn Fragen, zehn Antworten
Was passiert bei einem Blitzschlag? Wie viel Strom fließt in den elektrischen Stuhl? Und wie kommt der Strom eigentlich in die Steckdose?