Evolution Wie wanderten die Koboldmakis?

Artenvielfalt entsteht auch durch Erdbeben. Das zeigt eine genetische Untersuchung von Koboldmakis auf der indonesischen Insel Sulawesi
8848c32bdac06bc18d0f2dfa4910c1b7

Elf Arten von Koboldmakis sind derzeit bekannt. Einige von ihnen entstanden offenbar durch Landhebungen und -senkungen

Im Internet sind Koboldmakis inzwischen fast überall - in Wirklichkeit kommen sie nur in der Inselwelt Südostasiens vor. Auf Sulawesi gibt es besonders viele Arten dieser kleinen Primaten. Vermutlich weil die indonesische Insel zu den tektonisch aktivsten Orten der Erde zählt. Durch häufige Hebungen, Senkungen und Verschiebungen der Landmassen hat sich die Landschaft oft geändert, vormals verbundene Regionen waren plötzlich voneinander getrennt. Die geografische Isolation, das vermuten Biologen seit Langem, bewirkte die Bildung verschiedener Spezies diesseits und jenseits neuer Barrieren.

Ein Team um Christine Driller (Uni Mainz) und Stefan Merker (Naturkundemuseum Stuttgart) erforscht seit Jahren die Koboldmakis auf Sulawesi. Für eine neue Studie fingen sie 160 Tiere in mehreren Teilen der Insel und entnahmen den Äffchen Hautproben, um ihre stammesgeschichtliche Verbindung zu klären.

Dabei fanden sie erstmals Belege, dass die Aufspaltung der Koboldmakis tatsächlich durch geologische Ereignisse getrieben wurde. Alle Stränge führen zurück auf Urahnen im Südosten, von denen ein Teil sich nach Norden aufmachte, ein anderer Teil kurzzeitig auch nach Westen - bis diese Landverbindung überflutet wurde. Als die westliche Stammlinie später auch gen Norden zog, war sie genetisch geschieden vom anderen Strang. Artenvielfalt, so die Erkenntnis, entsteht durch Erdbeben.

3db80a2a49bdd9d367c5f22e993eb113

Die Expansion der Koboldmakis

Mehr zum Thema

GEO.de Newsletter