Am 1. Januar 2017 startete McArthur ihr Projekt „A Year of Captivity“. Ziel war es, im Zuge eines Jahres täglich neue Bilder von Tieren in Gefangenschaft zu veröffentlichen. Seither werden die Bilder auf den sozialen Kanälen der Fotografin publiziert. Sie erzählen die Geschichte der jeweiligen Tiere und bieten Hintergrundinformationen zu Zoos und Aquarien

Die Kanadierin bekam 2008 einen Malaienbär vor die Linse, der in einem thailändischen Zoo gehalten wurde. In Deutschland werden Malaienbären derzeit in drei Zooanlagen gehalten – in dem europäischen Raum sind es insgesamt 22

Die Fotojournalistin setzt sich seit Jahren für den Tierschutz ein. Ihr erstes Buch „We Animals“ beschäftigt sich mit dem menschlichen Nutzen und Missbrauch an Wildtieren auf der ganzen Welt

Neben 148 imposanten Fotografien sammelt das neuste Buch „Captive“ gleichzeitig die persönlichen Erfahrungen der Fotografin und bietet Hintergrundtexte zur Geschichte von Zoos und Aquarien. Virginia McKenna und Lori Gruen schrieben darüber hinaus über die Zukunft und die Ethikfrage dieser Einrichtungen

Laut internationalem Bestandsverzeichnis leben in Europa rund 600 Elefanten in Gefangenschaft. In Nord- und Südamerika sind es knapp 500 – in Australien und Neuseeland 23

Jo-Ann McArthur sagt über ihr Buch: "Zoos und Aquarien werden zunehmend dazu aufgefordert sich ideologischen und naturgesetzlichen Änderungen zu unterziehen. Im Kern der aktuellen Debatte bezüglich der Ethik von Gefangenschaft, stehen die Tiere und unsere moralische Verpflichtung ihnen gegenüber. 'Captive' zeigt die Tiere, bei denen wir so oft scheitern sie richtig wahrzunehmen. Das ist mein Beitrag zu der stetig wachsenden Diskussion, ob man solche Tiere ausgestellt lassen sollte."

Erst vergangenes Jahr fotografierte die Kanadierin einen Ceylon-Hutaffen in Deutschland. Die Primaten stammen ursprünglich aus Sri Lanka und werden derzeit nur im Berliner Zoo und im Friesoythe-Thüle Freizeitpark gehalten

Die Fotografien der Journalistin legen ein besonderes Augenmerkt auf die Beziehungen zwischen Mensch und Tier. McArthur kategorisiert die Menschen dabei selbst als „Tiere“

Nicht nur Zoos und Aquarien, sondern auch Zirkusse besuchte die Fotojournalistin, um Tiere in Gefangenschaft abzulichten. Das Bild entstand 2016 in Deutschland.

Laut Empfehlung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung sollten Orang-Utans mindestens 280 Quadratmeter Freiraum, bei bis zu vier erwachsenen Tieren bereitgestellt werden. McArthurs Bild zeigt die Gehege in Dänemark 2016.

Auch diese Löwen in Litauen hätten mehr Platz in ihrem Gehege verdient.

Untersuchungen haben gezeigt, dass einige Zootiere auch in Deutschland unter Drogeneinfluss stehen. Dazu werden den Tieren meist strak beruhigende Psychopharmaka verabreicht. Ein gängiges Mittel bei Schimpansen ist Valium.

Weitere Bilder von Tieren in Gefangenschaft finden Sie auf McArthurs Instagram und Facebook Seite.