Hufeisennatter Wie gefährlich sind die Schlangen auf Mallorca wirklich?

Mallorca-Urlauber wurden in den vergangenen Tagen durch Meldungen von einer Schlangen-Plage aufgeschreckt. Was ist dran? Wir beantworten die wichtigsten Fragen
Eine Hufeisennatter zusammengeringelt im Gras

Groß, aber ungefährlich: eine Hufeisennatter zusammengeringelt im Gras

Gibt es eine Schlangenplage auf Mallorca?

Besonders im Nordosten der Urlaubsinsel scheint es vermehrt zu Begegnungen von Menschen mit Hufeisennattern (Hemorrhois hippocrepis) zu kommen. Da die Tiere keine natürlichen Feinde haben, konnten sie sich in den vergangenen Jahren gut ausbreiten. Von einer Plage zu sprechen, ist jedoch laut dem Biologen Tom Kirschey vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) „stark übertrieben“.

Wie gefährlich ist die Hufeisennatter?

Hufeisennattern sind ungiftig. Doch können sie, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, aggressiv werden. Das gilt allerdings auch für Katzen und andere Tiere, relativiert Kirschey. Er bezweifelt, dass die Art aggressiver ist als andere. Gebissen zu werden, sollte man dennoch tunlichst vermeiden. Denn die Bisswunden können tief sein und sich entzünden.

Wie sieht sie aus?

Die Hufeisennatter ist vor allem eines: ziemlich groß – bis zu 1,90 Meter lang. Der Anblick eines solchen Tieres ist nicht nur für mitteleuropäische Touristen ungewohnt und weckt Angst. Zumal, wenn das Tier sich angriffsbereit zeigt und zischt. Erkennen kann man die Art gut an ihrer Zeichnung: Über ihren Rücken zieht sich eine Reihe von rautenförmigen oder ovalen Flecken, über ihren Kopf laufen zwei schwarze Querbinden, eine zwischen den Augen und eine – hufeisenförmig – dahinter.

Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich einer Hufeisennatter begegne?

Hufeisennattern fühlen sich nicht nur im einsamen Gebirge, sondern offenbar auch in der Nähe menschlicher Siedlungen, in Weinbergen, Oliven- und Mandelhainen und in naturnahen Gärten wohl. Überall dort also, wo sie Futter, wie zum Beispiel Mäuse, finden. Wer in seiner Nähe eine Natter entdeckt, sollte sich ruhig verhalten und sich langsam entfernen. Auf keinen Fall sollte man die Schlange reizen oder in die Enge treiben. Denn das Tier greift nur an, wenn es sich bedroht fühlt.

Woher kommt die Hufeisennatter?

Ursprünglich war die Natter nicht auf den Balearen heimisch, sondern auf der Iberischen Halbinsel und in Nordafrika. Seit etwa 14 Jahren wird sie offenbar mit Pflanzen vom Festland auf den Ferieninseln eingeschleppt – ebenso wie die Eidechsennatter und die Treppennatter, die ebenfalls ungefährlich sind.

Was unternehmen die mallorquinischen Behörden?

Allein in diesem Jahr wurden auf der Ferieninsel 200 Schlangen gefangen und getötet, auf der Insel Formentera sogar 600 seit November vergangenen Jahres. Die Behörden haben sogar Bauanleitungen für Schlangen-Fallen ins Netz gestellt. Dass das der richtige Weg ist, bezweifelt Kirschey. „Besser wäre es, die Art und ihre Ausbreitung erst einmal zu beobachten und die Auswirkungen auf das Ökosystem zu untersuchen“, meint der Nabu-Experte.

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