Geschundene Kreatur

Ein Kragenbär mit blutender Tatze. Das Foto machte Alexandra Oetker, die deutsche Schirmherrin der AAF, bei der Ankunft von 40 Bären im Rettungszentrum in Chengdu im November 2003

Leben im Presskäfig

Bei ihrer Ankunft in der Rettungsstation befinden sich die Bären in Presskäfigen, in denen die Tiere jahrelang gefangen gehalten werden

Gesundheitscheck

Nach der Betäubung wird der Bär aus dem Käfig befreit und gewogen. In den ersten Tagen nach der Ankunft durchläuft jeder Bär einen ersten Gesundheitscheck, um die Dringlichkeit der Operation einschätzen zu können

Entfernung des Katheters

Nach der Ankunft und dem ersten Healthcheck erfolgt der nächste große medizinische Schritt - die operative Entfernung des Katheters. Die Operation, bei der die durch das Galleabzapfen entstandenen Schäden im Bauchraum und an den inneren Organen behandelt werden, kann bis zu sechs Stunden dauern

Frei tropfende Methode

Es gibt verschiedene Arten des Galleabzapfens - mit Latexkathetern, Metallkorsetten, Metallkathetern, die frei tropfende Methode und die scheinbar Der hier sichtbare Metallkatheter ist in der Regel zwischen 13 und 19 Zentimeter lang, stark verunreinigt und verursacht unvorstellbare, permanente Schmerzen und Schädigungen, an denen die Bären früher oder später zugrunde gehen

Erholungskäfig

Wenn der Bär sich erholt hat und gesundheitlich stabil ist, wechselt er nach Wochen - bei Komplikationen manchmal auch erst nach Monaten - in eine der Bärenunterkünfte mit angrenzendem Freigehege über. Dazu wird er in seinem Erholungskäfig von der "Krankenstation" in sein neues Zuhause gerollt

Die ersten Schritte

Die ersten Schritte - in das Erholungsheim - sind sehr zögerlich und wackelig. Zum ersten Mal seit Jahren oder überhaupt in seinem Leben geht dieser Bär auf festem Grund. Die Tatzen sind dafür eigentlich nicht vorbereitet - sie sind viel zu weich, die nötige Hornhaut muss sich erst bilden. Andere Bären haben noch dazu Gliedmaßen verloren, sind drei- oder manchmal sogar nur zweibeinig

Training

Vor dem ersten Schritt ins Freigehege steht erst einmal intensives körperliches Training, um die verkümmerte Muskulatur wieder aufzubauen und die Sehnen zu dehnen. Die Tiere brauchen jetzt viel liebvolle Zuwendung

Leibesertüchgigung

Betreuer der Rettungsstation bei Dehnübungen mit den Bären

Im Freigehege

Das harte Training hat sich gelohnt: Die Bären können ins Freigehege entlassen werden. Dort erwarten sie Klettergerüste, Baumstämme, in denen Futter versteckt ist, Bälle mit kleinen Öffnungen, in denen Früchte stecken, alte Reifen und sogar einen Swimmingpool, denn Mondbären lieben das Wasser. Ein speziell mit einer australischen Tiertherapeutin ausgearbeitetes Beschäftigungsprogramm sorgt dafür, dass die Tiere sich nicht langweilen

Faulenzen

Nach Fressen und Spielen ist das gepflegte Faulenzen eine Lieblingsbeschäftigung der Bären. Am Ende ihrer Reise von den Bärenfarmen zur AAF-Rettungsstation erwartet die Tiere die Freiheit der naturnahen Gehege mit angrenzendem Bambuswald