Erdmännchen, wissenschaftlich Suricata suricatta, sind nahe Verwandte der Mungos

Richtet sich ein Erdmännchen auf, nutzt es meist den Schwanz als "drittes Bein", als Stütze

Die Tiere bilden Kolonien mit bis zu 50 Individuen und pflegen darin ein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben

Alle Mitglieder einer Erdmännchengruppe ziehen die Kleinen gemeinsam auf

Aufmerksam beobachtet das Junge, wie das Alttier mit dem gefährlichen Skorpion umgeht, den es zwischen den Zähnen hält

Nähert sich ein Greifvogel oder eine Raubkatze, erlaubt der Warnruf des Wächters die schnelle Flucht in die schützende Höhle

Die vier langen Krallen an den Vorderfüßen ermöglichen es den Erdmännchen, auch im Wüstenboden nach der Beute zu graben

Die Milch für den Nachwuchs liefert zwar meist nur die leibliche Mutter, aber ansonsten ziehen alle Mitglieder einer Erdmännchengruppe die Kleinen gemeinsam auf.

Ein Wächter hält Ausschau nach Adlern, Schakalen und Kobras

Erdmännchen gehen meist gemeinsam auf Nahrungssuche - wobei einige aus der Kolonie auf erhöhtem Posten Wache halten

Morgens in der Kalahari. Aus einer Höhle im Sand kriecht ein Erdmännchen-Clan, erst sind die Eltern zu sehen, gefolgt von drei Jungen, gut vier Wochen alt, dann die älteren Geschwister und der Rest der Gruppe. Sie stellen sich auf die Hinterläufe, stützen sich mit ihren Schwänzen ab und wärmen ihr Fell in den ersten Sonnenstrahlen, aufgereiht wie Gardesoldaten. Nach ein paar Minuten begeben sich die meisten Tiere der Kolonie in ihrem Revier auf die Jagd nach Insekten und Skorpionen. Wächter beziehen Posten auf Felsen und halten Ausschau nach Adlern, Schakalen oder Kobras. Und ein älteres Erdmännchen nimmt die drei Jüngsten mit zum Unterricht - auf dem Lehrplan steht: Futtersuche.

Erdmännchen, wissenschaftlich Suricata suricatta, nahe Verwandte der Mungos, "sind eine hochgradig kooperative Spezies", sagt Alex Thornton von der Universität Cambridge. Mehrere Jahre hat er zusammen mit anderen Wissenschaftlern in Südafrika das Sozialverhalten der kaum 30 Zentimeter großen Räuber erforscht. Dabei stellten sie fest, dass, anders als bei den meisten anderen Säugetieren, die Aufzucht der Jungen nicht allein Sache der Eltern ist, sondern Aufgabe der ganzen Kolonie. "Erdmännchen lehren ihren Nachwuchs aktiv alle Fähigkeiten, um mit Beute umzugehen", sagt Thornton. So reichen die Helfer den Kleinen anfangs nur tote Skorpione oder solche, denen sie den Giftstachel gezogen haben. Wird der Nachwuchs älter, bekommt er zum Üben immer häufiger auch lebende Skorpione vorgesetzt. Und Jungtiere, die lieber spielen, als zu lernen, werden von den Ausbildern sanft ermuntert, bei der Sache zu bleiben. Auch in anderen Dingen setzen Erdmännchen auf die Kraft des Kollektivs. So bekämpfen sie große Fressfeinde wie Schakale und Schlangen, indem sie sich zu einem mächtig wirkenden, vielstimmig bellenden und zähnefletschenden Pulk zusammentun. Und selbst Tiere, die vorübergehend von höherrangigen aus der Gruppe verstoßen wurden, dürfen nach einer gewissen Zeit wieder zurückkehren.

Der Gemeinsinn, so fanden die Forscher heraus, dient dem Überleben der Art: Eine Kolonie, in der jedes Erdmännchen eigene Wege ginge, würde schnell ein Opfer der Raubtiere. Kooperation dagegen stärkt die Gruppe, hilft, sie zu vergrößern - und sichert so langfristig ihren Bestand.

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