Um den Protagonisten - wie hier dem kleinen Oskar - so nah zu kommen, musste die Filmcrew vor Drehbeginn acht Tage in Quarantäne verbringen, denn viele Human-Krankheiten sind auf Menschenaffen übertragbar

Schauplatz der Dokumentation "Schimpansen" ist der Taï-Nationalpark im Südwesten der Republik Elfenbeinküste, eines der letzten westafrikanischen Gebiete mit ursprünglichem tropischem Regenwald

Die zweitägige Anreise der Filmcrew zum Drehort hatte es in sich: 14 Stunden mit dem Auto über holprige, unbefestigte Wege und dann über eine Stunde zu Fuß mit der gesamten Drehausrüstung bis zum Camp

Drei Jahre lang filmte das Team um die Regisseure und Produzenten Alastair Fothergill und Mark Linfield die Schimpansen des Taï-Nationalparks. Eine der Hauptdarstellerinnen des Films ist Isha, Oskars Mutter

Der Schimpansennachwuchs hat eine sehr enge Bindung zur Mutter. Geduldig zeigt Isha ihrem Sohn, wie er die Früchte kauen, dann immer wieder ins Wasser tauchen und wieder kauen muss

Oskar lernt schnell. Schimpansenjunge beobachten das Verhalten der erwachsenen Gruppenmitglieder und ahmen es nach. Erst mit etwa fünf Jahren sind sie alleine überlebensfähig

Auch das richtige Werkzeug ist bei der Nahrungsbeschaffung unverzichtbar. Oskar ist auf der Suche nach einem Stein zum Nüsseknacken fündig geworden

Jede Schimpansengruppe hat ihre ganz eigene Technik, um an die nahrhaften Nüsse zu kommen. Oskar übt, sie mit einem dicken Ast zu zerschlagen. Noch sind seine Anstrengungen von wenig Erfolg gekrönt

Körperkontakt, gegenseitige Feldpflege und liebevolles Balgen haben eine große Bedeutung im Leben unserer nächsten Verwandten. Oskar weicht seiner Mutter nur selten von der Seite und sucht stets ihre Aufmerksamkeit und Nähe

Die Schimpansen gewöhnten sich im Laufe der Dreharbeiten an ihre menschlichen Beobachter - manchmal beobachteten sie das Filmteam, zum Beispiel in dieser Szene

Von Abholzung bleibt auch der Taï-Park nicht verschont. So wird der Lebensraum der Schimpansen immer kleiner, und Angriffe auf benachbarte Gruppen sind nicht ungewöhnlich.

Hier formiert sich die benachbarte Gruppe für einen Überfall auf Oskars Gruppe. Die Menschenaffen gehen strategisch vor und preschen wie auf ein unsichtbares Signal alle gleichzeitig los

Nach dem Angriff bleibt Oskar alleine zurück. Seine Mutter Isha ist verschollen und wird nicht mehr zu ihrer Gruppe zurückkehren. Oskar ist noch zu jung und unerfahren, um alleine in der Wildnis überleben zu können

Nachdem Oskar von allen anderen Gruppenmitgliedern abgewiesen wurde, ist das Aphamännchen Freddy seine letzte Überlebenschance. Eine Adoption des rangniedrigsten Männchens durch das ranghöchste wurde zuvor noch nie beobachtet

Das Unglaubliche geschieht: Oskar weicht Freddy nicht mehr von der Seite, bis der Anführer der Gruppe schließlich seine Nahrung mit dem kleinen Schimpansen teilt

Freddy hat Oskar adoptiert. Er zeigt ihm - wie zuvor seine Mutter Isha -, wie er Nahrung findet, trägt ihn auf dem Rücken und lässt ihn an seiner Seite schlafen