Australische Weberameisen

Eine erstaunliche Teamleistung: Um ihr Nest zu falten, müssen sich die Baumeister der Art Oecophylla smaragdina zunächst einigen, an welcher Stelle eines Blattes sie gemeinsam ziehen

Australische Weberameisen

Den entstehenden "Rohbau" halten einige Individuen mit Beißwerkzeugen und Beinen in der gewünschten Form fest. Andere verleimen die Lücken dann sorgfältig mit Spezialklebstoff: seidigen Fäden aus den Drüsen der Larven

Bajaweber

Webervögel wie der asiatische Ploceus philippinus sind Topdesigner. Ihre wasserdichten, hängenden Kreationen mit Eingang im Untergeschoss sind für Feinde schwer zugänglich. Den Schnabel als Nadel zu benutzen, müssen Jungvögel erst lernen. Am Anfang landet noch viel Gras auf dem Boden

Stahlamazilie

In solch gut gepolsterten Näpfchen aus verfilzten Pflanzenfasern, Tierhaaren und Moos schaukelt die Brut der tropischen Kolibri-Art. Um Wohnortwahl und Bau kümmern sich nur die Weibchen

Beutelmeise

Weibchen dieser Art sind wählerisch: Ihre Zukünftigen müssen aus wolligen Pappel- und Weidensamen oft mehrere solch kunstvoller Nester beginnen - bis eine Partnerin Gefallen findet und bei der Fertigstellung hilft

Eichhörnchen

Die geschickt drapierten Zweige laden geradezu zum Eierlegen ein. Doch Eichhörnchen brauchen ihre Kobel nur als Versteck und Schutz für die Nacht

Türkentaube

Er schafft Material heran, sie baut - in gerechter Arbeitsteilung entsteht so ein Türkentaubennest. Dann legt das Weibchen zwei Eier, gebrütet wird abwechselnd

Kompasstermiten

Wie Grabsteine auf einem riesigen Friedhof reihen sich diese Termitenbauten in Nordaustralien in exakter Nord-Süd-Ausrichtung auf. In der größten Mittagshitze trifft die Sonne deshalb nur auf die Schmalseite der etwa drei Meter hohen Flachkonstruktionen. In Kombination mit raffinierter Belüftungstechnik sorgt das für eine optimale Temperatur im Inneren der Burgen. Der Kompasstrick ist nur eines von vielen Termiten-Patenten. Andere Arten errichten über sechs Meter hohe, schlotartige Türme und schaffen die Temperaturregulierung im Inneren trotzdem

Honigbiene

Das Wachs, das sie als Baustoff brauchen, bilden Arbeitsbienen in ihrem Hinterleib. In sechseckige Form gebracht, erfüllen die Waben unterschiedlichste Aufgaben: als Nachwuchs-Brutkästen, Verteidigungslinien gegen Krankheitskeime, Produktions- und Lagerstätten für den aus Nektar gewonnenen Honig, Speicher für Pollen - aber auch als Kommunikationskanäle, mit denen feinste Schwingungen im dunklen Bienenstock übertragen werden

Wespe

Sie baut ihre Waben mit Material aus der Umgebung. Vespula vulgaris ist eine Pionierin der Papierherstellung und zerkaut morsches Holz zu einem Zellulosebrei, der nach dem Trocknen Papierkonsistenz hat. Daraus baut der Staat Nester mit bis zu 10.000 Zellen. Zu sehen ist das Anfangsstadium eines Baus, der verlassen wurde

Lastträgerschnecke

Sie lebt auf dem Meeresboden, wird bis zu 13 Zentimeter groß und hat die dekorative Angewohnheit, sich mit fremden Schalen zu schmücken: Xenophora pallidula zementiert leere Schneckenhäuser und Muschelschalen mit einem körpereigenen Kitt in ihre eigene Kalkschale ein. Warum? Optische Tarnung brauchen Arten nicht, die auch im Stockdunkel der Tiefsee leben. Die langen, spitzen "Anbauten" dienen wohl eher als eine Art Stelzen, die das Einsinken im weichen Sediment verhindern

Zwergmaus

Akrobat Maus alias Micromys minutus turnt gern in luftiger Höhe herum. Auch sonst grenzt sich die Art demonstrativ von Verwandten ab, die im Dunkel wühlen und sich bei jeder Gefahr ins Loch verkriechen

Zwergmaus

Architektonisch orientiert sich die Zwergmaus am Beispiel der Vögel und fertigt aus und an Halmen einladende Wohnsitze mit Aussicht

Mondvogel

Zu den Opfern der Raupen dieser Nachtfalterart gehört fast alles, was mit grünen Blättern lockt: Birken, Buchen, Eichen, Erlen, Goldregen, Linden, Pappeln, Ulmen, Weiden, auch Rosensträucher

Mondvogel

Manchmal fressen die Nimmersatte ganze Bäume kahl. Oft, aber nicht immer, spinnen sie vorher eine Hülle um den aktuellen Rast- und Picknick-Ast. Ist im Inneren des Gewebes alles vertilgt, umhüllen sie den nächsten Zweig, und die Fressorgie geht weiter