Pupsen, um sich zu verständigen

Heringe verständigen sich auf außergewöhnliche Weise - sie pupsen sich Nachrichten zu, indem sie Luft aus der Schwimmblase in den Verdauungs- bzw. Analtrakt leiten. Und dabei furzen sie gut fünf Sekunden am Stück, manchmal auch länger. Und das in unterschiedlichen Tonlagen über mehre Oktaven hinweg.

Ein echter Brummbär

Grizzlys? Schwarzbären? Nein! Koalas sind die wahren Brummbären! Sie brummen derart tief, wie es man es von nur acht Kilogramm schweren Bären eigentlich gar nicht erwarten würde. Das ist eher das Metier von Elefanten. Denn je größer das Tier und damit der Kehlkopf, desto tiefere Töne können sie von sich geben. Elefanten brummen tief im Infraschallbereich und können so über Kilometer kommunizieren.

Koalas brummen nur so tief, weil sie extra Stimmbänder außerhalb des Kehlkopfes haben. So ein Zusatzorgan haben sonst nur Zahnwale, mit denen sie ihre Klicklaute für die Echoortung erzeugen.

Fitness-Check durch anpieseln

Sich aufplustern, die Zähne fletschen oder laut Schreien - Tiere lassen sich so einiges einfallen, um Gegner einzuschüchtern. Bei Flusskrebsmännchen verläuft das Säbelrasseln dagegen völlig anders und für menschliche Begriffe recht eklig: Sie pinkeln sich mitten ins Gesicht. Der Urin ist so etwas wie ein Gesundheitspass und enthält als Duftstoffe verschlüsselte Informationen über den aktuellen Gesundheits- und Fitnesszustand der Kontrahenten. So können die Tiere entscheiden, ob sich ein blutiges Scherenduell wirklich lohnt.

Zeitunglesen tief im Wald

Auch Tiger kommunizieren untereinander mit einer aussagekräftigen Duftspur: An bestimmten Stellen im Wald hinterlassen sie Kot, Urin und kratzen zusätzlich oft noch an Bäumen herum. Nachfolgende Tiere wissen dann, ob ein Männchen oder Weibchen anwesend ist und wie der aktuelle Status ist. Ist das Tier gesund, eher alt und schwach oder ein echter Rambo, der sein Revier aggressiv verteidigen wird. Männchen können in dieser Waldzeitung zudem erfahren, ob ein Weibchen paarungsbereit ist?

Trommeln gegen Kannibalismus

Friss mich nicht, ich bin dein Partner: Vogelspinnen unterhalten sich in einer Klopfsprache. Die Männchen machen auf sich aufmerksam, indem sie mit den Vorderbeinen auf den Boden trommeln. Paarungsbereite Weibchen erkennen dadurch die deutlich kleineren Männchen und fressen sie nicht aus Versehen auf.

Liebesgesang durch die Weltmeere

Männliche Buckelwale singen wie auch die Männchen anderer Walarten um die Gunst der Weibchen. Sie stimmen dazu komplexe Lieder aus hohen und tiefen Tönen an, die von den Tieren über Hunderte von Kilometern wahrgenommen werden. Bei vielen Menschen sind die Walgesänge als Entspannungsmusik beliebt. Die Lieder bestehen aus bis zu sechs verschiedenen Strophen und variieren je nach Alter und sogar geografischer Region.

Partnersuche per Light-Show

Leuchtkäfer, umgangssprachlich auch Glühwürmchen genannt, kommunizieren mit nächtlichen Leuchtsignalen und setzen ihre körpereigenen Lampen bei der Partnersuche ein. Dabei erkennen sich Männchen und Weibchen nach artspezifischen Mustern und morsen ihre Liebesbotschaften mit bestimmter Länge und Rhythmus Wald und Wiese.

Dumpfe Rufe im Schilfgürtel

Jedes Ökosystem hat seinen eignen Sound, so auch ausgedehnte Schilfgebiete. Froschgequake kennt jeder, aber manchmal mischt sich der dumpfe, schaurig klingende Balzruf einer Rohrdommel dazwischen. Der Ruf dieses Vogels klingt so, als würde man über die Öffnung einer leeren Flasche pusten. Dabei ist der Rohrdommelruf nicht einmal besonders laut, aber dennoch so durchdringend, dass er noch in bis zu fünf Kilometer Entfernung zu hören ist.

Elektrische Post unter Wasser

Der Elefantenrüsselfisch (Gnathonemus petersii) steht als schwach-elektrischer Knochenfisch ständig unter Strom. Die nachtaktiven Tiere nehmen mit Hilfe von elektrischen Feldern nicht nur ihre Umgebung wahr, sondern unterhalten sich auch mit Artgenossen. Ob Partnersuche oder Auskunft über den sozialen Status - überall knistert es leicht durch den schwachen Strom.

Internationaler Pop-Star

Zur Balz und als Warnung an Artgenossen vor Überschreitung der Reviergrenzen: Der Vogelgesang zählt zur auffälligsten Kommunikationsform

im Tierreich. Sumpfrohrsänger singen dabei sogar afrikanische Melodien. Da sie in Afrika überwintern, bauen sie auch Strophen afrikanischer Vögel in ihren eigenen Gesang ein.