Archäologie Wie Maulwürfe bei der Suche nach antiken Schätzen helfen

Ein dänischer Archäologe setzt Maulwürfe als Grabungshelfer ein. Das Verfahren schont historische Stätten und Ressourcen
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Grabungshelfer Talpa europaea

Die Mitarbeiter der dänischen Kulturbehörde müssen an einen verfrühten Aprilscherz geglaubt haben, als Jesper Hjermind seinen Antrag einreichte. Denn was der Archäologe und Kurator des Viborg Museums forderte, waren Maulwürfe - als Grabungshelfer.

Doch dem Antrag wurde stattgegeben. Jetzt verrichten, wie das Museum auf seiner Homepage berichtet, die tierischen Archäologen ihren Dienst auf einem mittelalterlichen Burghügel südlich der dänischen Stadt Viborg.

Die Idee ist ungewöhnlich, aber smart: Statt dem historischen Hügel auf gut Glück mit schwerem Gerät, Spitzhacke und Schaufel zu Leibe zu rücken, sollen nun die pelzigen Wühler Aufschlüsse über den Untergrund ermöglichen. In 10 bis 40 Zentimeter Tiefe graben sie ihre Gänge; den lockeren Abraum häufen sie an der Oberfläche auf. Und mit ihm menschliche Artefakte, etwa Reste von Bodenfliesen, Tonscherben oder kleine Schmuckstücke. Ein engmaschiges Netz von Maulwurfshügeln kann so Hinweise auf die Lage von Gebäuden unter der Grasnarbe liefern. "Je näher wir einem Gebäude kommen, desto höher ist der Anteil von Fundstücken pro Liter", sagt Jesper Hjermind. So kann der Archäologe leicht entscheiden, wo es sich lohnt, tiefer zu graben. "Es ist simpel, aber es funktioniert", sagt Hjermind. "Maulwurfologie" nennt er sein neuartiges, schonendes Grabungsverfahren.

Schon 2013 hatten Archäologen in Nordengland die Idee, Studenten den Inhalt von Maulwurfshügeln durchsuchen zu lassen. Denn von Menschenhand durfte auf dem Gelände des römischen Forts nicht gegraben werden. Damals hatten die - freiwillig angerückten - tierischen Helfer unter anderem einen bronzenen Delfin ans Tageslicht befördert.

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Die Homepage des Viborg Museums (dänisch)

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