Wandelndes Blatt

Perfekte Tarnung zeigen diese beiden Wandelnden Blätter, die zwischen dem welken Laub auf dem Waldboden ihrer malaysischen Heimat verschwinden. Ein klassisches Beispiel von Mimese: Ein Tier sieht einem typischen, "harmlosen" Detail seiner Umgebung so täuschend ähnlich, dass eine Verwechslung programmiert ist

Drosseluferläufer

Ein junger Drosseluferläufer hockt still im welken Laub und wartet auf die Rückkehr seines Vaters. Seine Tarnfärbung versteckt ihn vor Fressfeinden

Riedfrosch

Okawango-Delta, Botswana: Dieser intensiv gefärbte Frosch hat sich auf einer gleichermaßen leuchtend gefärbten tropischen Pflanze niedergelassen

Gepard

Ein Gepard versteckt sich im hohen Gras des KwaZulu-Natal (Südafrika), um sich unbemerkt an seine Beute anschleichen zu können. Die restlichen 50-100 Meter Distanz überbrückt der Säuger mit bis zu 90 km/h

Gabelbock

Aus einiger Entfernung ist diese Herde von Gabelböcken im Yellowstone-Nationalpark (USA) fast nicht zu sehen

Krabbenspinne

Trügerische Farbenpracht: Um sich so gekonnt in einer Blüte zu verstecken, sendet die Krabbenspinne Misumena vatia einen flüssigen gelben Farbstoff in die oberen Hautzellen

Sonnengucker

Man muss schon sehr nahe herangehen, wenn man diese Krötenkopf-Agame sehen will, die gerade aus dem Sand einer Düne des Gobi-Gurvanisaikhan-Nationalparks (Mongolei) klettert

Rotfuchs

Minnesota, USA: Umrahmt von herbstlicher Vegetation, patrouilliert ein Rotfuchs durch sein Revier und hält dabei Ausschau nach Nahrung

Plattschwanzgecko

Diese Nahaufnahme eines Plattschwanzgeckos zeigt beispielhaft, wie perfekt die zarten Farben und Strukturen der borkenartig aussehenden Reptilienhaut auf die flechtenbewachsene Rinde der Regenwaldbäume seiner ostmadagassischen Heimat abgestimmt sind

Art Wolfe

"Sachlich-spielerische Verbindung von Kunst, Natur und Wissenschaft": Der Fotograf Art Wolfe ist einer der populärsten Naturfotografen weltweit und engagierter Naturschützer

Wer nichts hat, womit er sich zur Wehr setzen kann, ist meist gut beraten, sich in feindseliger Umgebung diskret zu verhalten. Denn Fressfeinde kennen keine Gnade. Im Lauf der Evolution haben sich so wahre Künstler im Sich-unsichtbar-Machen entwickelt.

Auf genau diese Tiere und ihre verblüffenden Anpassungen hat es der Fotograf Art Wolfe abgesehen. Sein Bildbild ist ein Kaleidoskop von erstaunlichen Suchbildern - deren Protagonisten das ungeübte menschliche Auge oft erst nach mehrmaligem Absuchen entdeckt.

Um diesen Effekt zu erreichen, wendete Wolfe drei fotografische Tricks an: Er erweiterte den Bereich der größten Schärfe, um dem Auge keinen Anhaltspunkt zu geben. Darüber hinaus befindet sich das zu suchende Tier nicht immer im Bildmittelpunkt, wo wir es als Erstes suchen. Schließlich lenkt er mit auffälligen Objekten als "Nebendarstellern" unseren Blick ab. Das Ergebnis ist ein staunenswert-lehrreicher Bildband über die verschiedenen tierischen Strategien, sich unsichtbar zu machen.

Art Wolfe

Meisterhaft getarnt

Von der Kunst, nicht gesehen zu werden

Gebunden, 224 Seiten

mit 200 farbigen Abbildungen

29,95 Euro

Knesebeck Verlag 2015

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