Tierische Augen-Blicke: Heidi und Hans-Jürgen Koch

Ob wallisische Kampfkühe, amerikanische Flohzirkus-Artisten oder Zoo-Paviane am Laptop - kaum jemand entdeckt so überraschende Models im Tierreich wie das Fotografen-Ehepaar Koch

Das in Berlin lebende Ehepaar bekennt sich nach eigenen Angaben als "being on the wild side of life". Seit elf Jahren fotografieren sie erfolgreich für GEO, Stern, Mare, Le Figaro, Paris Match und andere namenhafte Magazine.

Die gelernte Sozialarbeiterin (Jg. 1958) und der auf Verhaltensforschung spezialisierte Biologe (Jg. 1957) begannen 1988 ihre Karriere als freie Fotojournalisten. Ihre Sujets, aber auch die eingesetzte Technik und die verwendeten Stilmittel decken ein ungewöhnlich breites Spektrum ab: von der Makrofotografie, die beim Besuch eines Flohzirkus in San Francisco eingesetzt wurde, über das traditionelle Wildlife in Schwarzweiss bis hin zu Hausschweinen, Hühnern und wallisischen Kampfkühen.

Neben der Auftragsarbeit, der Pflicht, versucht das Fotografen-Paar auch noch Zeit für Kür-Stücke zu finden. Denn nicht immer teilen die potentiellen Auftraggeber den Enthusiasmus für ein bestimmtes Tierthema. "Wenn wir aber glauben, dass es sich lohnt", sagt Heidi Koch, "fotografieren wir ohne Auftrag." So verhielt es sich auch bei ihrer Reportage über streunende Hunde. Ein viertel Jahr lang reisten Kochs mit Wohnmobil und Geländewagen den verwilderten Vierbeinern in Spanien und Portugal hinterher - während man in der GEO-Redaktion die Köpfe schüttelte. Am Ende druckte GEO die Geschichte dann doch: das Ergebnis des Kochschen Alleingangs war allzu beeindruckend.

Können und Ausdauer der beiden sind längst mit international renommierten Preisen - u.a. BBC Wildlife Photographer of the Year; World Press Photo und Lead Award - ausgezeichnet worden. Ein Lob mithin auch für ihren Instinkt, "gute" Themen zu entdecken und zu realisieren. Ein gewisses Lampenfieber vor jedem neuen Auftrag ist trotzdem geblieben.

"Zwar entstehen manche Bilder schon vorher im Kopf", erklärt Heidi Koch, "aber bis man dann in der Wirklichkeit diese Idee fotoreif vorfindet, braucht man Geduld und Ausdauer." Für sie und ihren Mann bedeutet das nicht selten tagelanges Warten und Pirschen. "Die Zeit ist manchmal ein Stressfaktor. Wenn wir einen Termin einhalten müssen, sitzen wir wie auf Kohlen. Aber Tier ist nunmal nicht berechenbar. Aber das macht auch den Reiz unserer Arbeit aus."

Exklusiv für den GEO EXPLORER haben Heidi und Hans-Jürgen Koch ein Portfolio von 15 Aufnahmen zusammengestellt. Ein Querschnitt ihres fotografischen Könnens.

Tierische Augen-Blicke: Heidi und Hans-Jürgen Koch

Die Homepage der Fotografen: www.animal-affairs.com

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Alaska: Stundenlang steht ein Braunbär im eiskalten Fluss, tunkt immer wieder den Kopf in den Strom, um nach Fischen Ausschau zu halten

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Auge eines jungen Alligators

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Stubenfliegen beim flotten Dreier: Das Insekt ganz oben ist ein neugieriges Männchen

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Neue Perspektive: Ein Pavian betrachtet die Welt durch ein ausgedientes Monitorfenster.

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Langer Atem: ein Eisbär in seinem Element.

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Kraftpakete: Im Flohzirkus ziehen Mini-Goliaths vergleichsweise riesige Modell-Lokomotiven

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Teufelchen: Die Hornviper zählt zu den giftigsten Schlangen der Sahara. Sie gilt zudem als sehr aggressiv

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Kraftprobe: Lautstark sind die Drohgebärden der jungen Alaska-Braunbären

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Schau mir in die Augen...: Die Augen der Tarantel leuchten unter einem bestimmten Lichtwinkel hell auf

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Mäuseautobahn: Einen schnellen Verkehrsweg in grossen Gebäuden bieten die Lüftungsschächte

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Handstand: Federleicht ist das für ein Flusspferdkind unter Wasser

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Ein Pavian-Männchen am Laptop, von der eigenen Sippe ehrfürchtig bestaunt. Zehn Minuten später war der Computer wütend zerlegt - Streßabbau für Zootiere

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Schwein gehabt: Schmusebedürftig sind die Ferkel der gemeinen Haus-Sau, die nicht in finsteren Pferchen, sondern im Freien leben dürfen

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Zischende Zwiesprache: Nattern riechen mit der Zunge, ob ihr Gegenüber Freund oder Feind, Beute oder Partner ist

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Spatzen-Spaß: Vollbad in einer alten Sardinenbüchse

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