Biochemie: Prächtige Giftmischer

Pfeilgiftfrösche bilden ihre Toxine nicht selbst. Aber sie verstehen es, aus gering toxischen Substanzen ein Gebräu zu entwickeln, das mitunter so gefährlich ist, dass es zu Lähmungen und zum Tode führen kann

Schon ihre leuchtende Farbe warnt: Vorsicht! So halten sich die überaus giftigen Frösche im Regenwald Lateinamerikas potenzielle Fressfeinde vom Leib. Wie die Amphibien allerdings zu ihrem Gift kommen, das sie über die Haut absondern, war bisher selbst unter Fachleuten nicht restlos geklärt.

Zwar ist bekannt, dass die bis zu fünf Zentimeter großen Tiere mit ihrer Nahrung auch Toxine zu sich nehmen. Entzieht man den Froschlurchen im Labor ihre Diät aus giftigen Insekten und Spinnen, verschwinden nämlich die toxischen Substanzen aus der Haut. Doch anders als die Pfeilgifte sind die von den Fröschen konsumierten Toxine relativ harmlose stickstoffhaltige Verbindungen - so genannte Alkaloide.

Ein Forscherteam um John Daly von den National Institutes of Health in Bethesda im US-Staat Maryland hat nun herausgefunden, dass die Frösche die Substanzen im Körper anreichern und chemisch so verändern können, dass sie weitaus toxischer als die Ausgangsstoffe sind.

Bei Fröschen der Gattung Dendrobates etwa entdeckten die Wissenschaftler das bislang unbekannte Gift Allopumiliotoxin (aPTX), eine abgewandelte Form von Pumiliotoxin (PTX), das Frösche mit der Nahrung aufnehmen. Schon PTX führt in höheren Konzentrationen zu Lähmungserscheinungen oder zum Tod. Doch die Wirkung von aPTX ist noch fünfmal stärker. Die Forscher suchen nun nach dem Enzym, das die Giftmischerei der Frösche möglich macht.

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