2. GEO-Tag auf der Schweizer Alp Flix

Angespornt von den Fundergebnissen beim GEO-Tag der Artenvielfalt, wollen Wissenschaftler das Schweizer Biotop Alp Flix nun langfristig unter die Lupe nehmen.

Im Juni 2000 wurden auf Initiative von GEO und der Schweizer Naturmuseen auf der Alp Flix im Schweizer Kanton Graubünden während einer 24-Stunden-Aktion 2092 Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich dokumentiert. Dabei fanden die Experten mehrere in der Schweiz noch unbenannte Spezies.

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Auf einer Mähwiese der Alp Flix zählt Hans-Ulrich Hollenstein

30 Pflanzenarten im Zwei-Meter-Radius

Aus diesem "GEO-Tag der Artenvielfalt" wird jetzt das langfristige Forschungsprojekt "Schatzinsel Alp Flix". Denn so sensationell die Ergebnisse des "Bio-Blitz" in den Alpen waren, sie spiegeln zwangsläufig nur einen Teil der lokalen Biodiversität wieder. Unter Leitung des Bündner Natur-Museums in Chur werden Wissenschaftler aus dem In- und Ausland deshalb zunächst für drei Jahre die gesamte Biodiversität zwischen der Gemeinde Sur auf 1584 Metern und dem Gipfel der Tschima da Flix auf 3200 Metern Höhe erfassen und ökologische Zusammenhänge in Abhängigkeit von Klima- und Jahreszyklus klären.

Diese Untersuchungen zur "funktionellen Biodiversität" sollen Zu- und Abwanderungen, Rückzugsgebiete, Aktivitätsphasen und Organismenverteilung sowie die ökologischen Hintergründe für die natürlichen Schwankungen ermitteln. "Studien zur Alpenbiologie finden im wesentlichen im August und im September statt. Wir wollen jetzt mehr darüber herausfinden, was während des restlichen Jahres geschieht", erklärt Jürg Paul Müller, Direktor des Museums in Chur, das Forschungsziel.

Müller schätzt, dass seine Kollegen auf der Alp Flix bis zu 10000 verschiedene Arten finden werden. Aus den Ergebnissen lassen sich auch Verbreitungskarten ausgewählter Tier- und Pflanzenarten erstellen, die als Indikatoren für den Zustand des Ökosystems Alp Flix gelten können. Das Gebiet erhält auf diese Weise den Rang eines europäischen Biodiversitäts-Zentrums.

Für die wissenschaftliche Arbeit stellt die Gemeinde Sur den Forschern ein eigens dazu hergerichtetes Haus auf der Alp Flix zur Verfügung. Von dort aus werden auch Führungen für interessierte Touristen angeboten.

Weitere Informationen zu diesem Projekt erhalten Sie unter www.schatzinselalpflix.ch.

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