GEO schützt den Regenwald e.V.

Cacao Nacional - schwarzes Gold aus dem Regenwald von Ecuador

Dieses Projekt von "GEO schützt den Regenwald e. V." unterstützt die Produktion von edlem Aromakakao und sichert somit indianischen Kleinbauern im Río Napo Gebiet eine Alternative zum illegalen Holzeinschlag.
In diesem Artikel
Hintergrund des Projekts
Über die Region
Dauer
Ziele
Fortschritte
Unsere Partner

Hintergrund des Projekts

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Erntereife Frucht auf einem biologisch zertifizierten Gelände in Archidona bei Tena

Die Heimat des Kakaos ist das Unterholz der Regenwälder, denn zum Gedeihen braucht die „Speise der Götter“ tropisch-feuchtes Klima und den Schatten hoher Nachbarbäume. Unter dem Schirm des Regenwaldes entfaltet die Kakaofrucht das beste Aroma. Cacao nacional, manchmal auch unter der Bezeichnung "Arriba" gehandelt, wächst nur in Ecuador und zählt zu den edelsten Aromakakaos der Welt. Er hat sich dort eigenständig entwickelt und vielfältige Aroma-Merkmale hervorgebracht. Aber cacao nacional wird vielerorts durch produktivere neue Züchtungen verdrängt, die auf großen, schattenlosen Plantagen angebaut werden – der Wald und das Aroma bleiben auf der Strecke. Diesem Trend widersetzt sich "GEO schützt den Regenwald e.V." und trägt mit seinem Projekt und der Einführung einer neuen Spezialität dazu bei, cacao nacional zu erhalten.

Über die Region

Das geförderte Projekt betrifft die nachhaltige Entwicklung im Amazonas-Tiefland, genauer das Gebiet um Tena - die Hauptstadt der ecuadorianischen Provinz Napo. Hier operiert Kallari, eine Indianer-Kooperative. "Kallari" heißt auf Kichwa Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Der Name spielt auf das Ziel an, das sich die Kooperative gesetzt hat: Die traditionelle Lebensweise der Kichwa-Gemeinschaften auch künftig zu erhalten. Deren Chacras, kleine Produktionsflächen unter 12 Hektar, bestehen aus einem ökologisch angepassten Nebeneinander von Maniok, Bananen, Papayas, Avocados, Kakao, Vanille und vielerlei anderen tropischen Nutzpflanzen. Diese Mischkulturen ernähren die Familien. Der Wald braucht dafür nicht gerodet zu werden. Allerdings fehlt es den Bauern häufig an Bargeld, mit dem sie beispielsweise das Schulgeld für ihre Kinder oder eine Arztrechnung bezahlen können. Einkommen könnten sie sich verschaffen, indem sie etwa auf abgeholzten Flächen Ölpalmen anbauen, die gute Gewinne abwerfen. Oder ihr Land an die Erdölfirmen verkaufen, die in der Region um den Río Napo immer weiter in den Urwald vordringen. Um dem entgegen zu lenken, ist es übergreifendes Ziel des Projekts, dass die indianischen Kleinbauern Strategien und Methoden zum nachhaltigen Ressourcenmanagement kennen lernen, anwenden und auf diese Weise ihr Einkommen erhöhen.

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Dauer

März 2006 bis Mai 2010

Anmerkung: Ab Dezember 2010 widmet sich ein neues Projekt der zusätzlichen Vermarktungsförderung weiterer Chacra-Produkte, wie etwa Vanille

Ziele

  • Nachhaltige Entwicklung der Kooperative Kallari und Verbesserung ihrer unternehmerischen Fähigkeiten
  • Steigerung der exportfähigen Kakaomenge auch durch Zunahme der in Kallari organisierten Kleinproduzenten
  • Verbesserung der Verarbeitung des Kakaos und damit seiner Qualität
  • Nachhaltiger Zugang zum Spezialitäten-Segment des Kakaomarktes
  • Datenerhebung zu den Wald- und Anbauflächen und Erstellung von Nutzungsplänen

Fortschritte

Das Projekt wurde im Mai 2010 erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt hat im Land „Vorzeige-Charakter".

Nachhaltige Entwicklung der Kooperative Kallari und Verbesserung ihrer unternehmerischen Fähigkeiten Die Kooperative für die nachhaltige Vermarktung von cacao nacional hat sich in den Projektjahren 2006-2010 rasant entwickelt. Insgesamt haben sich 2029 Familien aus 144 Gemeinden bei Kallari kommerziell organisiert. Kallari verbessert die Ernte und Verarbeitung des Kakaos und organisiert dessen Vermarktung.

Steigerung der exportfähigen Kakaomenge auch durch Zunahme der in Kallari organisierten Kleinproduzenten

Die Zahl der in Kallari organisierten Kleinproduzenten von Kakao hat sich fast verdoppelt. Die vermarktete Menge von cacao nacional stieg auf 1686 Quintales, also mehr als 84 Tonnen.

Verbesserung der Verarbeitung des Kakaos und damit seiner Qualität

Im Verlauf des Projekts wurde die Qualität des Kakaos durch intensive Trainingsmaßnahmen der Kleinproduzenten, optimierte Fermentierung sowie Infrastrukturmaßnahmen (Trocknungsflächen, Sortiermaschine, Lagerhallen) weiter verbessert. Ein Großteil der Kleinproduzenten des cacao nacional ist biozertifiziert, was sich in einer weiteren Wertsteigerung des Produkts manifestiert. Im Jahr 2010 produzierten 739 der 835 Mitglieder von Kallari organischen Kakao.

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Trocknungshalle für Kakaobohnen der Kooperative Kallari

Nachhaltiger Zugang zum Spezialitäten-Segment des Kakaomarktes Die Schweizer Schokoladenmanufaktur Max Felchlin ist erster fester Abnehmer für den Kallari-Kakao. Der Vertriebspartner von "GEO schützt den Regenwald e. V.", Original Food, bietet inzwischen vier Schokoladensorten, Trinkschokolade sowie schokolierte geröstete Kakaobohnen auf dem Spezialitätenmarkt an. Daneben verkauft die Kooperative Kallari drei selbst in Ecuador produzierte Schokoladen auf dem nationalen Markt, in den USA und in Schweden. Das gemütliche kleine Café von Kallari im Zentrum von Quito bietet Produkte der Kichwa-Gemeinden Touristen und Einheimischen an.(www.kallari.com/cafe.html)

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Ein beliebter Treffpunkt im Herzen von Quito: das Kallari-Café

Unsere Partner

  • Das Projekt war Teil eines größeren Programms und wurde durch die Zweigstelle der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Ecuador implementiert (www.gtz.de/de/weltweit/lateinamerika-karibik/ecuador/24399.htm)
  • Die Schweizer Schokoladenmanufaktur Max Felchlin AG (www.felchlin.com/), die ausschließlich Edelkakaos aus den besten Anbaugebieten der Welt verarbeitet, hat die Qualitätsverbesserung des Kakaos unterstützt und ist fester Abnehmer für das Produkt von Kallari. Sorgfältig werden die erlesenen Bohnen geröstet, gemahlen und die Masse über zwei Tage in der „Conche“ veredelt. So entsteht ein unverkennbarer Schmelz, den die professionellen Verkoster der Firma so beschreiben: "Intensives Kakao-Aroma, begleitet von der Fruchtigkeit sonnengereifter Pflaumen. Kaffee und Vanille kommen hinzu, und im langen Abgang klingt eine feine Pfeffernote an".
  • Die Freiburger Firma Original Food (www.originalfood.de) hat für die Schweiz und Deutschland die Vermarktungsaufgaben übernommen.
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Die Geografen Piet Hammel (3. v. li.) und Ray Zawalski (hockend) mit Mitarbeitern von Kallari vor ihrem ersten Feldeinsatz zur Datenaufnahme bei einem Kakaoproduzenten

Sechs Schokoladenprodukte sind erhältlich:

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Edle Endprodukte: Schokolierte Kakaobohnen, Trinkschokolade und Schokolade

1. Edelbitterschokolade, 73 % Kakaoanteil

2. Edelbitterschokolade, 73 % Kakaoanteil mit Kaffeesplitter

3. Zarte Milchschokolade, 40 % Kakaoanteil

4. Zarte Milchschokolade, 40 % Kakaoanteil mit Kakaosplitter

5. Trinkschokolade

6. Schokolierte geröstete Kakaobohnen

Letzte Aktualisierung: 28.07.2012

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Bezugsquellen der Produkte von "GEO schützt den Regenwald e.V."

GEOlino Buchtipps zum Lesen
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Adressen nach Postleitzahlen sortiert Legende:K = KaffeeT = TeeS = Schokolade

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Der GEO-Artikel zum Projekt vom Dezember 2006: Auf dem weltweiten Schokoladenmarkt ist eine kleine Revolution im Gange: Konsumenten entdecken den Aromareichtum von Spezialitäten aus seltenen Kakaosorten. Der Trend zur Edelschokolade eröffnet Kakaobbauern am Río Napo eine neue Zukunft...

Vom Bankenmanager bis zur Kassiererin. Schokolade ist in aller Munde. Die Entstehung des kleinen süßen Rausches ist hochkomplex. Eine Wegbeschreibung von Oliver Hölcke