GEO schützt den Regenwald e.V.

Kolumbien: Wiederbelebung der traditionellen Bienenzucht

Bienen helfen den Menschen und dem Wald. In Kolumbien ging es um die Verbesserung der Einkommenssituation vieler Familien durch die Zucht einheimischer Stachelloser Bienen

Das Projektgebiet am mittleren Río Magdalena im Nordwesten der Provinz Antioquia verlor innerhalb der vergangenen 16 Jahre rund 40 % seiner Waldfläche. Ein großer Teil der Fläche fällt der extensiven Landwirtschaft zu und nur ein kleiner Teil steht der Bevölkerung der Gemeinden am Magdalena Medio in der Region des Cañón del Río Alicante zur Verfügung, um ihre eigenen landwirtschaftlichen Produkte, wie Yucca, Mais, Avocado, Papaya, Borojó und Guanabana anzubauen.

Die Bevölkerung ist auf eine alternative Einkommensquelle angewiesen, die den umgebenden Wald schont. Mithilfe der traditionellen Bienenzucht sollte dies gelingen.

Das Interesse der Zielgruppe, Tagelöhner und Kleinbauern, deren Einkommen weit unter dem nationalen Durchschnitt liegt, war groß und die Umsetzung einfach. Denn selbst im kleinen Maßstab und ohne großen zeitlichen Aufwand ist Imkerei möglich. Das Aufstellen der Kästen ist nahezu überall möglich und wegen des Zusatznutzens – der Bestäubung von Feldfrüchten – auch erwünscht. Insbesondere die Zucht der in Lateinamerika beheimateten Stachellosen Bienen, Verwandten der uns bekannten Honigbienen, ist sinnvoll: Einerseits werden diese Arten immer mehr durch die Ausbreitung von afrikanisierten Honigbienen verdrängt und gehören zunehmend beschützt. Andererseits können diese Bienen bis zu 90 Prozent der Sträucher und Gehölze der Regenwälder bestäuben. Aufgrund ihrer Geruchsorientierung finden sie auch in dicht bewaldeten Regionen Nahrung und erfüllen damit eine bedeutende Funktion im Ökosystem der tropischen Regenwälder. Der Honig ist überdies nicht nur ein leckeres und lukratives Nahrungsmittel, weil er auf dem Honigmarkt einen deutlich hören Preis im Verhältnis zu gewöhnlichem Honig erzielt, sondern wird dank seiner antiseptischen Wirkung auch für ein breites Spektrum medizinischer Anwendungen genutzt.

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Ein einheimischer Kleinbauer des Projektgebietes

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Mit wenig Aufwand können Bienenkästen dieser Art hergestellt und überall aufgestellt werden

In die einfache Handhabung und Pflege der Bienenstöcke, kann die gesamte Familie einbezogen werden. Innerhalb des Projektes sollte den Frauen eine spezielle Förderung als Multiplikatorinnen zukommen.

Im Rahmen des Projektes erhielten alle Teilnehmer durch intensive Schulung ein fundiertes Wissen über die Haltung, Pflege und Zucht der stachellosen Bienen sowie über die Hygienestandards, die eingehalten werden müssen. Außerdem ging es um Vermarktungsstrategien und Nutzungsformen des Honigs. Mit der Hilfe von „GEO schützt den Regenwald e.V." sollte eine zusätzliche Einkommensquelle erschlossen, die Wiederbelebung der traditionellen Bienenzucht gesichert, die Wahrung traditionellen Wissens bewahrt und die regionale Identität gestärkt werden.

Abschluss des Projektes

Leider musste der Verein das Projekt in Kolumbien abbrechen. Die Partnerorganisation vor Ort war nicht in der Lage, die Projektaktivitäten weiterhin zu betreuen und zufrieden stellende Auskünfte über die Verwendung der Mittel zu liefern.

Von den geplanten Maßnahmen wurden die Schulungen zu Entwicklung, Verhalten und Nahrung von Bienen sowie zum Bau von Bienenkästen und der Pflege der Bienenstöcke bis zu deren ersten Teilung umgesetzt.

Die zusätzlich vorgesehenen Schulungen, etwa Verarbeitung und Vermarktung des Honigs, kamen durch das Einfrieren der Projektaktivitäten nicht zustande. Die Ausbildung der am Projekt teilnehmenden Kleinbauern ist daher noch unvollständig. Sie sind jedoch bereits in der Lage, die Pflege der Bienenvölker zu übernehmen und Honig für den Eigenbedarf zu produzieren. Die Restgelder wurden an den Verein zurück überwiesen.

Unser Projektpartner in Deutschland

Das Regenwald-Institut e.V. versucht mit innovativen, wissenschaftlich fundierten und nachhaltigen Projekten die Ursachen der Regenwaldvernichtung zu bekämpfen.