GEO schützt den Regenwald e.V.

Nepal Minderung des Drucks auf den Wald und Verbesserung der Lebensbedingungen in Sankosh, Nepal

In diesem Vorhaben von „GEO schützt den Regenwald e.V.“ erhalten Familien Zugang zu Kochgas als Alternative zu Feuerholz

Über die Region

Etwa drei Stunden westlich der Landeshauptstadt Kathmandu, in den Middle Mountains von Nepal, ist dieses Vorhaben von „GEO schützt den Regenwald e.V.“ angesiedelt. Im  Dhading Distrikt leben rund 350.000 Menschen – ganz überwiegend Kleinbauern, die als Selbstversorger Landwirtschaft betreiben.

Minderung des Drucks auf den Wald und Verbesserung der Lebensbedingungen in Sankosh, Nepal

In dem ländlichen Siedlungsgebiet gibt es keine Dörfer nach mitteleuropäischer Vorstellung. Die 1632 Haushalte der Projektsiedlung Sankosh, umgeben von den zugehörigen Ackerflächen, verteilen sich über die Hänge mehrerer Berge in Höhenlagen zwischen 800 und 1600 Meter ü.d.M.. Mehr als 90 Prozent des Energiebedarfs der Menschen wird noch durch Holz gedeckt. Jede Familie benötigt durchschnittlich zehn Tonnen Feuerholz pro Jahr. Ein Großteil der verbliebenen Waldflächen ist in schlechtem Zustand, trotz der Arbeit zahlreicher Community Forest User Groups (CFUGs) – örtliche Nutzergruppen, denen die Regierung Gemeindewaldflächen zur eigenständigen Bewirtschaftung überschrieben hat.

Minderung des Drucks auf den Wald und Verbesserung der Lebensbedingungen in Sankosh, Nepal

Karte des Distrikts Dhading (blau) und des Projektgebiets Sankosh (grün), nördlich der Distrikt-Hauptstadt Dhading Besi (roter Punkt)

Hintergrund des Projekts

Um die Holzressourcen im Wald von Sankosh zu schonen, realisierten "GEO schützt den Regenwald" und seine nepalesische Partnerorganisation NCDC bereits im Jahr 2012-13 ein erstes Projekt: In 103 der 1632 Haushalte von Sankosh entstanden Biogasanlagen mit angeschlossenen Latrinen (LINK zum Erstprojekt http://cms.geo.de/natur/regenwaldverein/3039-rtkl-biogasanlagen-fuer-haushalte-sankosh-nepal). Die Anlagen sind von einem innovativen Typ mit gesteigerter Gasproduktion und verbesserter Nutzerfreundlichkeit, der hier erstmalig in großer Zahl umgesetzt werden konnte, sozusagen als „Großtest“. Zu den Vorteilen der Biogasnutzung gehören neben Waldschutz: Wegfall des gesundheitsschädlichen Rauchs offener Holzfeuer; Zeitersparnis durch Wegfall des Holzsammelns; Minderung der Kohlendioxid-Emissionen in die Atmosphäre. Nach erfolgreichem Abschluss dieses Projekts mit Ko-Finanzierung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung entstand der Plan, weitere Biogasanlagen im gleichen Siedlungsgebiet zu installieren.

Aufgrund der schweren Erdbeben von April/Mai 2015 und deren Folgen musste der Beginn des Anschlussvorhabens jedoch verschoben werden. Dhading liegt ganz in der Nähe des Epizentrums; in manchen Siedlungsgebieten wurden fast alle Wohnhäuser zerstört oder schwer beschädigt. Durch den enormen Holzbedarf für den Wiederaufbau ist der ohnehin hohe Druck auf die verbliebenen Waldflächen nun auf ein besorgniserregendes Niveau gestiegen. Wichtiger denn je sind also Maßnahmen, die den Holzbedarf mindern und die lokalen Wälder entlasten. Nachdem im Dezember 2016 mit staatlicher Unterstützung endlich der Wiederaufbau in Dhading angelaufen ist, kann das Projekt durch den Bau weiterer Biogasanlagen die Holzressourcen im Wald um die Sankosh VDC entlasten und hunderte Familien durch die Bereitstellung von Kochgas unterstützen.

Dauer

April 2017 - Dezember 2019

Ziel

  • Minderung des Drucks auf die lokalen Holzressourcen
  • Ausbau der nachhaltigen Energieversorgung in Sankosh
  • Verbesserung der Hygiene und Förderung der Gesundheit in den Familien

Aktivitäten

Bau von Biogasanlagen und Latrinen

In 295 Haushalten von Sankosh ist jeweils der Bau einer Biogasanlage mit angeschlossener Latrine vorgesehen. In den hocheffizienten Anlagen des innovativen Typs „NIBP“ produzieren Bakterien aus Tierdung, mit Wasser vermischt, das spätere Kochgas. Wichtig für den erfolgreichen Einsatz der Technologie ist daher das Vorhandensein von Großtieren und ausreichende Wasserversorgung in den Haushalten. Je nach Familiengröße und Zahl der Großtiere werden Anlagen mit zwei oder vier Kubikmeter Inhalt errichtet, die künftig den gesamten Kochenergie-Bedarf der Familien decken sollen. Die lokalen Biogas-Ingenieure werden bei ihrer Arbeit durch die künftigen Nutzer unterstützt; die „Eigenleistung“ betrifft das Ausheben der Grube für den Gasbehälter und/oder den Transport von Baumaterialien.

Minderung des Drucks auf den Wald und Verbesserung der Lebensbedingungen in Sankosh, Nepal

Diese Frau hat für den Bau der Biogasanlage Zement herbeigeschafft

Schulungsmaßnahmen

Nach Abschluss der Bautätigkeit erhalten die Nutzer-/innen der Anlagen durch die Biogas-Ingenieure vor Ort Trainings zur korrekten Nutzung und Wartung der Anlagen. Bereits während der Bauphase werden zudem einige Dorfbewohner speziell für künftig anfallende Wartungstätigkeiten geschult. Weitere ein- oder mehrtägige Trainingsmaßnahmen sind zu den folgenden Themen geplant:

  • Weiterbildung Gesundheit und Hygiene für „Health Workers“
  • Umwelttraining "Nachhaltiges Handeln", gerichtet an Schüler
  • Entwicklung von Führungsqualitäten

Fortschritte

Wie Projektleiter Dr. Siddhartha Bajracharya im Mai berichtet, haben die Behörden die notwendigen Genehmigungen für die Projektdurchführung erteilt. Die Planungen gemeinsam mit der Nepal Biogas Promotion Agency (NBPA) sind abgeschlossen. Das Projekt-Team widmet sich den Vorbereitungen, etwa für den Kauf der Baumaterialien und steht in den Startlöchern, um auch mit seiner Arbeit vor Ort zu beginnen. Aufgrund von Regionalwahlen in Dhading hat die Regierung allerdings alle Organisationen angewiesen, auf die Implementierung von Aktivitäten im Distrikt zu verzichten, bis Anfang Juni das endgültige Wahlergebnis vorliegt.

Unsere Partner

Umgesetzt wird das Vorhaben durch die nepalesische Umweltschutzorganisation National Conservation and Development Centre (NCDC) unter der Leitung von Dr. Siddhartha Bajracharya, mit dem „GEO schützt den Regenwald e.V.“ bereits seit den 1990er Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern, entwickelt NCDC sämtliche Aktivitäten gemeinsam mit der Bevölkerung.

Das Vorhaben wird ko-finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Letzte Aktualisierung: Mai 2017

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