GEO schützt den Regenwald e.V.

Brasilien: Schutzprogramm für Aras

Seit 1999 hilft GEO bei einem Schutzprogramm für eine Vogel-Spezies, die wegen ihres tiefblauen Gefieders bei Sammlern als "fliegender Edelstein" gilt. Im brasilianischen Nordosten, der Heimat der Hyazinth-Aras, werden ehemalige Wilderer zu Rangern ausgebildet

In der wilden Landschaft des brasilianischen Bundesstaates Piauí ragen aus endlosen Wäldern rote Tafelberge, Klippen und Felstürme empor. Hier leben die letzten Exemplare der prächtigen, dunkelblauen Hyazinth-Aras. Sie nisten in Höhlen inmitten der senkrechten Felsabstürze. Unten im Tal finden sie ihr bevorzugtes Futter: ölhaltige Nüsse der Piacava- und der Catolé-Palmen.

Ihre Schönheit ist den Papageien vielfach zum Verhängnis geworden: Illegal gefangen, außer Landes geschmuggelt und zu hohem Preis verkauft, enden viele der Vögel in den Käfigen besessener Sammler. Aus reiner Not beteiligt sich die einheimische Bevölkerung an der Wilderei, denn der karge Nordosten Brasiliens gehört zu den ärmsten Regionen Südamerikas.

In einem neu gegründeten Ara-Schutzgebiet nahe des Dorfes São Gonçalo haben die Hyazinth-Aras jetzt wieder eine sichere Heimat gefunden. In Zusammenarbeit mit der brasilianischen Naturschutzgruppe "BioBrasil" entwickelte GEO ein Projekt mit dem Ziel, ehemalige Papageienfänger und -schmuggler zu Tierschützern umzuschulen. Ihr unschätzbares Wissen über die Lebensgewohnheiten der Aras und ihre Ortskenntnisse kommen jetzt tierliebenden Touristen zugute. In zwei eigens eingerichteten Stationen können die Besucher Hyazinth-Aras und andere seltene Tiere in ihrem Lebensraum beobachten und fotografieren.

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Ein einheimischer Mitarbeiter des Ara-Projekts ist in eine Bruthöhle im steilen Absturz eines Hochplateaus geklettert

Mit dieser sanften Form von Tourismus erwirtschaftet mittlerweile ein Viertel aller Familien in São Gonçalo ein verlässliches Einkommen. Die bedrohten Aras sind erst einmal gerettet. Binnen drei Jahren soll sich das Projekt ohne fremde Hilfe selber tragen.

Abschluss

Das Projekt wurde im August 2004 beendet.