GEO schützt den Regenwald e.V.

West-Papua: Schutz für die Urwälder

Die Siedlungs- und Brandrodungsflächen in den Bergregenwäldern ganz Papuas weiten sich aus. Mit den Bewohnern des Bergdorfes Mbenti vom Volk der Hatam schloss "GEO schützt den Regenwald e.V." einen Umweltschutzvertrag, der die wiedergewonnenen Landrechte der Urbevölkerung in West-Papua berücksichtigt
95145fb081582a1320bf6c81988c2476

Expeditionsleiter Uwe George beobachtet Laubenvögel aus einem Versteck, das ihm Papuas aus den riesigen Blättern von Baumfarnen errichtet hatten.

Auf der indonesischen Hälfte der Pazifikinsel Neuguinea, wachsen die wildesten Urwälder Asiens - noch. Denn ihnen droht der gleiche Kahlschlag, der bereits die Nachbarinseln Borneo, Sumatra und Sulawesi entwaldet hat. "GEO schützt den Regenwald e.V." startete gemeinsam mit der Tropenwaldstiftung Oro Verde in Frankfurt Aktivitäten, trotz politischer Unruhen und übermächtiger Holzkonzerne, um die voranschreitende Vernichtung aufzuhalten. Im Herbst 2000 initiierte "GEO schützt den Regenwald e.V." ein Projekt, das höchste Ansprüche an die Ausdauer und Beharrlichkeit der örtlichen Partner stellte.

Es gibt zwei Ursachen für den Rückgang der Wälder im indonesischen Teil von Neuguinea: Die malaiisch-chinesische Holzeinschlagswalze, die jetzt bis an die Ufer der Provinz Papua gelangt ist, und das enorme Bevölkerungswachstum, das zu einem steigenden Bedarf landwirtschaftlicher Flächen führt. Um beiden Ursachen zu begegnen, verteilte "GEO schützt den Regenwald e.V." seine Projektaktivitäten auf zwei Regionen.

In den Urwäldern der Arafak Berge, an der Westküste der Doberai Halbinsel, im Osten der Provinz, leben Paradies- und Laubenvögel, Baumkängurus und Kasuaren, mit dem Strauß verwandte Vögel. Inmitten dieser unberührten Wälder liegt das kleine Dorf Mbenti. Über Jahrhunderte reichten die traditionellen Anbaumethoden der dort lebenden Papuas vom Volk der Hatam für die Ernährung des Dorfes aus. Die gerodeten Flächen wucherten rasch wieder zu, ohne den Wald zu schädigen. Doch heute haben sich die Anbauflächen so ausgedehnt, dass die Bewohner des Dorfes immer weiter in bislang unberührte Gebiete vordringen, sogar bis in Regionen oberhalb von 2200 Meter. Die Folge: die Bergnebelwälder werden trockener und die großen Lichtungen regenerieren sich nur langsam.

Um das Dorf Mbenti sollte diese Entwicklung gestoppt werden. Die Flächen im Tal konnten durch nachhaltige, intensivere Anbaumethoden und durch Einbringen von Humus ein zweites und drittes Mal bewirtschaftet werden. So ließen sich höhere Erträge erzielen. Ökotourismus in kleinem Maßstab sollte zusätzlich für Einkommen sorgen, unberührte Wälder auf diese Weise nicht mehr gerodet werden.

e5f16033246abc6ad93eaea5dfca224a

Der Bürgermeister des Papua-Bergdorfes Mbenti und Thomas Schultze-Westrum bei der Vertragsunterzeichnung

Die zweite Region, Raja Ampat, in der "GEO schützt den Regenwald e.V." Projektaktivitäten startete, ist ein wunderschönes Archipel an der Südwestspitze des Inselstaates. Die Regenwald-Stiftung "Oro Verde" aus Frankfurt hat dort einer örtlichen Umweltorganisation geholfen, ein Büro zu errichten. Die Mitarbeiter der Organisation leisten wichtige Aufklärungsarbeit für Landeigner, die regelmäßig von den Holzfirmen betrogen werden. Gemeinsam mit Oro Verde stellte "GEO schützt den Regenwald e.V." die Insel Warir, 60 Quadratkilometer groß, durch einen Vertrag mit den Landeignern unter Schutz.

Das allein reicht aber nicht, denn es müssen langfristige Alternativen zum Verkauf der Holzkonzessionen aufgebaut werden. Neue Einkommensquellen müssen auch für die nächsten Jahre sichergestellt werden. In Warir könnte die Produktion von Stärke aus der Sagopalme eine solche Alternative sein, denn in den sumpfigen Eisenholzwäldern wachsen die Stämme der Sagopalmen, in denen die Stärke gebildet wird, bis zu zwei Meter pro Jahr. Eine Maschine, mit der sich die Stärke leicht und effizient herausholen lässt, würde die Produktion der Sago-Stärke erhöhen.

"GEO schützt den Regenwald e.V." finanzierte darüber hinaus der Organisation in Sorong ein Patrouillenboot, um illegale Holzeinschläger aufzuspüren. Ein wichtiges Hilfsmittel im Kampf gegen betrügerische Holzkonzerne.

Das Prokjekt lief 2004 aus.